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NHL 12

Publisher: Electronic Arts
Entwicklerstudio: EA Sports
Genre: Sportspiel
Sub-Genre: Eishockeysimulation
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 08.09.2011
USK 12

NHL 12   03.10.2011 von DeWerni

So langsam beginnen in den meisten Sportarten die neuen Saisons, wenn sie nicht schon im vollen Gange sind. Zeit auch für EA Sports, wieder einmal die jährlichen Releases der Sportspiele anzustoßen. NHL 12 und dieses Mal auch Madden 12 machen den Anfang. Unser heutiger Bericht zeigt alles zur neuen Ausgabe der erfolgreichsten Eishockeyreihe…

Endlich ist es wieder soweit:
Mit dem Release der neuen Ausgaben von Madden 12 und NHL 12 läutet EA Sports die nächste Runde der alljährlichen Gamesveröffentlichungen zu den aktuellen Reihen der wichtigsten Weltsportarten ein. Es bleibt spannend zu erwarten, was uns EA Sports dieses Jahr wieder an Neuigkeiten liefern kann. Zu Recht fragt man sich als Fan der NHL-Reihe an dieser Stelle: Was soll es beim letztjährigen Kracher NHL 11, der von allen Seiten mit Lob überschüttet wurde, noch zu verbessern geben?! Die Antwort darauf ist eigentlich trivial: EA Sports hat am grundlegenden Spielprinzip, dem Gameplay und der Steuerung natürlich nichts geändert, sondern sich auf Details im spielerischen sowie inhaltlichen Bereich konzentriert. Auf dem Cover ist dabei die Rede von der neuen Full-Contact-Physik-Engine, einer verbesserten KI und von dynamischen Torhütern. Was dabei herausgekommen ist, werde ich versuchen, Euch in diesem Bericht genauer zu erläutern. Zunächst einmal muss man festhalten, dass die Lizenzen im Prinzip genauso umfangreich Einfluss in das Spiel gefunden haben, wie in der letztjährigen Version. Dabei sind die amerikanische Ligen NHL, AHL, CHL, OHL und QMJHL integriert, wobei die letzten beiden die etwas unbekannteren Talentligen umfassen. Aber auch als europäischer Fan der Serie darf man sich über diverse Ligen freuen: Neben der deutschen DEL sind auch die norwegische Eliteserie, die finnische SM-Liiga, die tschechische Extraliga und die schweizerische National League im Spiel präsent und mit ihren lizenzierten Mannschaften spielbar. Für alle, die sofort zuschlagen wollen, heißt es aber bezüglich der aktuellen Kader noch ein wenig abzuwarten. Einige Ligen sind erst nach dem Release des Spiels in die neue Saison gestartet, sodass die aktuellen Kader per kostenlosem Download später nachgeschoben werden sollen. Insgesamt handelt es sich also um ordentlichen Spielumfang, über den es eigentlich nichts zu meckern gibt.

Action, Checks und heiße Kämpfe

Nun aber zum eigentlichen Spiel an sich.
Wenn man das erste Mal die Scheibe ins Laufwerk legt, wird man gleich auf das Eis katapultiert und findet sich in einem besonderen Spiel wieder, dem NHL Winter Classic 2011 zwischen den Washington Capitals und den Pittsburgh Penguins – aber dazu später mehr. Wenn Ihr das erste Mal die Steuerung in die Hand nehmt, werdet Ihr als Spieler des Vorgängers feststellen, dass sich an dieser nichts geändert hat. Aber auch Anfänger, die die Steuerung bisher so noch nicht kannten, werden damit schnell zurechtkommen, wenn man sich ein paar Minuten daran gewöhnt hat. Dabei heißt es wieder, mit dem linken Stick den Spieler und mit dem rechten Stick den Schläger zu steuern und mit diesem dann auch die Schüsse abzugeben. Dies gilt jedenfalls für den Angriff. In der Defensive steuert man auch mit ebenfalls mit dem linken Stick den Spieler, mit dem rechten kann man jedoch Checks abzusetzen. Wenn man dies das erste Mal durchführt, wird man eine der gravierendsten Änderungen zum Vorgänger feststellen – die Spielphysik. Denn es gibt in diesem Jahr mehr als nur checken oder nicht checken. Bei den Checks kommt es auf den genauen Treffer an, aber jedenfalls kann man den Gegenspieler komplett umhauen, oder ihn auch nur tuschieren, sodass er nach einem kurzen Wanken weiterfährt, oder es haut einen gleich selbst mit aufs Eis. Insgesamt bekommt das Geschehen auf dem Eis hier eine weit realistischere Optik und Atmosphäre als zuvor.

