NHL 16

NHL 16

Publisher: Electronic Arts
Entwicklerstudio: EA Canada
Genre: Sportspiel
Sub-Genre: Eishockeysimulation
Art: Fullprice
Erscheinungsdatum: 17.09.2015
USK 12

NHL 16   28.09.2015 von DeWerni

So langsam ziehen die ersten deutlichen Zeichen des anstehenden Herbstes auf: Neben Wind, Nebel, Regen, vielen trüben Tagen erscheinen auch die jährlichen Neuauflagen der Sportserien aus dem Hause EA. Den Anfang mach in gewohnter Manier die nordamerikanische Profiliga des Eishockeys. Wir haben für Euch ins Detail geschaut und die Änderungen analysiert…

 

Immer dann, wenn die Tage langsam länger werden, trübe Zeiten ins Hause stehen und man die kurzen und knappen Sommerklamotten wieder bis ins kommende Jahr ins Nirwana der Kleiderschränke verbannt, ist die Zeit für die jährlichen Neuauflagen der Sportserien auf den aktuellen Konsolengenerationen gekommen. Ganz typisch macht hier die NHL Reihe mit NHL 16 den Anfang. Dabei gelang es den Machern aus dem Hause Electronic Arts im vergangenen Jahr mit dem Premierentitel auf der aktuellen Konsolengeneration NHL 15 – unseren Bericht dazu könnt Ihr hier noch einmal nachlesen – leider nicht wirklich zu überzeugen. In diesem Jahr hat man sich allerdings auf die Fahnen geschrieben, den Kritikern zuzuhören und die Verbesserungen entsprechend einzugleisen. Dementsprechend waren die Vorschusslorbeeren wieder einmal groß, im Fokus der Fanwünsche stand dabei: die Verbesserung des Teamplays, die Verbesserung der Single-Player-Modi, zahlreiche Innovationen im Bereich des Gameplays und eine traditionell gelungene Eishockeyatmosphäre.

 

Eiskalt und abgezockt

Im ersten Schritt haben wir uns das Gameplay etwas genauer angeschaut, denn hier hat sich einiges getan. Da bleibt zunächst das Precision Skating zu nennen, das das Geschehen auf dem Eis deutlich beeinflusst. Fans der Reihe kennen als Beispiel das Problem der Defensive, bei dem man oftmals beim Rückwärtsskaten einfach nur am Angreifer vorbeirutscht und dieser dann mehr oder weniger alleine auf das Tor zulaufen kann. Im Kontext des Precision Skatings wurde genau an dieser Stelle gefeilscht. Die Spieler lassen sich nun akkurater und mit einem besseren Timing kontrollieren, wobei Cracks nichtsdestotrotz und leider mit allbekannten Mitteln weiterhin viel zu oft zum Torerfolg kommen – dem Slapshot im richtigen Moment. Apropos Torerfolg – ebenso im Bereich der Goalies hat man wieder einmal gearbeitet. Die Bewegungen wurden per Motion-Capturing in Zusammenarbeit mit einem ehemaligen Torhüter deutlich verbessert und wirken authentischer – ebenso wie das taktische Stellungsspiel. Allerdings trägt dies wenig zur eigentlichen Sache bei. Denn hin und wieder wirken die Tore entweder wie vernagelt oder doch wie offenen Scheunentore, ganz danach, ob sich der Goalie für die Variante Genie oder Wahnsinn entscheidet.

