Venom

Venom

Originaltitel: Venom
Genre: Sci-Fi
Regie: Ruben Fleischer
Hauptdarsteller: Tom Hardy • Michelle Williams • Riz Ahmed
Laufzeit: Streaming (113 Min)
Label: Sony Pictures Entertainment
FSK 12

Venom   30.10.2018 von LorD Avenger

Um das menschliche Leben im Weltraum zu ermöglichen, erforscht ein Team von Wissenschaftlern außerirdische Symbionten. Einer von diesen kann allerdings ausbrechen und verbindet sich mit dem Enthüllungsrepoter Eddie Brock, der auf die Trümmer seiner Karriere zurückblickt...

 

Bereits in der Entstehungsphase von The Amazing Spider-Man (2012) gab es die Planung Superschurken Venom seinen eigenen Filmableger zu widmen. 2016 entschied man sich im Rahmen der Drehbucharbeiten allerdings dafür, dass Venom nicht im selben Marvel-Universum spielen solle wie beispielsweise die Avengers oder der letzte Spider-Man: Homecoming. Stattdessen betitelt man das Paralleluniversum "Sony's Universe of Marvel Characters" - ein Schritt, der sich durchaus lohnen kann, da Sony die Filmrechte an rund 900 Marvel-Charakteren innehat. In absehbarer Zukunft werden so beispielsweise zwei weitere Schurken aus der Spider-Man-Serie mit ihrem eigenen Film auf die Leinwand gebracht: Morbius, der lebende Vampir (gespielt von Jared Leto) sowie Kraven, der Jäger.

 

Inhalt

 

Eddie Brock ist ein bekannter Enthüllungsreporter, der von nahezu jedem Menschen gefürchtet wird, der Leichen im Keller versteckt. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere leistet er sich allerdings einen Fehltritt als er entgegen des Auftrags seines Senders seinem Ehrgeiz das Feld überlässt und den erfolgreichen Wissenschaftler Cartlon Drake vor laufender Kamera mit Gerüchten über dessen Menschenversuche konfrontiert. Ein Fehler, der ihn teuer zu stehen kommt, da er kurz darauf schon ohne Job und ohne Verlobte dasteht.

 

Ein halbes Jahr nach dem verheerenden Interview nimmt allerdings eine Forscherin aus Drakes Team Kontakt mit Eddie auf, die möchte, dass er die erneut gestarteten Menschenversuche mit tödlichem Ausgang aufdeckt. Obgleich anfänglicher Zweifel, stimmt der arbeitslose Reporter zu und bricht in das Hochsicherheits-Forschungszentrum ein, wo der Reihe nach erfolglos ein geeigneter Wirt für die aus dem Weltraum mitgebrachten Symbionten gesucht wird.

 

Bildergalerie von Venom (9 Bilder)

Details

 

Venom tischt neben Hauptdarsteller Tom Hardy (Mad Max Fury Road) keine sonderlich großen Hollywood-Namen auf, überzeugt aber dennoch mit sehr talentierten Schauspielern wie Michelle Williams (Greatest Showman) oder Riz Ahmed (Star Wars: Rogue One, The OA), für die der Film ein ordentliches Karrieresprungbrett darstellen sollte. Die deutschen Synchronsprecher haben nicht weniger Eindruck hinterlassen.

 

Tom Hardy in den deutlich größeren und muskelbepackten Venom zu verwandeln erfordert einiges an Spezialeffekten und obgleich mich keine davon wirklich vom Hocker rissen, enttäuschten sie aber auch nicht - die Verwandlung wirkte jedes Mal gut durchdacht und funktionierte optisch sehr gut, ebenso Venoms diverse Angriffe mithilfe seiner frei transformierbaren Symbiontenmasse.

 

Ähnliches gilt für den Soundtrack, der zwar stimmungsvoll ist und funktioniert, allerdings auch in keinsterweise hervorsticht oder mehr als das Nötigste tut.


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Venom ist der erste Ableger in Sonys neuem eigenem Marvel-Film-Universum und auch wenn es kein überragender Film ist, so lässt er doch einiges hoffen. Allein den Grundstein für dieses wahrscheinlich ebenfalls Dutzende Jahre anhaltende Mammutprojekt mit einem von Marvels schlimmsten Schurken einzuleiten ist gewagt, wird aber von mir mit wohlwollendem Applaus und einer 8 anstelle einer 7/10 belohnt. Nach dem grauenhaften nassen Handtuch-Teenager-Venom aus Spider-Man 3 war es kein Kunststück mehr diesen als Charakter zu toppen, Tom Hardy ist mit seiner kantigen, unsauberen Art aber ein Volltreffer und der bulligere Venom macht seinem schaurigen Comic-Vorbild deutlich mehr Ehre als der schwarze Pyjama mit Zähnen aus oben genanntem Film. Mir gefällt die Story, die ganz ohne Spider-Man und ohne New York auskommt, auch wenn sie aus meinem Lieblings-Marvel-Schurken eher einen Super-, bzw. Antihelden macht, der letztlich doch mehr Gutes als Böses tut. Auch hätte er, gerade hinsichtlich des Erfolgs von Deadpool, ruhig gehörig brutaler ausfallen dürfen - die zwei abgebissenen Köpfe im Film sind überraschend unblutig und passieren innerhalb sehr hektischer und dunkler Schnitte, sodass man sich als Zuschauer ohne den entsprechenden darauf bezogenen Dialog danach gar nicht sicher sein kann, ob auf dem Hals des Opfers nun wirklich etwas fehlte. Obwohl man mit dem ganzen Schurken-als-Titelheld-Ding schon sehr mutig war, gibt es doch viele Punkte, in denen die Produzenten sich bei Weitem nicht genug getraut haben. Es gibt viel Verbesserungspotential für die nächsten Schurken-Filme und die unvermeidliche Fortsetzung von Venom, aber es ist schon mal ein grundsolider Anfang mit überraschend viel Witz und einem sehr verträglichen Unterhaltungswert im Allgemeinen.


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