Justice League

Justice League

Originaltitel: Justice League
Genre: Action • Fantasy
Regie: Zack Snyder
Hauptdarsteller: Ben Affleck • Gal Gadot • Jason Momoa
Laufzeit: Streaming (120 Min)
Label: Warner Home Video
FSK 12

Justice League   27.11.2017 von LorD Avenger

Superman ist tot und die Welt trauert. Doch während Batman Schuldgefühle plagen, bereitet er sich auch auf das nahende Unheil vor - indem er ein Team aus anderen Superhelden versammelt...

 

Mit einem geschätzten Budget von 300 Millionen US-Dollar teilt Justice League sich den zweiten Platz der teuersten Filme aller Zeiten mit Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt. Der fünfte Film im sogenannten "DC Extended Universe" stellt das Gegenstück zu MARVELs Avengers dar und vereint gleich mehrere hochkarätige Superhelden in einem Team. Während Superman, Batman und Wonder Woman bereits ihrerseits Filmauftritte auf der Leinwand hatten, machen Flash und Aquaman sowie Cyborg nun ihr Debüt (sieht man von einem kurzen Aufblitzen in Batman Vs. Superman mal ab).

 

Nachdem Batman Vs. Superman so lausig, anstrengend und vor allem lang war, hatte ich doch tatsächlich das Ende vergessen und war vollkommen geschockt, als Justice League genau hier wieder sehr prominent ansetzt. Für einen Film, dessen einzig nachhaltig markante Stelle "Martha" lautet aber kein Wunder. Mit einer Wonder Woman, die mich aber immerhin in ihrem Film überzeugen konnte und einem Aquaman, auf den ich furchtbar gespannt war, versprach das Ganze schon mal ein deutlich befriedigenderes Erlebnis zu werden. Und das obwohl der aus dem Nichts auftauchende Superschurke Steppenwolf erst mal direkt eine ziemliche Enttäuschung darstellte, da er sich schnell als absolut austauschbar erwies. Diese komischen Elfen aus Thor: The Dark Kingdom? Die kamen auch aus dem Nichts und waren ziemlich eindimensional und doch noch um zwei Ecken interessanter als dieser gehörnte Goblin mit seiner eingerosteten Weltenzerstörer-Vorgeschichte. Einen Ausgleich, an dem sich die Geister scheiden werden, bietet der neu erwachte Humor. Während MARVEL stets genau dafür stand und die Handlungen mit lustigen Sprüchen und etwas Klamauk auflockerte, stand DC immer für das düstere Ernste - und das war auch okay! Die großartige Dark Knight-Trilogie hätte wohl kaum mit einer Aneinanderreihung von Sketchen so funktioniert, wie sie es getan hat. Wenn man aber weder einen guten Schurken, noch eine sonderlich kreative Story aufbietet, muss man die Unterhaltung nach den vernichtenden Kritiken für vorangegangene DC-Verfilmungen aber wohl einfach anderweitig suchen. Und es funktioniert auch irgendwie - man fühlt sich zwar komischerweise merkwürdig dabei, aber lachen kann man doch wirklich einige Male. Spätestens mit Auftauchen von Flash, der furchtbar gecastet wurde und noch fürchterlicher rennt, beginnt der typische MARVEL-Klamauk in regelmäßigen Abständen, während um ihn herum die Welt untergeht. Die Apokalypse wird übrigens durch sogenannte Mutterboxen herbeigeführt, das DC-Äquivalent zu den aktuellen Infinity-Steinen von der Konkurrenz - ohne dass ich jetzt darauf eingehen möchte, wer zuerst damit angefangen hat.

 

Bildergalerie von Justice League (8 Bilder)

Effekttechnisch bewegen wir uns selbstredend auf verdammt hohem Niveau, merken das aber tatsächlich gar nicht so stark. Der Film sieht in keinsterweise besser oder hochwertiger aus als jeder andere Superheldenfilm der letzten Jahre, wirklich epische Szenen sucht man vergeblich und die Darsteller können das Budget von 300 Millionen wohl auch nicht in die Höhe getrieben haben - trotz einem guten Wonder Woman und Game of Thrones sind die Hauptdarsteller doch noch ein gehöriges Stück vom Hollywood-Olymp entfernt und nach Ben Affleck krähte bis letztes Jahr wohl auch niemand mehr. Keine Ahnung also, wohin das Geld geflossen ist, im Film wiedererkennen tut man es jedenfalls nicht. Auch die Hochburg des Bösen, in der es aufs Finale zuläuft, mag an und für sich ganz nett aussehen, aber diese 08/15-Standard-Alien-Struktur aus irgendwelcher tentakelartiger dunklen Masse... am Briefkasten neben der Eingangstür kann eigentlich nur "ausgelutscht" gestanden haben, während die Kellerwohnung von "einfallslos" bewohnt wird.


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Ich kann Justice League am besten als unterhaltsame Nullnummer bezeichnen. Obwohl Antagonist Steppenwolf nicht nur langweilig, sondern auch nicht mal sonderlich ernst zu nehmen ist, verläuft der Film sehr kurzweilig und auch wenn DC eigentlich einen anderen Weg einschlagen sollte, orientieren sie sich dieses Mal doch eher an der Konkurrenz und setzen auf regelmäßigen Humor, um aufzulockern und zu unterhalten. Man erwartet es nicht und man will es eigentlich auch nicht in einem Streifen haben, der auf düstere und ernste Art geil sein sollte, aber es funktioniert und man genießt es. Weiterhin verwunderlich ist die Kurzweiligkeit dadurch, dass es keine richtige Spannung gibt. Ohne direkt zu spoilern, weiß man von Anfang bis Ende, dass der aussichtslos erscheinende Finalkampf ein schnelles Ende finden wird, weil man überaus deutlich ankündigt, wer in letzter Sekunde kommt und die Welt rettet - und das in einer geradezu lächerlichen "Disney-esquen" Kitschsequenz, bei der ich lauter lachen musste als bei allen Humoreinlagen zuvor. Und Ben Affleck sieht im Batman-Kostüm immer noch aus wie eine Presswurst, aus der das Gesicht rausquillt.


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