Peter Jacksons Forgotten Silver

Peter Jacksons Forgotten Silver

Originaltitel: Forgotten Silver
Genre: Mockumentary / Comedy
Regie: Peter Jackson • Costa Botes
Hauptdarsteller: Thomas Robins • Richard Shirtcliffe
Laufzeit: Ca. 56 Minuten
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 12

Peter Jacksons Forgotten Silver   09.02.2013 von DeWerni

Peter Jackson kommt hier mit einem seiner Erstlingswerke und durchaus interessanten Informationen zu einem der Pioniere des Filmgenres daher. Dass es sich hierbei um eine der ersten Mockumentarys handelt, erfährt der Zuseher nur dann, wenn er sich wirklich mit dem Thema auseinandersetzt. Über einige der präsentierten Fakten lässt sich aber durchaus schmunzeln …

 

Wer war eigentlich Colin McKenzie (Thomas Robins) und sein Bruder Brooke (Richard Shirtcliffe)? Wenn Euch die Namen nichts sagen, dann seid Ihr genau richtig mit dem Werk Forgotten Silver von Kultregisseur Peter Jackson dran. Denn diese erzählt in einer Dokumentation das Lebenswerk des so gut wie unbekannten Pioniers im Bereich der Filmtechnik. Man erfährt, dass Colin bereits im frühen Kindesalter Anfang des 20. Jahrhunderts Ideen hatte, die andere bekannte Filmemacher erst viel viel später hatten.

 

So war er der erste Mensch, der eine Kamerafahrt realisierte, indem er sie auf einem Fahrrad befestigte. Zudem gelang es ihm, den ersten Flug des Luftfahrtpioniers Richard Pears auf einem Film festzuhalten. Dieser erfolgreiche Trend setzte sich fort: Er machte erste Versuche im Bereich des Farbfilms, den man mit einer bekannten Zelluloseverbindung realisierte, für die man Eier benötigt. So wurden für eine Filmminute 12 Eier benötigt, was das Ganze zu einer teuren Sache werden ließ und Colin zu einem Eierdieb, für was man ihn auch fast noch ins Gefängnis gesteckt hätte. Nachdem er später erst seine große Liebe May Belle (Sarah McLeod) an seinen Bruder verlor, um nur kurze Zeit darauf die Nachricht vom Tod seines Bruders im Krieg zu erhalten, rang er sich durch, eines der größten geheimen Filmwerke unserer Zeit zu drehen: Salome. Nach diversen Recherchen von Peter Jackson und seinem Team in einem unerforschten Gebiet neuseeländischen Urwalds nach den verbliebenen Requisiten des Kultwerks im Jahre 1994, gelang es, den Film aufgrund von gefundenem Material doch noch fertig zu stellen. Somit wurde eines der größten Werke der Filmgeschichte doch noch gerettet …

 

Bildergalerie von Peter Jacksons Forgotten Silver (4 Bilder)

Welche Pionierarbeit leistete Colin McKenzie in seinem erfüllten Leben noch? Welche Entdeckungen macht das Team um Peter Jackson bei seinen Recherchen? Und wie ist das Leben von Colin mit seiner May Belle verlaufen?

 

Wer es bisher noch nicht gemerkt hat, dem sollte spätestens jetzt klar werden, dass es sich um keine reale Dokumentation sondern um eine Mockumentary handelt, die sich mit dem fiktiven Charakter und Pionier Colin McKenzie auseinandersetzt. Existiert hat dieser also nie wirklich, unterhaltsam bleibt das Ganze dennoch. Technisch liegt das Werk aber nicht ganz auf der Höhe. Dies hat aber mehrere Gründe: Zum einen ist der Film auch schon wieder etwas in die Jahre gekommen, zum anderen werden sehr viele Bilder vom Beginn des 20. Jahrhunderts gezeigt, die natürlich einfach nicht in aktueller HD-Qualität vorliegen können. So muss die Authentizität irgendwie gewahrt und die Bilder dem Alter angepasst werden. Zudem war das Budget nicht allzu hoch, es handelte sich immerhin um eines der Erstlingswerke von Peter Jackson. Nichtdestotrotz wirken die Farben authentisch und die Bilder klar. Kantenschärfe und Detailreichtum kommen dagegen etwas zu kurz und könnten besser sein, genauso wie Schwarzwert und der etwas zu steile Kontrast. Der Ton kommt dann wieder typisch für eine Dokumentation daher. Er ist recht frontlastig und kommt ohne große Effekte aus. Die Dialoge sind meist gut zu verstehen und kommen sauber aus den Boxen. Es gibt keinerlei störende Nebengeräusche,  wie beispielsweise ein Rauschen, zu beklagen. Von der technischen Qualität her ist das Werk also in Summe wohl eher im unteren Mittelfeld anzusiedeln.


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

So richtig begeistern kann mich diese Mockumentary nicht. Obwohl ich Dokumentationen im Grunde sehr mag, enttäuscht mich doch die Herangehensweise etwas. Irgendwie werden die Fakten doch recht unliebsam und eintönig präsentiert.  Eines muss man dem Meister Peter Jackson allerdings lassen: Ihm gelingt es, den fiktiven Ponier Colin McKenzie durchaus authentisch darzustellen und bewahrt dabei auch den nötigen Ernst. Selbst absurdeste Fakten werden überzeugend präsentiert. So hat man dann auf jeden Fall die einen oder anderen Stellen, an denen man schmunzeln kann. Ich persönlich fand am besten, als Peter mit seiner Crew im bisher nicht erforschten Urwald auf Suche nach verborgenen Requisiten geht. Wer Peter Jackson und seine Art mag, der sollte sich dieses Werk durchaus anschauen, Unterhalten kann diese Mockumentary allemal.


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