bullyparade: Der Film

bullyparade: Der Film

Originaltitel: bullyparade: Der Film
Genre: Komödie
Regie: Michael Bully Herbig
Hauptdarsteller: Michael Bully Herbig • Rick Kavanian • Christian Tramitz
Laufzeit: DVD (96 Min) • BD (100 Min)
Label: Warner Home Video
FSK 6

bullyparade: Der Film   22.05.2018 von LorD Avenger

Zwei Zwickauer verhindern mit einer Trabbi-Zeitmaschine den Mauerfall, Winnetou & Old Shatterhand entzweien sich, Sissi und Franz übernachten in einem vermeintlichen Geisterschloss und die Traumschiff-Crew landet auf dem Planet der Frauen...

 

Wie der Titel des Films bereits vermuten lässt und das Cover zusätzlich bestätigt, werden hier nahezu alle Figuren einer der besten Comedysendungen in der deutschen Fernsehgeschichte zusammengewürfelt und parodieren in fünf nicht zusammenhängenden Episoden Filme wie Zurück in die Zukunft, Winnetou, Star Trek oder Wolf of Wall Street. Zusammen übernehmen die drei altbekannten Quatschköpfe Bully, Christian Tramitz sowie Rick Kavanian 26 Rollen. bullyparade: Der Film ist bereits der vierte auf der Fernsehsendung basierende Kinofilm und laut Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller Bully sein letztes Komödienprojekt.

 

Die Serie wäre so wohl abgesetzt worden...

 

Die Dreharbeiten waren bereits nach 8 Wochen abgeschlossen und verwundern dürfte das niemanden, der den Film gesehen hat. Die fünf Episoden wirken lediglich wie etwas in die Länge gezogene Sketche und keiner davon erweckt den Eindruck, übermäßig aufwändig gewesen zu sein. Selbst die Effekte in der Traumschiff-Episode, dem zweifelsfrei aufwändigsten Teil des Films, hinken denen aus dem bereits 14 Jahre alten (T)Raumschiff Surprise deutlich hinterher - alles hat dann doch eher Fernseh- als Kino-Niveau. Auch das Drehbuch wird ähnlich schnell abgeschlossen worden sein wie die eigentlichen Dreharbeiten - wenn nicht sogar deutlich schneller. Durch die Parodien auf bestehende Filme hat man sich gewissermaßen die Grundgeschichten ausgeliehen und nur noch ein paar halbherzige Albernheiten drum herumgeschrieben. Wirkliche Knaller oder Kult-Gags waren leider in allen 100 Minuten nicht dabei, so wie sie aus der TV-Sendung bereits seit Jahrzehnten in den Köpfen der Fans verankert sind.

 

Highlights

 

Highlights des Films, oder vielmehr der fünf Kurzfilme, sind zumindest für die treuen Fans, die durch ihr Bitten und Hoffen auch mitverantwortlich für die Entstehung sind, zum einen natürlich das Wiedertreffen längst totgeglaubter Figuren. Winnetou, Old Shatterhand oder die schwule Crew vom (T)Raumschiff haben sich durch ihre dedizierten Filme ins Gedächtnis gebrannt, aber andere Rollen des Trios waren beinahe in Vergessenheit geraten - entsprechend schön war es, z.B. Pavel Pipovič, Bronko Kulička, Dimitri Stoupakis, Lutz und Löffler wiederzusehen. Zweites Highlight waren die Gastauftritte von Stars wie Lena Meyer-Landrut, Til Schweiger, Peter Maffay, Matthias Schweighöfer oder Elyas M'Barek, auch wenn diese kaum länger als ein paar Sekunden anhielten.

 

Bildergalerie von bullyparade: Der Film (7 Bilder)

Details der Blu-ray

 

Bild- und Tonqualität haben keine Wünsche übriggelassen, aufgrund weniger Spezialeffekte und keiner eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen, gab es aber ohnehin nicht viel Bildgewaltiges zu sehen. Die Blu-ray hält immerhin für die treuen Fans, die sich den Film gewünscht haben, ein 45-minütiges Making-Of parat sowie zusätzliche Special-Features und in altehrwürdiger Klamaukmanier gibt es natürlich auch zum Abspann die witzigen Outtakes dazu - die dummerweise witziger waren als der ganze Film.


Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

bullyparade: Der Film ist ein nettes Wiedersehen mit den bekannteren Charakteren des kultigen Trios, die es auch schon zuvor auf die Leinwand geschafft haben, viel mehr aber noch mit den albernen Persönlichkeiten, die deutsche Comedy-Fans schmerzlich vermisst haben, seit die bullyparade eingestellt wurde. Gleichzeitig ist der gefühlt sehr halbherzig produzierte Film aber auch Erinnerung daran, dass er nicht einmal annähernd an das Niveau der TV-Sendung heranreichen kann, leider auch nicht an Der Schuh des Manitu oder (T)Raumschiff Surprise. Mit einem offenkundig deutlich geringeren Budget schrieb man hier lediglich fünf in die Länge gezogene Sketche, die von Effekten und Schauplätzen her nicht unbedingt auf Leinwandniveau rangieren, weitaus schlimmer aber: Die nicht wirklich zünden können. Fans, die das Trio vermissen, empfehle ich also doch eher eine DVD-Box der TV-Staffeln, denn hier gibt es leider nicht viel mehr zu lachen als in Bullys Haribo-Werbung.


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