NCIS - Das Spiel zur Serie

NCIS - Das Spiel zur Serie

Publisher: Ubisoft
Entwicklerstudio: Ubisoft
Genre: Adventure
Sub-Genre: Point & Click Adventure
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 27.10.2011
USK 12

NCIS - Das Spiel zur Serie   15.11.2011 von Benji

Krimiserien sind im TV-Bereich doch immer noch die beliebtesten Formate. Das zeigt auch die enorme Anzahl an Serien, die wir aus Amerika importieren. Da wäre zum einen die CSI-Reihe mit diversen Ablegern aus Las Vegas, New York und Miami und natürlich ihr größter Konkurrent: Navi CIS. Hauptunterschied zwischen Beiden ist der Fokus auf die Charaktere. Dieser ist in Donald P. Bellisarios Werk um die Ermittlungseinheit bei der Navy um einiges stärker. Umso mehr freut man sich doch als Fan darauf, endlich mal ein Teil des Teams rund um Special-Agent Gibbs zu sein. Doch aufgepasst: Der Trip in die Erfolgsserie kann kürzer sein, als gedacht...

 

Was für ein Morgen! Es ist Samstag, ich habe schlecht geschlafen und eigentlich müsste ich die Wohnung aufräumen. Die letzte Nacht habe ich damit verbracht, einem Freund bei der Schatzsuche in irgendeiner verdammten Wüste zu helfen. Jetzt habe ich erst mal genug von Flugzeugabstürzen und königlichen Geheimbunden. Es muss etwas Ruhigeres her. Ein Bürojob wäre doch fein; so wie dieser eine in der NCIS Behörde in Washington. Also los, Konsole an und Bewerbung ausgefüllt. Ich schließe mich dem Team von Special-Agent Leroy Jethrow Gibbs an. Die Arbeit kann nicht allzu schwierig sein. Ein Blick in das Benutzerhandbuch zeigt mir, dass ich mich wohl auf eine Reihe von Mini-Spielen gefasst machen muss, aber das würde zu meinem derzeitigen Wachkoma ganz gut passen.

Unser erster Fall beschäftigt sich mit einem Einbruch in ein Casino.
Dabei starb ein Marine-Reservist, der dort als Wachmann gearbeitet hat. Mir kommt langsam der Gedanke, dass diese Ermittlungseinheit derzeit wohl keine Fälle mit aktiven Navi-Mitarbeitern zu bearbeiten hat. Andernfalls wäre es schwierig zu erklären, warum der Tod eines Reservisten, der vermutlich noch nie ein Schiff von innen gesehen hat, ausgerechnet von uns behandelt werden muss. Zusammen mit meinem Chef Gibbs, dem kaltschnäuzigen DiNozzo und dieser Israelin David betrete ich den Tatort. Der Gerichtsmediziner ist bereits vor Ort. Dr. Mallard ist einer dieser älteren Typen, die alle paar Sekunden Zitate aus Shakespeares Theaterstücken vorbeten müssen. Zumindest sieht er aber so aus, als wüsste er, was er da an der Leiche tut. Meine erste Aufgabe besteht darin, mit DiNozzo sämtliche Kugeln und Leichen abzufotografieren.

So langsam wird mir klar, dass man beim Bewerbungsgespräch etwas übertrieben hat, als man mir sagte, ich würde ein Teil des NCIS-Teams werden.
In Wirklichkeit besteht meine Arbeit darin DiNozzo zu sagen, wo er jetzt langläuft und gefälligst seine Fotos machen soll. Dabei hätte ich mir auch gewünscht, man hätte mir gleich einen PC gegeben und nicht diesen komischen Controller, der einen Mauszeiger über das Bild zieht. Irgendwas scheint auch mit der Kamera nicht zu stimmen. Entweder ist die Auflösung so gering, oder das Casino hat wirklich schwammige „Texturen“ als Tapete. Als wenn das nicht komisch genug wäre, fällt mir nun auf, dass sich DiNozzo etwas seltsam bewegt. So als hätte man ihn schlecht animiert. Wahrscheinlich verschaukelt der Typ mich aber auch nur. Die Fotos am Tatort sind alle recht schnell geschossen, also geht es zurück in die NCIS-Zentrale. Mal sehen, was mein neuer Job hier zu bieten hat.

