Le Tour de France

Le Tour de France

Publisher: dtp entertainment ag
Entwicklerstudio: Cyanide Studio
Genre: Sportspiel
Sub-Genre: Radfahrsimulation
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 08.07.2011
USK 0

Le Tour de France   31.07.2011 von DeWerni

 

Erst vor Kurzem ging die diesjährige Tour de France wieder einmal auf der Champs-Élysées zu Ende. Mittlerweile gibt es zu jedem großen Sportereignis das entsprechende Spiel. Und seit diesem Jahr macht da auch die Tour de France keine Ausnahme. Schwingt Euch auf das Rad, fahrt bis nach Paris und schnappt Euch das legendäre gelbe Trikot…

Manche von Euch werden sich jetzt an dieser Stelle freuen, dass sich die Tour de France in die Reihe der sportlichen Großereignisse mit eigenem Spiel einreiht. Ob sie das allerdings nach diesem Artikel und einem eventuellen Probespielen immer noch sind, bleibt fraglich. Jedenfalls klingt die äußerliche Aufmachung des Spiels noch nicht einmal so schlecht. Dazu sei vorweg gesagt, dass es sich hier um keinen Sportmanager handelt, wie es ihn zur Tour beispielsweise schon auf dem PC gibt, sondern um eine richtige Radrennsimulation. Euch stehen im Spiel 21 Etappen zur Verfügung, die im Rahmen der Tour gefahren werden wollen. Dabei könnt Ihr zwischen 22 integrierten Teams wählen, die allerdings nicht alle den Originalteams und den dazugehörigen Fahrern entsprechen, was wohl an ein paar Lizenzproblemen lag. Die entsprechenden Teams sind dann ein wenig umbenannt, klingen aber fast wie das Original. Ähnlich sieht das Ganze auch bei den Fahrern aus, die analog dazu umbenannt wurde.

Ab auf die Tour

Gespannt geht es also vom Hauptmenü des Games direkt auf die Tour de France. Dazu sei an dieser Stelle gleich gesagt, dass es im Spiel leider keinen Multiplayermodus – weder on- noch offline – gibt. Als Spielmodi stehen Euch lediglich die komplette Tour de France, einzelne Etappen oder ein Tutorial zur Auswahl bereit. Also gut, bevor ich mich auf die Tour stürze, ist es vielleicht ganz sinnvoll, sich das Tutorial anzuschauen. Dabei erfahrt Ihr in 17 Abschnitten alles über die komplette Steuerung des Spiels. Die Darstellung dabei ist aus meiner Sicht aber etwas zweifelhaft umgesetzt. Denn das ganze Tutorial besteht aus Screenshots mit textuellen Erläuterungen. Macht Euch also gefasst darauf, zu Beginn des Spiels erst einmal etwas 20 Minuten zu lesen. Das hätte man auch mit ein paar nachgestellten Szenarien besser und verständlicher machen können.

Nun aber etwas mehr zum Gameplay auf den einzelnen Etappen. Ihr übernehmt in den normalen Etappen die Steuerung eines Rennradprofis. Dazu wählt Ihr Euch zu Beginn ein Team und einen der Fahrer davon aus. In einer Übersicht bekommt Ihr zum einen zunächst die Teams dargestellt, zum anderen dann auch die einzelnen Fahrer. Die Schwierigkeit des Games bestimmt sich über die Stärke des Gesamtteams. Wählt Ihr ein starkes Team, wird die Schwierigkeitsstufe Anfänger signalisiert, bei einem schwachen, unerfahrenen Team handelt es sich mehr um eine Aufgabe für Experten. Die Fahrer haben dann jeweils Eigenschaften, wie Zähigkeit, Ausdauer oder Sprintfähigkeit, uns sind als Typen spezialisiert, wie Bergfahrer, Sprinter oder Etappensieger. Auf die optischen Dinge habt Ihr im Übrigen keinen Einfluss, die Fahrer sehen alle gleich aus, außer dass sie unterschiedliche Trikots anhaben, und auch bei den Rädern gibt es keine Unterschiede. Auch zur Erstellung eines eigenen Rennprofis gibt es keine Möglichkeit. Schade, denn hier wäre deutlich mehr möglich gewesen.

