Spider-Man: Far from Home

Spider-Man: Far from Home

Originaltitel: Spider-Man: Far From Home
Genre: Action
Regie: Jon Watts
Hauptdarsteller: Tom Holland • Samuel L. Jackson • Jake Gyllenhaal
Label: Sony Pictures Entertainment
FSK 12

Spider-Man: Far from Home   16.07.2019 von LorD Avenger

Nach den dramatischen Ereignissen von Avengers: Endgame will Peter erst einmal nichts mehr vom Superhelden-Dasein wissen - er will einfach nur normal sein und mit seinen Klassenkameraden auf große Europa-Tour fahren...

 

Inhalt

 

Der herbe Verlust im Kampf gegen Thanos hat nicht nur die gesamte Welt erschüttert, die immer noch über nichts Anderes reden kann, sondern ganz besonders auch Peter Parker, der sich Vorwürfe macht und schlichtweg ausgelaugt ist. Die Klassenfahrt nach Europa steht bevor und damit auch die Umsetzung seines mehrstufigen Plans MJ seine Liebe zu gestehen - mehr will er im Moment nicht, also ignoriert er Nick Furys (Samuel L. Jackson) Anrufe und beschließt sogar seinen Anzug Zuhause zu lassen.

 

Der Grund für Furys vehemente Anrufe hingegen ist das Auftauchen riesiger zerstörerischer Monster, die sich die Elemente zunutze machen und die Erde zerstören wollen. Mit ihnen zusammen erscheint Quentin Beck, offenbar ein Superheld aus einer Parallelwelt, der seine Niederlage gegen die Monster dort nun wiedergutmachen möchte und mit allen Kräften gegen sie antritt. Als er in den Medien auftaucht, tauft man ihn Mysterio.

 

Nichts von alledem ahnend und sich nur auf seine große Liebe konzentrierend streift Peter durch Venedig auf der Suche nach dem perfekten Geschenk - doch wie es so üblich ist, findet der Ärger ihn und genau dort taucht das nächste Monster auf...

 

Nach dem epischen Action-Feuerwerk, das sich aus Infinity War und Endgame zusammensetzte und das zahllose Superhelden-Fanherzen stehen bleiben ließ, fragte man sich zurecht, wie das Marvel Cinematic Universe (MCU) nun überhaupt weitergehen sollte. Den ersten Versuch hierzu macht der junge Spider-Man, der 2016 in The First Avenger: Civil War vorgestellt wurde und ein Jahr darauf mit Homecoming sein eigenes Debüt feierte. Durch den Verlust seiner Vaterfigur, bzw. seines Mentors traf der Krieg mit den Aliens Peter Parker besonders schwer und Far From Home baut von der ersten Minute darauf auf. Überall auf der Welt wird er damit konfrontiert, dass er seinen Freund nicht retten konnte und dass die Menschen nun rätseln, wer die Avengers anführen soll oder ob sie überhaupt noch existieren. Kein Wunder also, dass Peter mit dieser Last auf seinen Schultern zunächst alles ausblenden und sich auf das Schöne im Leben konzentrieren möchte.

 

Bildergalerie von Spider-Man: Far from Home (9 Bilder)

Der zweite Fokus im Film liegt zweifelsohne auf Quentin Beck aka Mysterio, gespielt von Jake "Prince of Persia" Gyllenhaal. Seine Doctor Strange-ähnlichen Superkräfte und sein eigenwilliges Kostüm mit der riesigen vernebelten Schneekugel als Helm lassen ihn bereits sehr hervorstechen und zugegebenermaßen auch überaus interessant wirken - speziell durch seine Geschichte mit der Parallelwelt, die bei Superhelden eigentlich immer funktioniert (siehe das Supergirl/Arrow/Flash/Legend of Tomorrow-Crossover). Dummerweise verliert speziell die erste Hälfte des Films stark an Wirkung, wenn man Mysterio bereits aus den Comics oder - wie ich - aus der Spider-Man-Serie der 90er kennt - alle anderen werden die Überraschung aber höchstwahrscheinlich nachhaltig aufnehmen. So oder so ist die Neuinterpretation des Charakters aber äußerst gelungen und Gyllenhaal verkörpert ihn großartig.

 

Trotz viel Romantik ist der Film ein wahres Action- und Effektspektakel, das von einer sündhaft teuren Szene in die nächste springt und eine europäische Touristenstadt nach der anderen in Schutt und Asche legt. Die Special Effects schlagen auch allesamt ein - egal ob Spidey durch die Gegend schwingt, Mysterio auf grünen Wolken durch die Lüfte flügt oder ein Lava-Monster Häuser zertrümmert - einzig einige Greenscreen-Momente, z.B. auf der Tower Bridge in London, sind allzu deutlich genau das: Greenscreen-Momente. Der Sound jedenfalls ist über die richtige Anlage großartig und sorgt für sich allein schon für gehörig Action und Stimmung. Auch die deutsche Synchronisation ist gewohnt erstklassig.


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Spider-Man: Far From Home überzeugt mich ein klein wenig mehr als sein Vorgänger, wenn er auch noch nicht ganz in der Liga der großen mitspielt - was aber auch irgendwo seinen Charme ausmacht. Als jüngster Avenger, der noch fest in seiner "normalen Menschenwelt" verwurzelt ist, spielen andere Faktoren eine viel stärkere Rolle - in diesem Fall speziell das pubertierende Hinterherjagen hinter dem Schwarm auf Klassenfahrt - ein Story-Element, das bisher in jedem Spider-Man-Film eine große Rolle einnahm. Für einige mag es etwas zu viel des Guten sein, meiner Meinung nach passt es aber hervorragend zu dem weiterhin sehr jung und unsicher erscheinenden Peter, der seinen Platz noch finden muss - gerade in der Superheldenwelt. Ein Widersacher wie in diesem Fall, der mit den tief verwurzelten Ängsten der Menschen spielt, ist da natürlich ein wahrer Volltreffer und wird auch spitzenmäßig verkörpert. Mein größtes Problem mit dem Film ist das typische amerikanische Sightseeing-Drehbuch: Als ob man den Film nicht anders zu füllen wüsste und als würde man den Amerikanern das "exotische" Europa schmackhaft machen wollen, springt die Handlung nahezu grundlos von Venedig über Österreich nach Prag, weiter nach Berlin und den Niederlanden und schließlich nach London - natürlich stets die Hauptsehenswürdigkeiten mitnehmend. Davon abgesehen ist es aber natürlich immer schön die Marvel-Crew außerhalb von den USA anzutreffen.


Die letzten Artikel des Redakteurs:




Kommentare[X]

[X] schließen