Journey

Journey

Publisher: Sony
Entwicklerstudio: thatgamecompany
Genre: Adventure
Sub-Genre: Action-Adventure
Art: Downloadtitel
Erscheinungsdatum: 14.03.2012

Journey   19.03.2012 von Benji

Mit "Flower" und "flOw" hat die kleine Spieleschmiede thatgamecompany bereits grandiose Erfolge feiern können. Die Spiele zeichnen sich durch einen einmaligen Mix von künstlerischer Freiheit und innovativem Gameplay aus. Jetzt erschien für die Playstation 3 das Downloadspiel „Journey“, dass von der Machart ganz in der Tradition dieser Titel steht. Unser Redakteur hat sich deshalb selbst auf die Reise begeben, um jetzt einen ganz besonderen Erfahrungsbericht mitzubringen ...

Es ist heiß.
Richtig heiß! Die Sonne brennt über dieser Wüste, die in ihrer Existenz mindestens genauso mysteriös ist wie die Tatsache, dass ich jetzt hier stehe. Mir ist nicht klar, warum hier ich hier bin oder wie ich hier herkam. Ich weiß nur, dass vor mir eine Reise liegt, deren Ziel mir noch nicht ganz bewusst ist. Ich gehe ein paar Meter nach vorne und vor mir baut sich eine Sanddüne auf, an deren spitze Flaggen an provisorischen Masten wehen. Der Weg ist mühsam, aber irgendetwas zieht mich da hinauf. Es ist ein seltsames Gefühl und eine ungewohnte Ruhe. Alles, was ich höre, ist der Wind, der über den Sand fegt und damit feine Körner durch die Luft trägt. Als ich endlich die Düne erklimme, sehe ich es vor mir - mein Ziel. Ein riesiger Berg tut sich dort hinten auf. Ein Fixpunkt in der Ferne, der vor allem durch sein markantes Spiel mit dem Sonnenlicht auffällt. Wieder befällt mich ein seltsames Gefühl. Es ist die melancholische Stimmung, die aus irgendeinem Grund von diesem Berg ausgeht. Dort wird meine Reise enden und das steht für mich trotz der sonst so starken Unsicherheit fest. Die Frage ist nur, wie schwer wird diese Reise werden?

Zwischen mir und dem mysteriösen Berg stehen die Ruinen einer alten Zivilisation. Ein Hinweis darauf, dass dieser Ort einst eine andere Bedeutung hatte? Direkt vor mir stecken Steine im dichten Sand. Sie sehen wie Grabmäler aus und legen eine düstere Stimmung über den Ort. Inmitten dieser Gräber steht eine Plattform, die mich anlockt. Auf ihr schwebt ein glänzender Würfel umwoben von flatternden Wimpeln. Als ich ihn mir genauer ansehen will, nehme ich seine Energie auf. An meinem Mantel wächst ein Schal und die Wimpel schweben um mich herum. Sie geben mir Energie, die sich auf meinem Schal leuchtend widerspiegelt. Was bringt das Ganze?

Die Aktionen meines Charakters sind begrenzt.
Ich kann mit „X“ springen und fliegen. Das klappt aber nur, solange ich noch die erwähnte Energie habe. Diese nutzt sich in der Luft stetig ab. Mit „O“ kann ich einen Schrei aussetzen, der auf mein Umfeld unterschiedlich wirken kann. Die Wimpel werden z. B. dadurch angelockt und stoßen mich in die Luft. Abgesehen davon kann ich durch geschicktes Manövrieren durch die Dünen „surfen“. Das Gameplay von „Journey“ bleibt dadurch minimalistisch, was allerdings gerade erst den Charme des Spiels ausmacht. Mit steigendem Spielverlauf findet man weitere Würfel und verlängert damit den Schal und die damit verbundene Kapazität für die mysteriöse Energie. Als Resultat kann man länger fliegen, was in den späteren Abschnitten auch ausgenutzt wird. Das Ganze gipfelt letztlich durch fliegende Wesen und einer entsprechenden Stimmung im Wind darin, dass sich das Spiel teilweise eher wie ein Tauchgang anfühlt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt von "Journey" ist der Multiplayer-Modus. Sobald man mit der Playstation online ist, besteht die Möglichkeit auf Mitstreiter zu treffen. Maximal zu zweit kann man die Reise bestreiten, wobei keinerlei Möglichkeit zur Kommunikation besteht. Einzig die eigenen Aktionen können dazu herangezogen werden, doch die Aussagekraft bleibt dabei meist nur begrenzt. Dabei können sich die Mitstreiter gegenseitig sehr stark helfen. Denn berühren sie sich wird bei beiden die Energie aufgeladen. Ein Faktum der dazu führt, dass das gemeinsame Reisen wesentlich schneller vonstattengeht.

Dennoch bleibt dieses Feature rein freiwillig.
Um die einzelnen Hindernisse zu überwinden und den Weg zu gehen, wird keinerlei Hilfe benötigt. Der Spieler kann die Reise alleine bestreiten und letztlich wird man dank der fehlenden Kommunikation dies auch immer indirekt tun, denn selbst zusammen sind beide Spieler mit sich und ihren Gedanken alleine. Genau in dieser Form sollte "Journey" auch genossen werden. Die visuelle Darbietung ist dank einer intelligent gewählten Cell-Shading Optik sehr gelungen und die musikalische Darbietung wächst mit fortschreitender Reise zu einem Hochgenuss heran. Gerade die fehlenden Informationen, die fehlende Kommunikation machen die Reise zu einem Spiel mit den eigenen Gedanken. Die melancholische Stimmung kann gleichzeitig Trauer und Glück hervorrufen und ein in dieser Form einmaliges Spielerlebnis bringen.


 

Die Dauer von "Journey" beschränkt sich je nach Exploration auf maximal zwei Stunden. Das mag für den verlangten Preis von 13€ sehr wenig sein, doch ein Kauf lohnt sich allemal. Denn die Reise wird auch nach mehrmaligem Antritt dank der gefühlvollen Momente nicht langweilig. Der Wiederspielwert ist also da, auch wenn er nicht sofort sichtbar wird.


Das Fazit von: Benji

Benji

Die Melancholie der Reise hat mich mitgenommen. Es ist schon seltsam, wie einzelne Spiele schlichtweg durch fehlende Elemente überzeugen können. Durch die nicht vorhandene Kommunikation mit Mitspielern und dem intelligenten Spiel von Musik und Licht wird "Journey" zu einer Pilgerreise durch die eigenen Gedanken. Über die zwei Stunden wandert das Spiel dabei über einen steten Grad zwischen interaktivem Kunstwerk und innovativem Downloadspiel. Dieses Erlebnis sollte sich definitiv keiner entgehen lassen. Es wird schwierig für andere Spiele, da hinterher zu kommen. Für mich ist "Journey" jetzt schon das beste Downloadspiel 2012. Hier wartet ein audiovisuelles Meisterwerk auf die Spieler. Unbedingt zugreifen!


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positiv negativ
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