Iron Man 2  - The Video Game

Iron Man 2 - The Video Game

Publisher: SEGA
Entwicklerstudio: Criware
Genre: Action
Sub-Genre: 3rd-Person-Shooter
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 30.04.2010
USK 12

Iron Man 2 - The Video Game   03.06.2010 von DeWerni

Rechtzeitig zum Filmstart von Iron Man 2 in unseren Kinos steht auch wieder das entsprechende Spiel in den Verkaufsregalen. Das Spiel zum ersten Film war nicht gerade ein Verkaufsschlager. Ob und was der Nachfolger besser oder anders macht und ob sich ein genauerer Blick lohnt, erfahrt ihr im nachfolgenden Bericht…

 

Die Liste der Spiele, die auf Basis und zur Begleitung einer Filmveröffentlichung entstanden, ist lang. Und fast genauso lang ist die Liste mit Spielen, die sich an der Materie vergeblich versucht haben und das Spiel jedenfalls ein Flop wurde. Da hat man doch oft das Gefühl, dass nur schnell schnell irgendwie ein Game zusammengebastelt wurde und der allgemeine Hype um den Kinofilm in irgendeiner Weise zum Absatz beitragen soll, egal was das Spiel nun wirklich leistet oder eben auch nicht. Wer jetzt die Parallelen zum Film sehen möchte, der kann sich ja erst mal den Bericht von Marcel durchlesen: Iron Man 2 – Der Film.

Jedenfalls hatte ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben als ich das Spiel zum ersten Mal in meine Xbox eingelegt hatte. Zumal ich vom Vorgänger nicht ganz so enttäuscht wurde wie eine Reihe meiner Zockerkollegen. Außerdem geht man ja davon aus, dass man ein Spiel mit der Zeit eher verbessert als verschlimmert. Was konnte also im Endeffekt schief gehen? Die Antwort ist leider genauso ernüchternd wie das Spiel an sich – ziemlich viel. Wahrscheinlich ist dieses misslungene Projekt auch mit ein Grund, warum es das Entwicklerstudio San Francisco von Sega mittlerweile nicht mehr gibt. Man kann an manchen Stellen des Spiels durchaus erahnen, dass eigentlich sehr viele Ideen angedacht waren und integriert werden sollten, wenn die nötige Entwicklungszeit da gewesen wäre. Dazu gehören neben einigen Features wie die Integration eines Upgrade- und Ausrüstungssystems auch kleinere Sidestorys, die anscheinend neben oder statt der Hauptstory des Films eingebaut werden sollten, nun aber mehr oder weniger fertig im Spiel vorhanden sind.

 

Naja, wenn man das Story nennen will…

Nun aber zur eigentlich Story des Spiels, die im Groben schnell erläutert ist. Dabei werden die Bürogebäude von Stark Industries von allerlei Flug- und sonstigen Robotern angegriffen, die dabei versuchen, Stark die Technologie des Jarvis Systems zu stehlen, die er an die Russen verkaufen möchte. Dabei wird Iron Man selber ein paar Minuten lahm gelegt, in denen ihm ein Großteil des angesprochenen Systems per Download gestohlen wird. Ein ehemaliger General möchte dadurch eine Armee von Iron Men schaffen, um die Gewalt in Russland zu übernehmen. Das kann Tony Stark natürlich nicht auf sich sitzen lassen, er muss etwas dagegen unternehmen. Und so schnappt er sich seinen alten Freund Warmachine und macht sich daran, den Weltfrieden gegen die Russen zu sichern. Im Laufe dieser Hauptstory müsst ihr euch durch eine ganze Menge von Missionen kämpfen und dabei die unterschiedlichsten Aufgaben erledigen. Dies reicht von Nahkampf gegen andere roboterartige Wesen, über das Zerstören von spinnenartigen Robotern, Kampfpanzern oder Abwehrtürmen bis hin zum Beschützen von Kampf-Helikoptern durch feindliches Gebiet oder der Zerstörung von möglichst vielen Zielen in einem bestimmten Zeitrahmen. Hin und wieder wartet dann am Ende eines Levels ein zusätzlicher Bossgegner auf euch. Diese sehen zwar – wenn auch nur meist durch ihre Größe – imposant aus, sind am alle durch beständigen Dauerbeschuss gepaart mit geschickten fliegerischen Ausweichen alle relativ monoton zu erledigen. Abgesehen davon, dass ihr zu Beginn des Spiels einen generellen Schwierigkeitsgrad wählen könnt, steigert sich dieser auch zusätzlich im Laufe der Missionen, was ja auch nicht anders zu erwarten war. Die Umsetzung dessen besteht aber lediglich in der Erhöhung der Anzahl der gleichzeitig angreifenden Gegners, die immer mehr Salven an Waffen auf euch abfeuern. Naja, nicht gerade spannend und innovativ.

