The Sly Trilogy

The Sly Trilogy

Publisher: Sony Computer Entertainment
Entwicklerstudio: Sucker Punch
Genre: Action
Sub-Genre: Jump´n Run
Art: Midprice-Titel
Erscheinungsdatum: 03.12. 2010
USK 6

The Sly Trilogy  18.01.2011 von CricketTomcat

Mittlerweile ist es ja Kult, alte Spiele zu neuem Glanz zu verhelfen und diese dann mit dem Zusatz HD zu veröffentlichen. Bestes Beispiel ist die neue Spielereihe „Classics HD“ auf der Playstation 3. Nun hat sich auch der Waschbär Sly mit seiner Trilogie in die Verkaufsregale geschlichen. Altbacken, aber trotzdem lohnenswert oder doch nur eine misslungene Aufpolierung? Dies werdet in diesem Review erfahren…

Falls ihr euch jetzt fragt „Wer ist Sly überhaupt?“ und noch nie etwas von den Spielen des Flinkfingers gehört habt, gibt es vorweg ein paar Infos zu seiner Person. Die erschienenen drei Teile von Sly Cooper erschienen in den Jahren 2003 bis 2005 auf der Playstation 2. Entwickler sind die Amerikaner Sucker Punch, die Playstation-Besitzer schon mit dem Titel „Infamous“ beglückt haben und daher bekannt sein sollten. Leider sind die Spiele um den Waschbären bei vielen durch Ratchet & Clank, Crash Bandicoot und Co. untergegangen. Doch dies ist kein Problem, denn mittlerweile gibt es alle drei Teile auf einer Blu-ray Disc in schicker HD-Grafik für die Next-Gen-Konsole von Sony.

Sly Cooper ist der Held des Spiels und stammt aus einer Familie bestehend aus lauter Meisterdieben. Doch dies heißt nicht, dass Sly und seine Familie böse sind, denn sie haben sich entschlossen, nur Kriminelle zu bestehlen. Eines Tages wurden die Eltern des kleinen Waschbären bei einem Raub getötet und Sly verbrachte den Rest seiner Kindheit in einem Waisenhaus. Dort lernte er auch seine jetzigen Freunde und Kollegen Bentley und Murray kennen, die ihm bei der Suche nach dem Buch des Meisterdiebes, welches bei dem Überfall gestohlen wurde, helfen und unterstützen. Bentley ist eine Schildkröte und der schlaue Kopf der Gruppe. Er hackt sich in Computer, schaltet Sicherheitssysteme aus und ist somit nicht zu entbehren. Das Nilpferd Murray dagegen ist eher der gemütliche Typ und verbringt die meiste Zeit als Fahrer der Gruppe hinter dem Lenkrad. Sollte es doch einmal zu Schwierigkeiten kommen, kann Sly jederzeit auf Murray und seine geballte Muskelkraft zählen. Dies ist die Geschichte von Sly Racoon, dem ersten Teil der Trilogie, doch mehr werde ich euch nicht erzählen. Dennoch könnt ihr gewiss sein, dass euch auch in Sly – Band of Thieves (Teil 2) und Sly – Honour Among Thieves (Teil 3) spannende Abenteuer erwarten und die Jagd nach Schätzen und Gegenständen weiter gehen wird.

