Cabela's Adventure Camp

Cabela's Adventure Camp

Publisher: Activision
Entwicklerstudio: Activision
Genre: Partyspiel • Kinderspiel
Sub-Genre: Outdoor-Action
Art: Fullprice
USK 6

Cabela's Adventure Camp   01.01.2012 von DeWerni

Mit Cabela’s Adventure Camp erscheint erneut eine Minispielsammlung auf den aktuellen Konsolen, die sich hauptsächlich an Spieler wendet, die Spaß an den neuen Bewegungsteuerungen haben. Dieses Mal bekommt Ihr eine Menge Outdooraktivitäten geboten, die prinzipiell Lust auf mehr machen. Ob das auch auf den zweiten Blick so ist…?!

 

Nachdem wir Euch vor Kurzem bereits ein Survivaltraining unter dem Namen Cabela präsentieren konnten, das Ihr hier noch einmal nachlesen könnt, erscheint nun das nächste Spiel unter diesem Namen. Dieses Mal bekommt Ihr eine Menge Outdooraktivitäten geboten. Stellt Euch also vor, Ihr seid wieder (oder immer noch) Kind und dürft Eure Sommerferien in einem spektakulären Abenteuercamp in den Bergen verbringen. Dort wollt Ihr natürlich Tag für Tag unterhalten werden. Und was wäre da näherliegender, als ein Wettbewerb, den der Campleiter ausruft. Dabei geht es täglich um ein kleines Punkterennen, doch der Gesamtsieger wird erst am Ende der Woche gekürt. Am ersten Tag startet das Camp mit dem Spiel Bär, Jäger und Ninja. Das Ganze könnte Euch unter dem Namen Stein, Schere und Papier deutlich bekannter vorkommen. Hier heißt es, während eines Countdowns mit einem Kontrahenten Rücken an Rücken zu stehen, bevor Ihr am Ende des Countdowns eine Figur nachmacht, die für einen Jäger, Bär oder eben den Ninja steht. Dabei gilt: Jäger schlägt Bär, Bär schlägt Ninja und Ninja schlägt Jäger. Der Beste aus drei Runden gewinnt.

Naja, kein besonderer Einstieg in die Woche, aber noch ganz nett. Die kommenden fünf Tage könnt Ihr entweder selber durch eine Auswahl aus den folgenden Outdooraktivitäten erstellen oder erstellen lassen: Radfahren, Kajakfahren, Wellenreiten, Angeln, Tontaubenschießen, Jagdparcours und Bogenschießen. Wobei es bei allen Disziplinen ein paar mehr oder weniger unterschiedliche Ortschaften der Durchführung gibt. Das hört sich alles gar nicht schlecht an, allerdings kann man einige der Disziplinen praktisch zusammenfassen, da sie sich bis auf Kleinigkeiten in der Steuerung sehr ähneln. Das gilt zunächst für Radfahren, Kajakfahren und Wellenreiten. Dabei hat man entweder den Lenker, das Paddel oder das Steuer (mit Wellenreiten ist hier eher Jetskifahren gemeint), lenkt dann eben zum Steuern nach rechts oder links. Nur zum Beschleunigen heißt es entweder auf der Stelle rennen, wie wild paddeln oder die Arme nach vorne strecken. Die Rennstrecken, wenn man sie so nennen möchte, sind ganz liebevoll gestaltet, auch wenn das grundlegende Ziel immer das gleiche ist: Auf der Strecke möglichst viele Münzen sammeln und zudem das Ziel relativ schnell zu erreichen und damit weitere Bonuspunkte zu ergattern. Beim Jetskifahren gibt es die schöne Besonderheit, dass man die einzelnen Seen in Bereiche getrennt hat, die man Stück für Stück bis hin zum Ziel mit dem Sammeln von Münzen freischalten muss. Zudem gibt es bei allen drei Disziplinen Hindernisse, über die man springen muss. Die Erkennung funktioniert bis auf den Sprung einwandfrei, hier hakt es hin und wieder.

