Movie 43

Movie 43

Originaltitel: Movie 43
Genre: Komödie
Regie: Peter Farrelly und viele mehr
Hauptdarsteller: Hugh Jackman • Kate Winslet
Laufzeit: Ca. 98 Minuten (Blu-ray)
Label: Constantin / Highlight Film
FSK 16

Movie 43   22.06.2013 von Benji

Ein hochkarätiges Aufgebot an Schauspielern trifft auf elf sehr seltsame Geschichten, die in einem Film verbunden wurden, der angeblich fast 12 Jahre in der Entstehung war. Die Zahlen sprechen von einem Kraftakt und das Endergebnis müsste entsprechend bombastisch sein. Was wurde in der Zeit fabriziert? Ein Historienepos? Eine gigantische Buchverfilmung? Es kann sich doch unmöglich nur um eine einfache Ansammlung von Comedy-Sketchen handeln – oder doch? Was ist Movie 43? Wir haben es uns angesehen und waren verblüfft …

 

Alles beginnt mit einem kleinen Streich unter Teenagern: „Hast du Movie 43 noch nicht gesehen? Das ist der Hammer. Der bläst dir das Hirn weg“. So in etwa beginnt die kleine Rahmenhandlung des wohl verrücktesten Filmes der letzten Jahre. Den vermeintlichen Film Movie 43, von dem die Kinder da reden, gibt es eigentlich gar nicht, doch es entspinnt sich die verzweifelte Suche durch Downloadportale und Videostreams nach dem einen Film, der alles in den Schatten stellt. Was sie finden, sind elf unterschiedliche Kurzfilme, die in ihrer Skurrilität kaum zu überbieten sind.

 

Movie 43 ist nichts anderes als eine verrückte Ansammlung von Comedy-Sketchen. Was man sonst normalerweise nur aus dem Abendprogramm am Wochenende kennt, wurde hier von den Produzenten Charles Wessler und Peter Farrelly (Verrückt nach Mary, Dumm und Dümmer) in einem 90 Minütigen Kinofilm verpackt. Die beschriebene Rahmenhandlung ist dabei tatsächlich nur Mittel zum Zweck und kann auch aufgrund des miesen Aufbaus und der hanebüchenen Geschichte getrost ignoriert werden. Wichtig sind die elf Kurzfilme, die allesamt hochkarätig besetzt sind.

 

Bildergalerie von Movie 43 (15 Bilder)

So findet man gleich in der ersten Geschichte Kate Winslet und Hugh Jackman in einem sehr unüblichen Blind Date wieder. Das männliche Gegenüber schien zuvor einfach schon zu perfekt zu sein. Der große „Haken“ fällt dann tatsächlich erst auf, als er seinen Schal abnimmt. Zuviel soll hier nicht verraten werden, aber der Humor ist ungewöhnlich pubertär, und dennoch grandios lustig. Fragt man sich anfangs noch, wie es die Produzenten geschafft haben, ausgerechnet diese beiden Topschauspieler in einem solchen Sketch unterzubringen, kommt man kurz darauf aus dem Lachen kaum noch raus.

 

Der Witz, mit dem die Sketche arbeiten, ist stets ein anderer. Gemein haben die Kurzfilme nur, dass sie alle als durchweg ungewöhnlich bezeichnet werden können. So arbeitet der oben beschriebene, erste Sketch vorwiegend mit Situationskomik, während einige Minuten später Emma Stone als Veronica in einem fünfminütigen Dialog mit ihrem vermeintlichen Ex-Freund der Frage nachgeht, was knisternde Erotik wirklich ausmacht. Ein Spiel mit Worten und Gesten, das den Zuschauer in einen seltsamen Bann versetzt, in dem man gleichermaßen angewidert wie auch amüsiert ist. Abermals einige Minuten später finden sich Gerard Butler, Johnny Knoxville und Sean William Scott in der filmischen Umsetzung eines klassischen Witzes wieder und gehen dort der Frage nach, was Feen für Goldmünzen machen und wie Kobolde ihre Schätze verteidigen.

 

Wie ungewöhnlich der Film wirklich ist, merkt man spätestens beim Abspann. Denn der ist nicht am Ende des Filmes, sondern einige Minuten davor. So spielt Elizabeth Banks nach dem Abspann in „Beezel“ noch eine verzweifelte Frau, die mit den ungewöhnlichen Macken eines Trickfilm-Katers umgehen muss.

 

Bei Komödien ist die Qualität nicht so wirklich wichtig, dennoch kann Movie 43 mit aktuellen Actionproduktionen mithalten. Das Bild ist sehr scharf, detailreich und kann mit einem guten Kontrast punkten. Auch soundtechnisch wird einiges geboten. Obwohl der Film sehr frontlastig ist, kommen immer wieder Effekte aus der Dolby Digital Anlage. Constantin Film hat dem Film aber nicht nur eine gute Qualität spendiert, sondern auch eine vier Minuten längere Fassung als sie damals im Kino lief.


Das Fazit von: Benji

Benji

Ja – Movie 43 ist wirklich ein seltsamer Film. Doch das System der kurzen Sketche geht voll auf. Als Zuschauer wird man in kürzester Zeit immer wieder in neue verrückte Geschichten gestoßen. Das führt dazu, dass man die gesamte Zeit des Films in gleicherweise verwirrt, aber auch amüsiert ist. Da im Grunde keine Handlungslängen überbrückt werden müssen, folgt hier Witz auf Witz und das macht den großen Charme dieses Werks aus. Die absolut unlustige und total überflüssige Rahmenhandlung hätte man da eigentlich auch getrost weglassen können. Sie zieht den Film immer wieder unnötig aus dem Fluss, sodass man als Zuschauer schon nach kurzer Zeit von ihr genervt ist. Wer schnelle, kurzweilige Unterhaltung sucht, ist bei Movie 43 absolut richtig. So geht Slapstick-Comedy richtig!


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