Urban Explorer

Urban Explorer

Originaltitel: Urban Explorer
Genre: Horror / Thriller
Regie: Andy Fetscher
Hauptdarsteller: Nathalie Kelley • Klaus Stieglmeier
Laufzeit: Ca. 94 Minuten
Label: Universum Film
FSK 18

Urban Explorer   10.03.2012 von DeWerni

Eine Gruppe ausländischer Jugendlicher ist dem Charme verfallen, sich das Tunnelsystem unterhalb Berlins anschauen zu wollen. Doch durch blöden Zufall stürzt einer der Beteiligten in ein tiefes Loch. Plötzlich taucht ein alter helfender Mann aus dem Nichts aus. Doch was sich noch gut und nach Hilfe anhört, das verkommt für die Verbliebenen schnell zum allzu wahren Albtraum …  

 

Willkommen auf der dunklen Seite von Berlin! Neben den diversen bekannten Sehenswürdigkeiten – Reichstag, Alexanderplatz und Brandenburger Tor – hat Berlin auch noch etwas Reizvolles zu bieten: die alten Tunnel unter der Stadt. Kris (Max Riemelt) hat vier ausländische junge Erwachsene um sich versammelt, die einen Ausflug in diese Tunnelwelt unter seiner Führung unternehmen möchten. Darunter das amerikanische Pärchen Lucia (Nathalie Kelley) und Dennis (Nick Eversman) sowie die beiden Mädels Marie (Catherine de Lèan) und Juna (Brenda Koo), die ihre Neugier unbedingt befriedigen wollen. Kris führt die Truppe zunächst in einen Klub, durch dessen Kellergeschoss sie in das Tunnelsystem gelangen. Zunächst sind alle auch noch von den Überbleibseln aus der Nazizeit fasziniert. Doch bald wartet der erste Schrecken auf die Fünf. Als sie sich in einem der Räume gerade genauer umschauen, stehen auf einmal zwei dunkle Gestalten hinter ihnen. Sie versuchen, die jungen Erwachsenen auch mit ihrem Hund einzuschüchtern und zu vertreiben, was ihnen auch gelingt. Die Gruppe entkommt schließlich ins Dunkel des Tunnelsystems mit einem Schrecken.

 

Nachdem sie weitere Stätten durchforstet haben und schon auf dem Rückweg sind, passiert dann plötzlich ein Unglück. Der Führer Kris erschreckt, rutscht auf einem Balken aus und stürzt in die Tiefe. Nachdem sie sich Lucia - die Krankenschwester ist - und Dennis mit einem Seil zu ihm herabgelassen haben, machen sich die beiden Mädels auf, um Hilfe zu holen. Doch bald erscheint ein Licht am oberen Rand des Abgrunds und eine dunkle Gestalt lässt sich herab. Doch diese scheint gutmütig zu sein, bietet seine Hilfe an und stellt sich als Armin (Klaus Stieglmeier) vor. Er holt eine Trage und führt die Drei in seine unterirdische Unterkunft. Mittlerweile kommt die ganze Situation der Gruppe doch etwas mysteriös vor, sie bekommen es mit der Angst zu tun. Doch diese legt sich schnell, als Kris sich in Ruhe hinlegen darf und die anderen Beiden etwas zu Essen bekommen. Auf einmal schlägt die Situation um: Armin stellt Lucia und Dennis still. Nachdem sich Dennis unbescholten etwas umschauen kann, macht er eine grausame Entdeckung. Er findet eine Menge Handys, sieht erschreckenderweise einige Leichen und hört seine Freundin plötzlich am anderen Ende der Unterkunft um ihr Leben schreien …

Was führt Armin im Schilde? Wird es Kris, Lucia und Dennis gelingen, aus den Klauen des psychisch Kranken wieder zu entkommen? Was ist eigentlich mit den anderen beiden Mädels passiert, die nur Hilfe holen wollten?

 

Auf technischer Ebene bleibt eigentlich kaum etwas zu meckern. Das Bild ist kristallklar und kann mit seiner Schärfe durchaus überzeugen. Die Farben sind aufgrund des ziemlich düsteren Settings natürlich etwas blass ausgefallen. Der Kontrast geht in Ordnung und der Schwarzwert ist satt. Ähnlich sieht es auch beim Sound aus. Hier wird man zwar nicht mit Effekten überdröhnt, doch wenn sie notwendig sind und eingesetzt sind, dann werden sie sauber und effektiv über die Kanäle verteilt. Zudem sind auch noch die Dialoge jederzeit gut verständlich, die Mischung passt. Im Übrigen sind die Dialoge in ihrer Originalsprache verblieben, was dem Ganzen seinen eigenen Charme verleiht. Schließlich sprechen auch nur die einheimischen Berliner deutsch, die Touristen dann aber Englisch oder Französisch, wobei diese mit Untertiteln übersetzt sind. Insgesamt eine technisch überraschend saubere Inszenierung, die man Made-in-Germany nicht unbedingt erwarten konnte.

 


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Was als Ausflug beginnt, endet für einige der Teilnehmer plötzlich in einem Albtraum, den man so schnell nicht vergessen wird, wenn man denn noch am Leben ist. Wenn man nicht weiß, auf was man sich bei diesem Film einlässt, dann wird man durch die plötzliche Wendung nach längerer Laufzeit doch überrascht sein. Genauso erging es mir. Ich hatte mich schon auf einen harmlosen Thriller eingestellt, bevor der Horror dann doch zuschlug. Insgesamt ist das Werk nicht überragend, die Story weiß dann aber doch zu unterhalten und bis zum unerwarteten Ende an den Bildschirm zu fesseln. Die Szenerie im Untergrund von Berlin ist für das Horrorgenre natürlich wie geschaffen. Wer also auf den blutigen Horrorfilm steht, der wird von Urban Explorer mit Sicherheit nicht enttäuscht werden. Besonderen Charme gewinnt der Film im Übrigen durch die Belassung der Dialoge in ihrem Original. So kommt der Unterschied der deutschen und ausländischen Rollen richtig zur Geltung. Eine durchaus gelungene Umsetzung, die aber noch Potential nach oben aufweist!


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