Weiterhin hat man auch an der Physik der Goalies herumgebastelt. Abgesehen von der Optik und den Bewegungen, die auch deutlich authentischer wirken, können diese nun auch gecheckt werden – die Zeitstrafe danach darf man sich natürlich auch gleich beim Schiedsrichter abholen. Außerdem passiert es nun auch hin und wieder, dass die Tore bei hitzigen Situationen aus der Verankerung gehoben werden und es den typischen, anschließenden Bully gibt. Ein weiterer Punkt, dem man eine Verbesserung deutlich anmerkt, ist die künstliche Intelligenz der Spieler. Insgesamt kommen deutlich flüssigere Spielkombinationen zustande, was zum einen daran liegt, dass die Mitspieler sich teilweise richtig gut freilaufen, anbieten und auch nicht mehr dumm und permanent ins Abseits laufen. Weiterhin werden die Positionen besser gehalten, sodass man sich nun in gewissem Rahmen auch auf die Mitspieler verlassen kann, weil sie eben sinnvoll Pass- und Schusswege versperren und damit aktiv an der Verteidigung arbeiten. Was auf der einen Seite zum Vorteil wird, macht das Ganze auf der anderen aber sicher nicht schwieriger. Es wird zwar auch von den KI-Gegnern besser verteidigt, aber so kommen einfach andere, dynamischere Spielsituationen zusammen, die aber insgesamt dadurch authentischer verlaufen.

 

Be-A-X oder doch eher Teamsteuerung
Die diversen Be-A-X- Modi haben es anscheinend den Entwicklern von EA mächtig angetan.
Nachdem in den letzten Jahren der Be-A-GM, der Euch das Managerdasein in der entsprechenden Sportart simuliert, in nahezu allen EA-Sports-Reihen Einzug gehalten, bekommt diese Serie einen weiteren fadenscheinigen Abkömmling spendiert, den Be-A-Legend-Modus – fadenscheinige deshalb, weil sich dahinter eigentlich von Prinzip her nichts anderes als ein modifizierter B-A-Pro-Modus verbirgt. Einziger Unterschied ist eigentlich nur, dass man als Pro einen Eishockeyprofi, den man selber gestalten darf, über seine komplette Karriere hinweg übernimmt. Als Legend übernimmt man dann keinen Unbekannten, sondern einen von diversen NHL-Stars, die man noch ein klein wenig weiter verbessern kann. Damit werden an das eigene Spiel natürlich ganz andere Erwartungen und Zielsetzungen geknüpft. Allerdings stehen einem erst mit Vorankommen im Spiel mehrere Profis zur Verfügung. Das Spielprinzip macht schon richtig Spaß, weil man dadurch eine ganz andere Perspektive des Spiels erhält, da man immer nur auf den eigenen Spieler fokussiert ist. Während jedes Spiels einer Saison bekommt man für Positionsspiel, Statistik und als Teamplayer eine Wertung, die sich in Erfahrungspunkten niederschlägt, die man wiederum zur Verbesserung des eigenen Spielers verwenden kann. Als Hilfe dazu gibt es während des Spiels Pfeilmarkierungen, die einem Zeigen, in welchem Spielfeldbereich man sich in etwa, aufgrund seiner Position, aufhalten sollte. So darf man die komplette Karriere eines Spielers durchleben – eben entweder als Pro oder Legende.

Eine weitere Neuerung ist das integrierte Winter Classic 2011.
Als Hintergrund dazu muss man wissen, dass im Jahre 2001 ein Collegespiel unter freiem Himmel in einem Stadion stattfand, was zu einem neuen Zuschauerrekord bei einem Eishockeyspiel geführt hat. Seitdem ist es Tradition, ein Saisonspiel an Neujahr im Freien zu veranstalten. Dieses Jahr fand das Classic in Pittsburgh zwischen den Washington Capitals und den Pittsburgh Penguins in Pittburgh statt. Genau dieses Spiel dürft Ihr bei diesem Modus natürlich mit Wahl beliebiger Mannschaften unter Schneetreiben ebenfalls nachspielen, was zu einer gelungenen, aber etwas anderen, untypischen Atmosphäre führt. Trotzdem ist dieser ‚Modus‘, der eigentlich nur aus einem einzigen Spiel besteht, durchaus gelungen. Als weitere Modi stehen Euch die mittlerweile typischen Spielvarianten wie das schnelle Spiel, ein Playoff-Modus, der Turnier-Modus, das Training, Shootout- und Saison-Modus zur Verfügung. Auch der Manager-Modus darf natürlich wieder nicht fehlen, bietet aber wenig Neues bis auf den Namen: Hockey Ultimate Team. Ähnlich variantenreich präsentieren sich auch Multiplayer- und Onlinemodus. Dabei wird nahezu alles geboten, was das Eishockeyherz begehrt: Online-Ligen, Shootouts und diverse Spiele gegeneinander bis hin zum vollen 6-vs-6-Modus, bei dem man mit 12 menschlichen Spielern gleichzeitig spielen kann. Alle Spielvarianten liefen bei den Tests relativ flüssig, selbst bei 12 Spielern gleichzeitig online. Nur in wenigen Momenten gibt es einige wenige Ruckler, die man aber durchaus verkraften kann. Einziges Manko an dieser Stelle ist der notwendige Onlinepass für die Onlinespiele, der zwar im Spiel für den Käufer enthalten ist, aber den Verkaufswert deutlich sinken lässt. Schade, dass dieser wiederum Einzug gefunden hat und nicht den verkaufenden Spieler für den Einsatz seiner etwa 60€ zu Verkaufsstart entlohnt, sondern den Hersteller, der damit doppelt kassiert.