Nettes Upgraden und Ausrüsten

Glücklicherweise gibt es an dieser Stelle nun auch mal etwas wirklich Positives zu berichten. Die Rede ist vom Upgrade- und Ausrüstungssystem. Dabei könnt ihr zum einen zwischen den einzelnen Missionen jeweils eure Ausrüstung komplett bestimmen und dabei zwischen verschiedenen Kampfanzügen, Bewaffnungen oder Nahkampfprogrammen wählen. Zusätzlich habt ihr hier die Möglichkeit, euch allerlei zusätzliches Equipment zukaufen, wozu ihr während des Spiels erst eine Menge Punkte sammeln müsst. Aber auch in diesem Bereich gibt es wieder ein dickes Manko: Die Menüs dieses Upgrade- und Ausrüstungssystems sind nämlich so verwirrend und undurchsichtig, dass man hierfür erst ein eigenes Studium benötigt, um alle Möglichkeiten zu verstehen. Außerdem sind die Informationen, die ihr über die zu erwerbenden Gegenstände im Voraus erhaltet, viel zu gering, um euch von der Wirkungsweise ein Bild zu machen. Wer aber erst einmal durchgestiegen ist, der wird schnell versuchen, die nötige Waffenpower aufzubauen, um trotz mächtigen Gegnern jederzeit Herr der Lage zu bleiben. Allerdings dauert dies eine ganze Weile, da die benötigten Punkte im Spiel nicht gerade massig verteilt werden. Also man sollte sich schon gut überlegen, welche Punkte man für was wirklich ausgibt.

Zum Haare raufen: Steuerung und Gameplay

Das Gameplay und die Steuerung brechen dem Spiel dann wohl endgültig das Genick.  Während man im Tutorial lediglich darüber nachdenkt, dass es vielleicht ein wenig zu komplex werden könnte, dann wird man spätestens in den Missionen hin und wieder kurz davor sein, das Gamepad in die Ecke zu werfen. Die meisten Tasten des Pads sind durch Flug- und Bodensteuerung doppelt belegt, so dass man regelmäßig durcheinander kommt. Außerdem hat man lediglich die Möglichkeit, Gegner mit der Auto-Lock-On-Funktion zu treffen, ein manuelles Zielen per Kamera kann fast gar nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Intuitiv ist das leider nicht, vor allem weil man durch den Schlag- und Geschosshagel zu allem Überfluss auch oft noch kreuz und quer über den Bildschirm gekegelt wird und dann kurzzeitig noch nicht einmal mehr Einfluss auf die Steuerung nehmen kann. Dann hat man natürlich den Lock-On auf den Gegner verloren, schaltet man diesen aber wieder ein, so dreht sich Iron Man dadurch dann auch garantiert genau in die Richtung, in die man ihn garantiert überhaupt nicht drehen mag. Naja, in manchen Momenten genügt jedenfalls ein blindes Hämmern auf die Buttons des Pads. Auch das Gameplay abseits der Steuerung ist nicht wirklich überzeugend. In einem des ersten Levels muss man Beispielsweise einen Hubschrauberkonvoi durch Gefechtsgebiet begleiten. Was macht man, um Verluste zu vermeiden? Man fliegt ein paar Meter voraus, um schon die ersten Gegner zu zerstören. Schon nach ein paar Metern wird man aber gewarnt, den Konvoi nicht zu verlassen, was den ganzen Level deutlich erschwert. Und vor allem wehe, man fliegt nur ein paar Meter kurzzeitig hinterher, dann erleidet man garantiert zu große Verluste und darf den Level wiederholen. Spätestens nach dem dritten Versuch seid ihr dann auch kurz davor, das Gamepad oder gleich das Spiel in die Ecke zu pfeffern. Ihr seht schon, Spielspaß und Dauermotivation sehen anders aus. Man kann dann ja eigentlich nur von Glück sprechen, dass das ganze Spiel schon nach ca. 4 Stunden durch ist…