 

Aber auch ohne den Torhüter stehen die Torerfolge nicht immer in einem authentischen Licht. Dies gilt im Speziellen für das im Überfluss herumspritzende Eis unter den Skates und die Backhandschüsse, bei denen man das Gefühl hat, dass sie oftmals auf der einen Seite viel zu hart kommen, aber auf der anderen physikalisch so auch gar nicht möglich sind. In Summe klingt das jetzt alles gar nicht so berauschend, ist es aber. Denn die angemerkten Punkte sind ein Meckern auf hohem Niveau. Ansonsten ist die Action nämlich rundum gelungen und macht richtig Spaß. Die Steuerung wurde neben dem Precision Skating nur wenig angefasst, deswegen kommen Kenner der Reihe sofort zurecht. Anfängern dagegen wurde neben Trainingssessions, in denen man die Grundfunktionalitäten gelungen erläutert  bekommt, eine weitere Hilfe integriert. Auf Wunsch bekommt man angezeigt, mit welchem Timing, welche Taste bei welcher Aktion zu drücken ist – anschließende Bewertung des Timings inklusive. Das hilft wirklich und erleichtert den Einstieg enorm.

 

Mehr Möglichkeiten …

Zum Spielumfang gibt es eigentlich nur festzuhalten: Ja, es gibt etwas mehr Möglichkeiten, aber nicht viel mehr. Da bliebt zumindest zu nennen, dass man als Eigentümer der aktuellen Konsolengeneration nun endlich wieder die Karriere als Teammanager bestreiten, sich online im Penaltyschießen duellieren, online zu zweite gegeneinander antreten oder die EA Sports Hockey League angehen kann. Vom Umfang her wurde aus der Reihe (nicht aus dem vergangenen Release NHL 15) der Modus Be-A-GM-Connected gestrichen, der die Möglichkeit geboten hat, gemeinsam mit mehreren Spieler Karrieren als Manager anzugehen. Dies ist am zu geringen Interesse der Gamerschaft gescheitert. Ansonsten bietet nun NHL 16 wieder den gewohnten Umfang – on- und auch offline.

 

Doch auch innerhalb der einzelnen Modi gibt es – wenn auch wenige – Anpassungen. Beispielsweise gilt das für die Karriere als Spieler und Manager, in der nun auch die Moral des Teams eine gewichtige Rolle spielt und von diversen Faktoren (Zusammenstellung des Teams, Einsatzzeiten, Spielerpersönlichkeit, etc.) beeinflusst wird. Nur wenn hier neben dem Können auf dem Eis perfekte Coaching- und Managementarbeit geleistet wird, ist das Team auf Dauer erfolgreich. Die Karriere als Spieler darf man nun im Übrigens wahlweise in einer niederen Liga oder in der NHL. Bei der Entwicklung des eigenen Spielers und als Manager auch des Teams gilt es mit dem richtigen Trainingsplan gekonnt und ebenfalls dosiert vorzugehen. Denn Übereifer kann sich durchaus auch negativ auswirken. Das altbekannte Verteilen von Erfahrungs- und Fähigkeitspunkten fällt im Übrigen weg und wird durch den erwähnten Trainingsplan authentisch ersetzt, ohne selbst wirklich Hand anlegen zu müssen – es gibt kein aktives, manuelles Training.

 

Bildergalerie von NHL 16 (12 Bilder)

Auch ein Blick auf das Onlinegeschehen sollte an dieser Stelle nicht fehlen. Und ebenso hier handelt es sich um ein zweischneidiges Ding. Denn auch wenn man auf der einen Seite festhalten muss, dass EA mit dem Match 6 vs. 6 (menschliche !) Mitspieler wieder einmal für einen Mehrwert gesorgt hat, und das menschliche Duell (1 vs. 1) wieder integriert, ist das Ganze auf der anderen Seite mit einem kritischen Auge zu betrachten. Das liegt daran, dass der theoretische Gedankten durchaus überzeugt, die technische Umsetzung dann nicht zwingend. So kommt es beim Teamplay bei mit bis zu 12 Mitspielern zwangsläufig dazu, dass es sehr auf das Können der einzelnen Akteure ankommt. Das liegt allerdings noch in der Natur der Sache, das will ich den Machern nicht vorwerfen. Ein einheitliches Niveau wäre schlichtweg nicht machbar. Die Spielbarkeit online sollte dann aber doch ein Thema sein – unabhängig von der genauen Anzahl. Hier kränkelt das Release leider etwas, indem es oftmals zu kurzen Hacklern oder Hängern  kommt, die mit der Anzahl der menschlichen Spieler in ihrer Anzahl merkbar zulegen. Da wird man leider doch oft im Spielaufbau oder dem angesetzten Check gestört – schade! Es bleibt also sowohl in den Offlinemodi als auch in den Onlinematches trotz der integrierten Verbesserungen dabei: Ein geiles Game mit genügen Verbesserungspotential!