Stürzt man sich dann auf die erste Etappe, merkt man schnell, dass man nur kleinere Teile der Etappe fahren kann, die die Entwickler wohl für die entscheidenden Abschnitte gehalten haben und außerdem wäre es wohl zu eintönig gewesen, die ganzen Etappen komplett zu durchfahren. Die wichtigen Abschnitte beschränken sich meist auf den Start, den Zieleinlauf sowie Sprint- und Bergwertungen. Wenn Ihr dann aber die Kontrolle übernehmt, habt Ihr gar nicht so viel Einfluss, wie man annehmen würde. Mit dem B-Knopf schraubt Ihr die Anstrengung Eures Fahrers nach oben, mit Y bremst das Rad. Mit X wird Führungsarbeit übernommen und mit A kann man zum Spurt ansetzen. Dann kann man mit den Schultertasten noch die Kommunikation mit dem Team und dem Teamfahrzeug handeln. Mehr gibt es im Grunde nicht zu wissen, außer der Beachtung der Ausdauer-, Spurt- und Vitalwerte. Man kann sich noch per Bumper rechts und links über die Schulter schauen, die Steuerung und Kurvenfahrt geschieht automatisch. Wenn Ihr Euch auf der Strecke befindet, wird man schnell feststellen, dass es sich hier weniger um Racing im eigentlichen Sinne handelt, sondern vielmehr um taktische Finesse, mit der Ihr insgesamt die Jagd auf das gelbe Trikot des Gesamtführenden macht.

Leider findet man sich im Team recht schwer zurecht. Leider bekommt man nicht so genau vermittelt, warum man eigentlich im Team mitfährt. Ist es nun das Ziel, einen Teamkameraden zu unterstützen, sich die Berg- oder Sprintwertung zu sichern oder fährt man selbst um den Gesamtsieg oder den des Teams mit? Irgendwie fühlt man sich ein wenig alleine gelassen, aber so setzt man sich natürlich einfach das Ziel, selber gewinnen zu wollen. Trotzdem hat man auch das Gefühl, dass die Anweisungen per Knopfdruck nicht immer so das bringen, was man erwarten würde. Irgendwie wird man mit dem Spiel nicht richtig warm.

Grafik und Atmosphäre

Auch technisch kann das Spiel nicht wirklich überzeugen. Zwar sehen die Landschaften und das Umfeld ganz nett aus, mehr aber auch nicht. Während des Fahrens der Etappen ist man aber meist auf die Straße vor sich und die anderen Fahrer fokussiert, sodass dieser noch nicht einmal so problematisch ist. Trotzdem kommt hier nie richtig Atmosphäre auf. Zu detailarm ist das Umfeld. Umher stehende Fans gibt es zwar auch, die sind dann aber nur vereinzelt animiert, oft bewegen sie sich gar nicht. Der Himmel wirkt auch immer gleich und bei einigen Abschnitten hat man irgendwie ein Déjà-vu. Außerdem darf bezweifelt werden, dass es sich um die Originalorte handelt. Hin und wieder kommt es auch vor, dass herumstehende Fahrzeuge oder Pflanzen in der Luft zu wachsen scheinen. Ein ähnliches Niveau zeigt auch der Sound. Meist hat man hier 0815-Musik verbaut, der Kommentator meldet sich nur vereinzelt zu Wort und der Teamfunk reißt das Ganze auch nicht mehr raus. Insgesamt gesehen ist die Technik also absolut nicht auf dem neuesten Stand. So etwas kann man heutzutage eigentlich nicht mehr veröffentlichen, hier hätte dringend nachgebessert werden müssen.


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Was sich die Macher des Spiels bei der Entwicklung gedacht haben, kann ich mir beim besten Willen nicht erklären. Entweder der Fokus lag ganz klar auf eingefleischten Radsportfans oder sie liegen mit der Meinung über das Spiel einfach nur daneben. Wer mal ein richtig langweiliges Spiel sehen möchte, der ist mit „Le Tour de France“ bestens bedient. Hier heißt es gelangweilt Knöpfe drücken, irgendwelche Kommandos auch an die Mitfahrer geben, um dann den Großteil der einzelnen Etappen doch wieder simuliert zu bekommen und keinen Einfluss auf die Strategie der künstlichen Intelligenz zu haben. Außerdem ist das Ganze dermaßen unspektakulär inszeniert, dass man schon in Wallung gerät, nur weil die Umgebung einfach nur ganz nett aussieht. Insgesamt ein Spiel auf eher mittelmäßigem technischen Niveau, das höchstens absoluten Radsportfans mit Hang zur Strategie gefällt. Alle anderen sollten definitiv die Finger davon lassen.


positiv negativ
  • Vereinzelt nette Grafik
  • Tutorial…
  • 21 Etappen
  • Kein Multiplayermodus
  • …das langweilig dargestellt wird
  • Unspektakulär
  • Langatmig
  • Nur teilweise Originalteams und –fahrer
  • Technisch veraltet





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