 

Grafik und Sound

Zunächst einmal an dieser Stelle einige Worte zu den Zwischensequenzen während des Spiels. Diese erreichen leider in keinster Art und Weise Filmniveau, man kann teilweise nicht einmal die Filmfiguren richtig erkennen, wüsste man nicht schon durch die Kleidung, um wen es sich handelt. Die Charaktere sind leider total verschandelt und wirken überhaupt nicht authentisch. Den Stimmen der Charaktere wiederfuhr während der Entwicklung wohl ein ähnliches Schicksal. Im Englischen wirken sie überhaupt nicht passend und so, als ob die Imitatoren den ersten Job ihrer Karriere angenommen hätten. Keine Ahnung, was die Produzenten sich dabei gedacht haben. Das Ganze geht aber noch eine Stufe schlimmer. In der deutschen Version fehlt zum einen jegliches Gefühl und die Motivation in den Stimmen, außerdem ist es bei meinem Spielen in einigen Videos sogar so gewesen, dass der Ton etwas zwei Sekunden verzögert zum Spiel abgespielt wurde. Sorry, aber da kann man sagen, was man will: Das geht gar nicht!

Wer aber nun gehofft hatte, dass das Ganze im Spiel selbst wenigstens etwas besser ausschaut, den muss ich an dieser Stelle enttäuschen. Die Grafik wirkt ziemlich unsauber, teilweise etwas verpixelt und die meiste Szenerie doch ganz schön leblos, da fehlt die richtige Basis mit der richtigen Liebe zum Detail. Das einzige, was man technisch noch positiv anmerken kann, ist die integrierte Physikengine von Havok und die grundsätzliche Engine von Criware, die dem ganzen Spielablauf wenigstens eine ruckelfreie Bildfolge garantieren. Da muss man leider sagen, dass der Vorgänger technisch fast noch mehr zu bieten hatte. Schade, denn hier wäre allein durch die vorgegebenen Szenarien aus dem Film deutlich mehr drin gewesen! Insgesamt ist die technische Umsetzung von Iron Man 2 also eher unterdurchschnittlich zu bewerten, egal ob es dabei um Qualitäten im Audio- oder Videobereich geht.


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Auch wenn ich das erste Spiel der Iron Man-Serie im Gegensatz zu vielen meiner Gamerfreunde nicht ganz so schlecht fand, so muss ich doch sagen, dass man vom zweiten Teil leider die Finger lassen sollte. Asynchrone Videos, chaotisches Gameplay, eine schlechte und unübersichtliche Steuerung, die unglaublich nervt – und dafür dann auch noch den vollen Preis verlangen. Was erwartet man mehr von einem schlechten Spiel? Aber fraglich ist auch, ob überhaupt etwas Besseres herauskommen kann, wenn auch noch gerade das Game-Studio direkt im Anschluss an die Veröffentlichung geschlossen wurde? Natürlich hat das Spiel auch ein paar positive Aspekte zu bieten, wie beispielsweise das neu integrierte Upgradesystem, das von der Idee her sehr gut ist. Insgesamt gesehen würde ich allerdings nur echten Iron Man Fans einen Blick empfehlen, alle anderen sollten eher die Finger davon lassen.


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Neues Aufrüst- und Upgradesystem…
  • Bosskämpfe einigermaßen spannend
  • …was aber viel zu unübersichtlich ist
  • Etwas überholte Grafik
  • Schlechte, deutsche Synchronisation
  • Stressige Steuerung
  • Kein Multiplayermodus





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