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NHL 15
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BEWERTUNG |
28.09.2014 von DeWerniIm vergangenen Jahr hatte EA mit dem Release der NHL-Reihe noch nicht den Sprung auf die neue Konsolengenration gewagt. Dementsprechend hoch lagen nun die Erwartungen. Die Macher hatten nun die Chance, den großen Wurf aufs Eis zu bringen. Und wie sich EA die Eishockey-Action der neuen Generation vorstellt, haben wir für Euch etwas genauer unter die Lupe genommen …
Noch im vergangenen Jahr hatte EA für die bedauerliche Abwesenheit des Genrehighlights NHL 14 auf den Konsolen der neuen Generation eine einfache, aber durchaus plausible Erklärung: Man wolle keinen Schnellschuss wagen und sich für die Entwicklung eines runderneuerten Games auf Basis aktueller Technik genügend Zeit lassen. Diese Aussage hatte zwei Konsequenzen: Auf der einen Seite konnte man sich ausführlich mit der Entwicklung
Geile Eishockeyaction
Wenn man die Scheibe in die Konsole verfrachtet, holt einen das Game gleich nach der Installation (plattformabhängig) mitten ins Geschehen. Die Kommentatoren kündigen das anstehende Stanley Cup Finale zwischen den New York Rangers und den Los Angeles Clippers fernsehreif an. Gewohnt eine Seite gewählt – und ab mit dem Puck aufs Eis. Während des Ladebildschirms, der den Gamer schon etwas in Geduld üben lässt, bekommt man noch einmal die Steuerung mit den verschiedenen Buttonbelegungen in Offensive und Defensive in Erinnerung gerufen. Standard bei NHL 15 ist bei der Steuerung wieder einmal die mittlerweile bekannte Skill-Stick-Steuerung, bei der mit dem linken Stick der Spieler und mit dem rechten der Schläger kontrolliert wird. Aber auch die klassische Variante NHL 94 ist noch immer eine Option. An der Skill-Stick-Steuerung hat man zudem ein wenig geschraubt, sodass nun Dekes und die Verteidigung des Punks noch etwas leichter und intuitiver von der Hand gehen. Das bedeutet allerdings nicht gleichzeitig, dass man sich als Einsteiger sofort mit der Steuerung zurechtfindet. Auch wenn sie mittlerweile gut gestaltet ist, benötigt man schon ein wenig Übung, um mit allen Facetten klarzukommen. Dann macht die Action auf dem Eis allerdings auch richtig Laune. Kennt man ansonsten das Vorgängergame, so hat man nicht das Gefühl, dass sich im Rahmen des Gameplays noch viel getan hat. Das muss man allerdings nicht unbedingt
Nichtsdestotrotz bekommt man irgendwie das Gefühl nicht los, sich mitten in NHL 14 in einem neuen Gewand zu befinden. Leider hat sich auch die KI nicht wirklich weiterentwickelt. Das gilt gleichermaßen für die Abwehr, die in einigen Situationen noch immer viel zu passiv reagiert und so den gegnerischen Stürmern genügend Platz für ihre angreiferischen Aktionen lassen, und auch im Angriff, sodass die eigenen Spielzüge oftmals nicht zum gewünschten Erfolg führen. In manchen Situationen bemerkt man zwar kleinere Verbesserungen, diese sind allerdings eher selten. An einem weiteren Kritikpunkt der vergangenen Jahre wurde ebenfalls nicht wirklich gearbeitet. Hat man einen Gegner fest in spielerischer Hand und das Ergebnis mit Mühe und Not entschieden gestaltet, da kommt es doch viel zu oft unverhofft: Dem Gegner gelingt im letzten Spielabschnitt dann doch noch der Anschluss, der Ausgleich oder gar der Sieg. Das macht das Spiel zwar spannender, manchmal wäre es allerdings auch mal nett, den Lohn der vorangegangenen Mühen einfach ohne weitere Anstrengung mal einzusacken. Und seien wir mal ehrlich – Wie oft kommen solche unverhofften Aufholjagden in der realen NHL vor? Da scheint man doch seitens der Entwickler in das Spielgeschehen aktiv einzugreifen.