Doch wie spielt sich die Sly Trilogie? Kurz gesagt: Man nehme Sam Fisher (Splinter Cell), tauscht die Pistole mit einem Stab aus und verwandelt ihn in einen Waschbären. Ihr werdet zwar genretypisch Sprungpassagen meistern und eure Gegner mit dem Stab vermöbeln, doch hält sich der Waschbär auch gerne ungesehen im Schatten auf. So schleicht ihr durch Lüftungsschächte, balanciert über zwischen Häuser gespannte Seile und wählt Wege über Fenstersimse. Das lautlose Vorgehen ist in Sly Racoon sehr wichtig, denn hier sucht ihr vergeblich nach einer Gesundheitsanzeige und Sly wird nach nur einem Treffer das Zeitliche segnen. Eure Aufträge erhaltet ihr von Bentley, welcher im ständigen Kontakt mit Sly steht und euch regelmäßig Tipps gibt, doch Kontrolle werdet ihr im ersten Teil nur über den Waschbären haben. In der Spielewelt finden wir Sammelgegenstände in Form von Münzen und Flaschen. Haben wir alle Flaschen in einem Level gesammelt, können wir nun einen Safe öffnen, der uns mit Extras beglückt. Das Gameplay ist ziemlich linear, doch an Spielspaß wird es trotzdem nicht mangeln. Im zweiten Teil der Trilogie „Band of Thieves“ erwartet uns dagegen eine frei zu erkundende Spielwelt und auch eine Gesundheitsanzeige wurde auf den Bildschirm gezaubert. So können wir uns nun in der Stadt frei bewegen und wieder auf die Suche nach Münzen und Flaschen machen oder die Geschichte weiterspielen. Per Druck auf den rechten Analogstick seht ihr gleich, wo euer nächstes Missionsziel ist und könnt euch auf den Weg machen. Ein Unterschlupf darf natürlich nicht fehlen und kann auch immer, wenn ihr gerade keine laufende Mission habt, besucht werden. Vor dem Computer erwartet euch wieder Bentley, bei dem ihr euch Gegenstände wie Bomben oder Ablenkungsgegenstände kaufen könnt. Habt ihr in eurem Inventar einen gestohlenen Gegenstand, für den es keine Verwendung mehr gibt, gibt euch die Schildkröte hierfür auch gerne eine Münzspende. Nun können wir auch Abschnitte mit Bentley der Schildkröte oder Murray dem Nilpferd spielen. Mit dem starken Murray kloppt ihr euch ganz einfach den Weg frei, wogegen ihr mit dem eher schwachen Bentley vorsichtiger vorgehen solltet. Hierzu betäubt ihr die Gegner aus der Ferne und jagt diese mit einer Sprengladung in die Luft. Angekommen im dritten Teil „Honour Among Thieves“ lassen sich neben den bisher bekannten Charakteren auch noch zusätzliche Personen steuern. Jeder Charakter besitzt seine eigenen Fähigkeiten, welche ihr je nach Situation wunderbar einsetzen könnt. In diesem Teil sucht ihr die Flaschen vergeblich, denn diese wurden weggelassen und dafür ein Code in der Nähe des zu öffnenden Safes versteckt. Insgesamt wurden die drei Teile um den Meisterdieb nur in der Grafik verändert, alles andere bleibt beim Alten und es gibt nur eine einzige Neuerung: die Minispiele. Diese schalten wir im Laufe des Spielverlaufs frei und stellen auch den eigentlich einzigen Minuspunkt dar. Zwar lassen sich die Minispiele mit der Bewegungssteuerung Move steuern, doch dadurch werden diese auch nicht spannender. Ihr schießt zum Beispiel auf Pappaufsteller oder steuert einen Hubschrauber durch einen Hindernisparcours.

Wie schon erwähnt, wurde die Optik aufgemotzt und scheint nun in glanzvollem HD über euren TV. Die Grafik sieht wirklich super aus und die Cel-Shading-Optik passt perfekt zu diesem Titel. Die Animationen passen immer wie die Faust aufs Auge und der Charme des Spiels ist fast unschlagbar. So sehen wir Sternchen und Vögel um betäubte Gegner zwitschern, lesen ein großes „POW“ wenn wir unsere Gegner vermöbeln und lachen uns bei den witzigen Gesprächen und Zwischensequenzen den Ast ab. Bestes Beispiel ist Bentley, welcher im dritten Teil im Rollstuhl sitzt und mit ihm durch die Gegend flitzt. In welchem Spiel kann man schon mit einer Schildkröte, die im Rollstuhl sitzt, die Spielwelt unsicher machen?! Die Sound-Effekte sind sehr gut, genauso wie die musikalische Untermalung, die dem Spieler geboten wird. Einzig die deutsche Synchronisation könnte etwas besser sein, doch hier gibt es wesentlich schlechter synchronisierte Spiele.


Das Fazit von: CricketTomcat

CricketTomcat

Genau so sollten Neuauflagen aussehen! Der Waschbär Sly macht seinen Job als Meisterdieb genauso gut wie früher, einzig allein der Grafik wurde eine höhere Auflösung spendiert. Es macht einfach nur Spaß, den Dialogen zu lauschen, die lustigen Zwischensequenzen anzusehen und sich dem Charme von Sly und Co. auszusetzen. Man springt von Plattform zu Plattform, weicht Gefahren aus und vermöbelt seine Gegner oder schleicht sich über die Häuserdächer und Fenstersimse. Kurz gesagt ist Sly eine Mischung aus typischem Jump and Run und Splinter Cell für die jüngere Generation. Die Grafik ist wirklich super und der Cel-Shading-Look passt perfekt ins Setting. Nur die Minispiele, welche die einzige Neuerung darstellen, sind sehr langweilig und müssen erst freigespielt werden. Wer Sly früher schon mochte, sollte sich diese Neuauflage nicht entgehen lassen und auch jedem anderen lege ich diesen Titel ans Herz! Alle drei Teile des Meisterdiebes für 40 Euro sind wirklich ein guter Preis und es wird genug Unterhaltung geboten. Also: Zugreifen!


positiv negativ
  • Hochauflösende Grafik
  • Passender Cel-Shading-Look
  • Super Animationen
  • Alle Teile zum guten Preis
  • Unschlagbarer Charme
  • Action- und Schleichpassagen
  • Gute Sound-Effekte und Musikuntermalung
  • Deutsche Sprachausgabe könnte besser sein
  • Langweilige Minispiele





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