Im Labor von Abby Sciuto soll ich helfen Fingerabdrücke zu nehmen.
Endlich mal was Spannendes; das dachte ich zumindest. Aber die Analysearbeit von NCIS-Agenten ist doch wissenschaftlicher als man, von außen betrachtet, denken könnte. Der Computer vergleicht die gewonnenen Abdrücke mit einer Datenbank und gibt vier bis fünf passende heraus. Jetzt gilt es diese, anhand von speziellen Charakteristiken, zu vergleichen. Aus unerfindlichen Gründen habe ich dabei nur drei Versuche, die sich in Form von Süßgetränken manifestieren. Brauche ich alle Getränke auf, startet sich die Analyse von vorne, was mir im Grunde nicht wirklich wehtut. Es ist in etwa so, als wenn man bei Mario in ein Loch fällt und direkt davor wieder abgesetzt wird. Nach diversem Ausprobieren habe ich endlich ein „Match“. Es ist der Fingerabdruck eines verdächtigen, dessen Daten jetzt erst mal vom Computergenie McGee analysiert werden müssen. Also hoch zu ihm, und bei der Datenforensik helfen.

Ich hätte nie erwartet, dass Hacken so einfach sein kann. Entweder man sucht nach bestimmten Symbolen, klickt auf blinkende Zahlen oder merkt sich Zeichenabfolgen. Kein Hackvorgang dauert länger als 4-5 Sekunden. Wenn mir das einer früher gesagt hätte, wäre ich vermutlich schon eher in einen FBI-Server eingebrochen. Wir haben jetzt die GPS-Daten vom Fahrzeug des Verdächtigen und müssen diesen mit einem Satelliten „tracken“. Endlich mal eine anspruchsvolle Aufgabe. Während der Verdächtige nämlich mit 200 Sachen über eine Autobahn düst, muss ich einen kleinen Kreis über sein Auto halten. Das ist irgendwie cool und gar nicht mal so einfach. Zum Glück scheint es kein Zeitlimit zu geben, denn der Washingtoner Verkehr kann ab und an sehr zäh sein.

Der Verdächtige ist also fix geschnappt und sitzt jetzt mit Gibbs in einer Verhörzelle.
Jetzt geht der Spaß richtig los. In unregelmäßigen Abständen muss ich Gibbs ein Zeichen geben, damit er bei der Aussage des Mannes dazwischen hakt. Das ist irgendwie nicht die Art von Beteiligung, an die ich bei meiner Bewerbung gedacht hatte, aber wenigstens darf ich beim Verhör dabei sein. Höhepunkte habe ich, wenn Gibbs nach einem speziellen Beweis verlangt, um die Aussage des Verdächtigen als Lüge zu entlarven. Das ist mit der Zeit gar nicht so einfach, da einige Beweisstücke etwas zweideutig sind. Ich bemerke, dass man mir hier mal wieder eine begrenzte, Anzahl an Versuchen zugesteht. Meine Erfahrung mit diesen Süßgetränken ist halbwegs harmlos, also vernachlässige ich sie erst mal. Oh Junge – was ein Fehler! Nachdem ich alle Versuche verbraucht habe, lande ich wieder direkt am Start des fünfminütigen Verhörs. Ich darf alles von vorne machen. Verdammt! Dieser Gibbs ist echt hartnäckig und dieser Job geht mir langsam auf die Nerven!

Vier Stunden später. Irgendwas ist ganz eindeutig schief gelaufen. Ich habe meinen Job so gemacht wie immer und jetzt sitze ich wieder vor verschlossenen Türen. Anscheinend war der Arbeitsvertrag zeitlich befristet. Was allerdings die Gewerkschaft zu „vier Stunden Verträgen“ sagt, würde mich schon interessieren. Immerhin bin ich jetzt 1000 Gamerscore reicher. Der Lohn war also ganz anständig.


Das Fazit von: Benji

Benji

Eigentlich bin ich schon ein Fan der Serie, doch dieses Spiel macht einiges ganz falsch. Zwar sind die Charaktere alle halbwegs gelungen in das Spiel integriert worden, doch in Sachen „Gameplay“ hätte man sich vorher schon ein bis zwei Ratschläge von Fachleuten holen müssen. Im Grunde reiht sich ein Minispiel an das andere und der Schwierigkeitsgrad ist stets auf einem Mindestmaß. Abgesehen davon nerven eine Grafikengine, die gefühlt aus dem letzten Jahrhundert stammt und eine Steuerung, die für Konsolen nicht hinnehmbar ist. Am schlimmsten ist jedoch das frühe Ende nach vier Stunden Spielzeit. Für so wenig Inhalt, darf man keine 50€ verlangen!


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positiv negativ
  • Original Synchronsprecher
  • Serienfeeling durch Nebenhandlungen
  • Zusammenhängende Geschichte zwischen Episoden
  • Veraltete Grafik
  • Maussteuerung auf Konsole
  • Nur vier Stunden Spieldauer
  • Viel zu einfache Mini-Spiele
  • Zu wenig Abwechslung





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