Rückschritt als Fortschritt
Den größten Kritikpunkt bietet das Game aus meiner Sicht beim Spielumfang an, von dem man wirklich enttäuscht sein kann. Denn NHL 15 lässt sich gerade einmal in 7 verschiedenen Varianten spielen, beim Vorgänger waren es fast dreimal so viele. An dieser Stelle fällt es dann leichter die vorhandenen Modi aufzuzählen, als die die weggelassen wurden: Das Schnelle Spiel in lokaler und als online Variante, die Karrieren als Teammanager oder eines Profis, die Fantasy-Liga, das Spielen historischer und aktueller bedeutungsvoller Events, das Training und das schnelle Onlinespiel werden dem Gamer aktuell geboten. Da sind zwar die wichtigsten, allerdings lange nicht alle möglichen Modi, zumal die einzelne Abschnitte
Aber es gibt auch einige positive Aspekte zu berichten, was den Spielumfang angeht. Denn wieder sind neben der NHL selbst auch Nationalteams und diverse andere nationale Ligateams enthalten. So könnt Ihr euch zumindest in Einzelspielen gegen die KI oder menschliche Gegner mit nationalen Teams messen. Früher enthaltene Turniere oder gar ein Ligamodus fehlt abseits der NHL leider komplett. Da fühlt man sich an der einen oder anderen Stelle in die Anfänge der Reihe zurückversetzt. Wenigstens hat EA zur Kritik am verringerten Spielumfang bereits reagiert: Noch im September sollen Offline-Turniere mit bis zu 16 Teams als Spielmodi per Update nachgeschoben werden – genauso wie auch die angesprochenen Anmerkungen des Coaches in der Profi-Karriere und die Ehrung der drei Stars zum Ende der Spiele. Später soll es dann sogar noch einen Online-Team-Play-Modus geben, in dem online jeder Spieler von einem anderem menschlichen Mit- oder Gegenspieler gesteuert werden kann. Grundlegend ist dieser Ansatz richtig und in Ordnung. Bleiben nur die Fragen: Warum nicht gleich so? Und warum wird versucht, den gebeutelten Spieler erst mit einer abgespeckten Version zufriedenzustellen?
Technik zum Genießen Auch wenn es doch einige Negativpunkte bei NHL 15 zu bemängeln gibt, so kann man den Entwicklern zumindest nicht vorwerfen, dass sie die Hardware der aktuellen Konsolen ignorieren. Denn die Präsentation stellt sicherlich das Highlight des Games dar und macht den größten, erkennbaren Sprung. Da sind auf der einen Seite die deutlich verbesserten Animationen auf und neben der Eisfläche und die authentischere Optik, speziell was Bewegungsabläufe und Details (beispielsweise herumfliegende Ausrüstungsgegenstände oder die feingranularen Bewegungen der Trikots) der Spieler angeht. Auf der anderen wirkt das ganze Geschehen auch physikalisch realer, was man vor allem am Verhalten des Pucks oder an Zweikämpfen und Checks festmachen kann. Nur selten muten die Bewegungen etwas seltsam an. In Summe kommt man – in Verbindung mit den Realbildern der Kommentatoren zu Beginn eines Spiels und den originalgetreuen TV-Einblendungen – dem Fernsehvergnügen schon recht nahe. Gerade auch Einblendungen von außerhalb der eigentlichen Spielstätte und die gekonnten Kamerafahrten tragen ihren Teil dazu bei. Ebenso können nun endlich auch die Zuschauer einigermaßen überzeugen. Auch wenn man hin und wieder ein paar Klone entdeckt und Jubelbewegungen sich gleichen, so wirken auch die Fans endlich etwas eher up to date. Allerdings kommen diese noch unabhängig von der Leistung des eigenen Teams in die Arenen. Etwas mehr Realismus hätte man noch erreichen können, wenn ein schlechter Tabellenplatz auch einmal zu halbleeren Rängen geführt hätte. Stimmungsmäßig wird aber so wenigstens immer für ordentlich Lärm und Stimmung auf den Rängen gesorgt. Präsentation und Stimmung sorgen so in Summe für eine geniale Atmosphäre, die sich sehen lassen kann. Die meisten der beschriebenen Punkte beziehen sich auf die Versionen auf den neuen Konsolengenerationen, die älteren Plattformen müssen mit weniger auskommen. Im Übrigen wurden auch die Menüs etwas aufgepeppt und solide und übersichtlich gestaltet. Die musikalische Untermalung ist passend rockig gehalten, konnte aber in einigen vorangegangenen Versionen bezüglich der Titelauswahl noch mehr überzeugen. Das Fazit von: DeWerni
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