How To Make Love To A Woman

How To Make Love To A Woman

Originaltitel: How to Make Love to a Woman
Genre: Liebeskomödie
Regie: Scott Culver
Hauptdarsteller: Josh Meyers • Krysten Ritter • Ian Somerhalder
Laufzeit: ca. 91 Minuten
Label: SchröderMedia Handels GmbH
FSK 16

How To Make Love To A Woman   20.06.2012 von Benji

Wenn man einen Filmtitel mit der Frage „Wie mache ich Liebe mit einer Frau?“ übersetzen kann, dann handelt es sich bei dem Streifen entweder um einen Erotikfilm oder um eine merkwürdige Komödie über die sexuelle Verwirrung von Männern. Da wir bei den Sofahelden bis jetzt keine Kategorie für Ersteres handeln, bleibt leider nur noch eine Möglichkeit übrig. Der Tisch ist entsprechend mit vielen kleinen Fettnäpfchen gedeckt. Schafft es der Film mit interessanten Schauspielern und einer vorurteilslosen Geschichte, diese zu umfahren?

 

Liebe Frauen, ich habe da eine sehr wichtige Frage. Warum bitte sind es immer die Vollidioten? Warum schafft es ein halbwegs intelligenter und gut aussehender Mann nicht, euch zu begeistern? Warum stürzen sich so viele Vertreter eures Geschlechts in die Arme von unterbelichteten Männern? Solche, die jedwede Problematik in ihrer Beziehung mit einer schlechten Leistung im Bett begründen. Solche, die es nicht verstehen, in einer reifen Beziehung ihre Gefühle zu äußern. Solche wie Andy Conners, unserem Protagonisten in How to Make Love to a Woman.

 

Aber alles der Reihe nach … Unser Andy kann sich wahrlich nicht beklagen. Er ist Musikagent, hat damit einen spannenden Job und kann sich privat an der Seite der wunderbaren Lauren zeigen. Eine Frau, die in ihrer Ausstrahlung so wunderbar unschuldig und fröhlich rüberkommt, dass wahrlich jeder Mann etwas für den Erhalt der Beziehung unternehmen würde. Genau da fangen aber Andys Probleme auch schon an. Den Jahrestag zu vergessen ist noch nichts wirklich Gravierendes. Sind wir mal ehrlich: Das kann den besten Männern passieren. Viel ungemütlicher wird es dann aber, wenn man der Angebeteten nach einem wundervollen Abend nur noch ein uninspiriertes „oh ja – fertig“ ins Ohr flüstert. Liebe Leser, an dieser Stelle soll gar nicht tiefer ins Detail gegangen werden. Lauren will endlich ein paar Liebesgeständnisse hören und Andy verwechselt ihren steigenden Grad an Frustrierung mit fehlender Befriedigung.

 

Es kommt, wie es in einer schlechten Komödie leider immer kommen muss. Unser unterbelichteter Protagonist sucht sich bei den unqualifiziertesten Ratgebern Hilfe. Von blöd grinsenden Möchtegern-Rappern über Stripperinnen bis hin zur Ex-Pornodarstellerin Jenna Jameson. Es werden Fragen über den Aufenthaltsort des G-Punktes – gerne auch „Heilige Stelle“ oder „Schwachpunkt des Todessterns“ genannt –, steigende Konstitution sowie diverse Sexpraktiken gestellt. In der Zwischenzeit trifft Lauren hingegen auf ihren alten Schulfreund Daniel. Der wird nebenbei von Ian Somerhalder gespielt und sieht damit selbst aus objektiv männlicher Sicht wohl besser aus als Andy. Als neutraler Beobachter freut man sich glatt für Lauren, denn Daniel ist wirklich mal ein gestandener Mann, hat zwar nicht den spannendsten Beruf, wirkt allerdings wesentlich intelligenter und versprüht dabei eine Prise Charme. Er möchte später mal eine Familie gründen. Oh wie passend, denkt man sich da als Zuschauer. Liebe Lauren, lass doch diesen minderbemittelten Musikagenten fallen und flieh mit Daniel nach Chicago. Wie der Film wirklich endet, wollen wir an dieser Stelle dann zwar nicht verraten, aber drücken wir es mal so aus: Rationale Entscheidungen scheinen nicht Laurens Stärke zu sein.

 

Zum Glück denke ich mir da als Zuschauer, ist How to Make Love to a Woman nur ein Film. Jede normal denkende Frau hätte Andy an der Seite von Jenna Jameson stehen gelassen und wäre mit Ian Somerhalder sofort durchgebrannt. Damit wären dann auch die beiden einzigen Gründe genannt, sich diesen Film anzusehen. Nein, ich spreche nicht vom Vorbau der etwas künstlich aussehenden Pornodarstellerin. Ich rede von der niedlichen Krysten Ritter in der Rolle der Lauren und dem aus Frauensicht sicherlich nicht weniger interessanten Somerhalder.

 

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Zur Vollständigkeit für Technik-Fanatiker zum Schluss noch eine Zusammenfassung der Blu-ray-Qualität. Der Ton kommt etwas dumpf über die Boxen. Das liegt nicht zuletzt an der grauenvollen Synchronisierung. Hier sollte man auf jeden Fall im englischen Original bleiben. Die Bildqualität wirkt leider trotz voller 1080p-Auflösung etwas körnig. Damit ist die vorgelegte Version auch technisch sehr enttäuschend.


Das Fazit von: Benji

Benji

Manche Filme sind beim bloßen Schauen schon schmerzhaft. Der stetig steigende Fremdschämfaktor wird bei How to Make Love to a Woman katastrophal überschritten. Dem Zuschauer wird eine absolut nicht nachvollziehbare Beziehung aufgetischt. Andy interessiert sich offenkundig einen Dreck für seine Beziehung zu Lauren und denkt bei Beziehungstipps nur an Sex, während Daniel als Charakter wesentlich sympathischer rüberkommt und damit vom Zuschauer überhaupt nicht gehasst werden kann. Wenn ich mir am Ende wünsche, dass Lauren mit Andys Konkurrenz durchbrennt, dann läuft in einer Liebeskomödie irgendetwas sehr falsch. Am Ende bekommt der Film von mir drei Trostpunkte für zwei Schauspieler, denen ich das Happy End am ehesten gönnen würde.


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