Supergirl - Die komplette 4. Staffel

Supergirl - Die komplette 4. Staffel

Originaltitel: Supergirl
Genre: Action • Sci-Fi
Regie: Jesse Warn • u.a.
Hauptdarsteller: Melissa Benoist • Mehcad Brooks • Chyler Leigh
Laufzeit: DVD (902 Min) • BD (1008 Min)
Label: Warner Home Video
FSK 12

Supergirl - Die komplette 4. Staffel   07.12.2019 von LorD Avenger

Supergirl muss sich in der vierten Staffel ihrer Serie mit Gegnern wie dem rassistischen Agent Liberty auseinandersetzen sowie mit Supermans Erzfeind Lex Luthor...

 

Inhalt

 

Die Kämpfe der Superhelden mit ihren außerirdischen Feinden haben über die Jahre hinweg zahlreiche Kollateralschäden mit sich gebracht - Menschen gerieten ins Kreuzfeuer, Heimaten wurden zerstört. Zu diesen Opfern gehört auch Universitätsprofessor Benjamin Lockwood samt seiner Familie. Der Aliens gegenüber ursprünglich sehr positiv eingestellte Lockwood verbittert zunehmend und driftet in Rassismus und Hass ab. Er nutzt seine natürliche Gabe für öffentliche Rede und versammelt Gleichgesinnte als Sons of Liberty um sich, während er selbst als Agent Liberty an ihrer Spitze steht und die Hassverbrechen in Auftrag gibt. Friedliebende Außerirdische werden mithilfe von Spürhunden ausfindig gemacht und angegriffen, gefoltert und sogar getötet. Das wiederum bringt den Briten Manchester Black auf den Plan, der getarnt als Antiheld Rache für seine getötete Frau ausüben möchte. Damit nicht genug, ist in dem ehemaligen sowjetischen Satelitenstaat Kasnia ein Klon von Supergirl mit den identischen Fähigkeiten aber keinen Erinnerungen aufgetaucht, der nun vom dortigen Militär ausgebildet wird. Auch Superschurke Lex Luthor findet den Weg zurück in das Leben seiner Schwester.

 

Ich sag's geradeheraus und ohne Umschweife: Nach der großartigen 3. Staffel ist diese vierte eine ziemliche Enttäuschung. Die zuvor noch gelungen und interessant im Gesamtpaket der Superheldenserie verpackte politische Botschaft driftet nun in den Fokus und wirkt fürchterlich erzwungen, mit diversen halbgaren Storylines, die nicht nur unausgereift, sondern größtenteils auch uninteressant sind. Es wird weiter auf dem bereits zur Genüge thematisierten Fremdenhass gegenüber Aliens herumgeritten ohne wirklich neue Perspektiven zu schaffen und stattdessen einfach nur eine neue radikale Gruppe einzusetzen. Neben der Homosexualität von Karas Schwester wird nun auch ein neuer regelmäßig auftretender Charakter eingebaut, der sich offen als Transgender vorstellt - was aber eine vollkommen überflüssige und für sämtliche Handlungsstränge mehr als irrelevante Information ist. Die Serienmacher wollen ihre Toleranzschiene einfach bis zum Erbrechen ausmelken und stellen den "ersten Transgender-Superhelden im Fernsehen" vor, auch wenn dem nichts weiter zugrunde liegt als zwei spärliche dies erwähnende oder andeutende Sätze in der gesamten Staffel. Überhaupt ist der gesamte Charakter von Dream Girl furchtbar - angefangen bei ihrem augenscheinlich von einem Praktikanten zusammengeschusterten Kostüm, über ihre wirklich albernen Superkräfte, die wie erzwungen (da haben wir's schon wieder) zu den Zukunftsträumen dazugedichtet wurden, um sie auch im Kampf nützlich zu machen. Ich hoffe sehr, dass sich Supergirl in dieser Hinsicht nicht zu sehr an Arrow orientiert, die mit jeder Staffel neue nutzlose und langweilige Helden ins Team aufgenommen haben.

 

Neben dem eindimensionalen Agent Liberty, der nichts weiter als ein verbitterter Redner ist, der ein Haufen Rednecks zu Hassverbrechen anstachelt (obwohl er aus den Superman Comics eigentlich als Held mit eigener Serie herauskam), konnte mich der im selben Atemzug auftauchende Manchester Black deutlich mehr überzeugen. Als großer Fan vom Punisher bin ich Antihelden ohnehin sehr zugeneigt und der skrupellose Brite mit seinen schlagkräftigen Nahkampffähigkeiten, der gerne auch Verbrecher foltert, um an sein Ziel zu kommen, war mir von Beginn an sympathisch - auch aufgrund seines coolen Looks mit dem allgegenwärtigen Union Jack. Leider wird er viel zu schnell und viel zu endgültig verbraten, um Platz zu machen für die nächste Geschichte dieser Staffel. Zwar fließt alles irgendwie ineinander über, aber nichts desto trotz haben wir hier eine Handvoll lahmer Geschichten, weil den Autoren offenkundig nichts eingefallen ist, dass über eine ganze Staffel hinweg interessant bleiben konnte.