 

Technische Finessen

Technisch kann  man dem aktuellen Werk kaum etwas vorwerfen. Hier hat EA einfach an fast alles gedacht. Sei es das herumspritzende Eis unter der Kufen (was teilweise etwa unrealistisch wirkt), Bodychecks, zerberstende Schläger, tobende Zuschauer, einheizende Maskottchen oder der bisher nie authentischer wirkende Puck – das ist einfach geile Eishockeyaction pur. Nie sah ein Eishockeygame bisher besser aus, nie wurde eine derart gelungene Atmosphäre zum Zuseher transportiert. Ähnlich schaut es auf dem Eis auch selbst aus. Neben der angedeuteten Puckphysik wirken ebenso Kollisionen gelungener denn je. Nichtsdestotrotz gibt es auch an dieser Stelle ein paar Punkte, die negativ erwähnenswert bleiben. Aus optischer Sicht bleiben hier die Torhütermasken, die irgendwie nicht immer ins Geschehen passen und einfach unrealistisch wirken. Zudem liefert die technische Realisierung schon fast die typischen Mäkel der gelangweilten und deswegen nicht überzeugenden Kommentare, die zu allem Überdruss auch wieder einmal nicht lokalisiert sind. Ansonsten kann das Werk in allerlei technischer Sicht vollends überzeugen und hat somit auch im Rückblick auf die vergangene Ausgabe einiges gelernt. Das ist einfach tolle Action für den Fan.


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Fazit und Bewertung von NHL 16 sind mehr denn je zweischneidige Dinge. Denn auf der einen Seite muss man den Machern zugestehen, dass sie Action und Atmosphäre auf dem Eis noch nie besser eingefangen haben. Zudem wurden Verbesserungen im Bereich der Steuerung (Precision Skating) integriert, viele Details (Maskottchen und sonstige Fanrequisiten) eingestreut und der Umfang erweitert. Doch es ist noch immer nicht alles Gold, was glänzt. Zu einfache oder unrealistische Tore (Backhand), technische Mängel und Altlasten sowie fehlende Lizenzen der Nationalteams sind hier die relevantesten Stichworte. Nichtsdestotrotz hat man ordentlich am Spiel gedreht und viele angemäkelte Verbesserungen vorgenommen. Das Game ist sicher besser geworden, macht wie immer eine Menge Spaß, bietet aber weiterhin eine Menge Potential für zukünftige Verbesserungen.


Die letzten Artikel des Redakteurs:


positiv negativ
  • Deutliche Verbesserungen …
  • Tolle und gelungene Atmosphäre …
  • Viele Details
  • Großer und erweiterter Spielumfang
  • Vereinfachte, einsteigerfreundliche Steuerung
  • Grundlagentraining und Tutorials
  • Reale Kollisions- und Puckphysik
  • Authentische KI
  • Umfangreiche Konfigurationsoptionen
  • Viele Onlinevarianten
  • … allerdings immer noch zu viel Altlasten
  • … die an manchen Stellen noch immer altbacken wirkt
  • Fehlende Spieldetails abseits des Eises
  • Immer wieder ein Problem: Kommentare
  • Keine Lokalisierung
  • Manchmal zu leichter Torerfolg
  • Fehlende Lizenzierung auf Ebene der Nationalteams





Kommentare[X]

[X] schließen