Technischer Stillstand oder geht’s noch besser?!

Die Entwickler von EA Sports können einem schon irgendwie fast ein wenig leidtun. Jahr für Jahr kommt nun seit ein paar Jahren ein neuer NHL-Kracher auf den Markt und trotzdem erwartet man im kommenden Jahr wieder das Unmögliche, nämlich dass technisch gesehen wieder eine Schippe drauf gepackt wird. Doch in diesem Jahr gibt es im Vergleich zum Vorgänger eher wenige technische Neuerungen. Vielmehr hat man sich auf die Details gestürzt. Dies ist auch der Grund, warum auf den ersten Blick kaum optische Veränderungen zu sehen sind. Wenn man das Game allerdings spielt, wird man schnell feststellen, dass alles irgendwie ein wenig realistischer ausschaut. Vor allem an den Bewegungen im Rahmen der Checks und der sonstigen, teils geskripteten Bewegungsabläufe und der Liebe zum Detail sind kleine aber feine Verbesserungen zu sehen. Ansonsten hat man als Spieler das schwere Los, sich mit "alter" Technik der Vorgängerversion begnügen zu müssen: Die Präsentation ist bombastisch, die Spieler sehen fantastisch aus, es sind viele Zwischensequenzen installiert und die Zuschauer sorgen optisch in 3D und auch soundtechnisch für eine geniale Atmosphäre – was will man mehr?! Zwei Mankos gibt es dann aber doch. Zum einen rückt es eine Veröffentlichung dann halt doch in ein etwas zweifelhaftes Licht, wenn zum Vorgänger kaum Veränderungen zu erkennen sind. Zum anderen gibt es auch in diesem Jahr wieder einmal einen richtig nervigen Kommentar geboten. Da kann man eigentlich nur von Glück sprechen, dass man das Gelaber wenigstens ausschalten kann. Insgesamt finde ich NHL 12 aber trotzdem technisch überragend, was dieser Titel leistet, davon können sich selbst mit der "veralteten" Technik immer noch einige Titel eine Scheibe abschneiden.

Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Auch wenn man an dieser Stelle festhalten muss, dass es zum Vorgänger nur wenige technische und inhaltliche Verbesserungen gab, kann man mit Überzeugung sagen, dass NHL 12 seine Position an der Spitze der Eishockeysimulationen mit viel Liebe zum Detail bestätigt hat. Dabei wurde vor allem an den geskripteten Sequenzen wie den Checks oder Torjublern gearbeitet, die jetzt aus meiner Sicht doch realistischer und weniger abgehackt ausschauen, wie die gesamte Physik einen sehr guten Eindruck hinterlässt. Wer den Vorgänger gespielt hat, dem würde ich diesen Titel nicht unbedingt als Pflichtkauf empfehlen, es sei denn, man möchte einfach mit den Kadern der aktuellen Saison auf dem Eis stehen. Für alle Eishockeyfans, die im letzten Jahr nicht zugeschlagen haben, kann ich nur sagen: Kaufen, kaufen, kaufen! Ein geiles, kurzweiliges Game, was mit einigen Erweiterungen noch eine kleine Schippe drauflegt.


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positiv negativ
  • Realistischere Physik-Engine
  • Atmosphärisch überragend
  • Eingängige Steuerung
  • Tutorial für Einsteiger
  • Viel Liebe zum Detail
  • Einige neue Spielmodi
  • Mögliche Übernahme eines Vorgängerspielprofils
  • Technisch kaum Änderungen
  • Lange Ladezeiten
  • Notwendiger Online-Pass
  • Trügerischer Be-A-Legend-Modus





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