 

Als Highlight und dem einzig wirklich guten Aspekt in dieser Staffel taucht dann im letzten Drittel Superman-Erzfeind Lex Luthor auf und offenbart zunehmend seine hinterlistigen Pläne, die tatsächlich weitestgehend clever geschrieben und aufgezogen wurden, sodass die Serie einen signifikanten Aufschwung erfährt. Jon Cryer (Alan Harper aus Two and a Half Men) geht in seiner glatzköpfigen Rolle wunderbar auf und unterstreicht seine Qualitäten als vielseitiger Schauspieler, die den albernen Geizhals aus der Sitcom schnell vergessen lässt, die ihn groß gemacht hat. Auch wenn ich nicht sehr glücklich mit dem Ausgang dieser Teilgeschichte bin, hat die Staffel hier wohl ihre stärksten Momente - dummerweise aber auch die schwächsten mit einer geradezu peinlichen, disney-artigen Kitschszene, die in jeder Hinsicht wieder nur für einfallslose Autoren spricht.

 

Selbst das alljährliche Crossover-Event mit Arrow und Flash (dieses Mal leider ohne die Legends) fällt dieses Mal ziemlich mau aus. Eine nicht näher vorgestellte oder erklärte allmächtige Figur aus dem All (Stichwort schlechte Autoren) taucht auf und gibt einem wahnsinnigen Wissenschaftler in Gotham City ein magisches Buch, mit dem er die Realität umschreiben kann. Dadurch erwacht Oliver Queen eines Tages mit den Kräften von Flash und umgekehrt, allerdings auch in dem Leben des jeweils anderen - und ihre gesamten sozialen Umfelder merken den Unterschied nicht einmal. Diese ganze Buch-Geschichte wirkt einfach vollkommen fehl am Platz und ist im Rahmen der drei involvierten Serien viel zu viel Magie anstelle von Science-Fiction. Recht nett ist, dass man Superman deutlich intensiver eingebunden hat, aber das lässt mich auch nie wieder den peinlichen Anblick von Stephen Amell im Flash-Kostüm vergessen.

 

Der Wissenschaftler ist übrigens aus Gotham City, weil man die Gelegenheit nutzt, um im selben Atemzug Batgirl vorzustellen - die nächste Serie, die im DC-TV-Universum spielt. Batman ist bereits seit Jahren spurlos verschwunden und seine Cousine übernimmt bereitwillig den Job die verkommene Stadt zu retten. Ich bin hier noch skeptisch, aber immerhin ihre grimmige Maske mag ich schon mal.

 

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Details der Blu-rays

 

Auch qualitativ bewegen wir uns in keinem Rahmen, dem ich wohlwollend entgegentreten kann. Zwar ist die Bildqualität der Blu-Rays großartig mit kräftigen Farben und einem so klaren Bild, dass man jede Hautpore erkennen kann, dummerweise hat man bei der Produktion offenbar Einbußen im Special Effects-Budget verbuchen müssen - oder auch hier waren wieder Praktikanten am Werk. Natürlich haben die Superhelden-TV-Serien nicht dieselben Ressourcen wie ihre Leinwandkollegen und entsprechend darf man von den Computereffekten nie zu viel erwarten, aber gefühlt war die vierte auch in dieser Hinsicht die schwächste Staffel. So viele stark auf computergenerierte Spezialeffekte setzende Szenen sehen so furchtbar aus, dass man meinen könnte, man schaue sich ein Making Of mit Zwischenschritten der Post Production an.

 

Neben den 24 enthaltenen Episoden ist auch wieder Bonusmaterial über die Discs verteilt. Einige Featurettes sind enthalten, die u.a. Schurken des DC-Universums behandeln und man hat auch erneut die Highlights der Comic Con zusammengefasst, auf der die Hauptdarsteller interviewt wurden. Auch Behind the Scenes-Material und die üblichen Outtakes sind dabei.



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Das Fazit von: LorD Avenger

 LorD Avenger

Nach einer sehr starken, tiefgründigen und abwechslungsreichen dritten Staffel ist die vierte leider eine herbe Enttäuschung voller halbgarer Teilgeschichten, die geradezu schmerzhaft gesellschaftliche Toleranz gegenüber allem und jedem in den Fokus zwängt. Tolle Schurken wie Manchester Black und sogar ein absolut großartiger Lex Luthor gehen in den langweiligen Storys unter, mit denen sie in die Handlung eingebracht werden und begleitet wird alles von auffallend miesen Spezialeffekten. Selbst das alljährliche Crossover-Event mit Flash und Arrow ist dieses Mal ziemlich mau ausgefallen... hier darf das DC Universum gerne wieder die Kurve bekommen.


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