Ähnlich sieht das Ganze bei Tontaubenschießen, Jagdparcours und Bogenschießen aus. Hier muss mit dem ausgestreckten Arm Richtung Bildschirm per Fadenkreuz gezielt werden, während der anderen Arm zum Nachladen und Abschießen des jeweiligen Geschosses dient. Entweder heißt es dann eben stehende Rehe oder Tontauben abzuschießen, wobei der Jagdparcours eine Variation des Tontaubenschießens darstellt, bei der man ebenfalls auf Tontauben aus verschiedenen Winkeln schießen muss. Das Zielen funktioniert recht gut, genauso wie auch das Auslösen. Die Nachladebewegung wird aber eher mäßig erkannt, sodass man hier doch des Öfteren mal etwas verärgert ist über die verschwendete Zeit. Die letzte Disziplin ist das Angeln, bei dem man farbige Fische nach Vorgabe fangen muss. Dazu sieht man die Fische jederzeit, die im See schwimmen. Jetzt muss man nur noch die Angel in die richtige Region des Sees werfen und einen anbeißenden Fisch fix mit einem Ruck aus dem Wasser ziehen. Alles in allem keine große Kunst, die auch einigermaßen vernünftig funktioniert, bis auf die Richtungserkennung des Angelauswurfs. Den Abschluss der Woche bildet dann jedes Mal aus meiner Sicht das vom Prinzip her beste Spiel: Hau das Murmeltier. Hierbei sieht man vier Baumstämme, aus dem jeweils ein Murmeltier kommt, das einen Ton von sich gibt. Man bekommt eine Tonabfolge vorgespielt, die man mit dem Hammerschlag auf die Köpfe der Murmeltiere nachspielen muss, bis man entweder drei Mal einen Fehler gemacht hat oder die maximale Punktzahl ergattert.

 

Insgesamt sind alle Disziplinen gar nicht schwer, weder von der Steuerung noch von der Herausforderung. So habe ich beispielsweise während der Tests drei Mal die Murmeltiere gehauen und dabei drei Mal die maximale Punktzahl erreicht, bei allen anderen Disziplinen bin ich Erster geworden und habe den sogenannten Cabela’s Cup geholt. Klar, das Spiel richtet sich im Grunde eher an die jüngere Generation, da macht es Sinn, das Spiel relativ einfach zu gestalten. Möchte man diese allerdings bei Laune halten, muss man auch ein paar Herausforderungen der kleineren Art einbauen, die mir hier einfach fehlen. Im Übrigen könnt Ihr die einzelnen Aktivitäten entweder mit bis zu vier Mitspielern einzeln spielen oder den eben beschriebenen Cabela’s Cup mit den sieben Disziplinen am Stück austragen. Auch wenn die Herausforderung und damit auch die Motivation, das Game alleine zu zocken, eher gegen null geht, so hat man mit den kleineren unter uns oder gemeinsam mit ein paar Freunden sicherlich für ein paar Runden Spaß, vor allem auch weil es teilweise lustige Fotos (nur bei der Xbox 360) im Anschluss zu bestaunen gibt.

Technisch gesehen feuert Cabela’s Adenture Camp mit Sicherheit kein Feuerwerk ab, was aber für ein solches Spiel auch gar nicht notwendig ist. Die Grafik präsentiert sich im passenden Comicstil. Was ich nicht ganz verstehe, ist der dürftige Charaktergenerator, den man im eigenen Stile verwendet. Hier hätte man zumindest bei der Xbox 360 besser daran getan, die Avatare und damit einen deutlich weiteren Charaktereditor zu integrieren. Aufgrund des Stils wäre man auch dem Spiel treu geblieben. Ansonsten sind die Disziplinen ordentlich umgesetzt, auch wenn teilweise etwas mehr Liebe zum Detail und damit auch zur Grafik gut getan hätte. Etwas lieblos und unsauber wirkt es an manchen Stellen schon. Der Ton bewegt sich auf ähnlichem Niveau und die Musik plätschert meist etwas einfallslos im Hintergrund. Sprachausgabe gibt es kaum. Wenn es etwas zu sagen gibt, wird dies außer beim Intro und Outro per Texteinblendung erledigt. Technisch gesehen gibt es also für zukünftige Veröffentlichungen einen deutlichen Spielraum nach oben.


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Prinzipiell macht Activision mit den integrierten Minispielen und gleichzeitig Outdooraktivitäten vieles richtig. Allerdings hapert es mir hier für ein komplettes Spiel etwas am minimalistischen Gesamtumfang, der teilweise schlechten technischen Umsetzung und der Eintönigkeit, die die einzelnen Disziplinen schnell ergreift. Dabei gibt es aber beispielsweise mit „Hau das Murmeltier!“ auch andere Beispiele. Klar, das Game ist ganz eindeutig für die jüngere Gamergeneration realisiert worden, die auch kurzzeitig ihren Spaß an der Sache haben wird. Allerdings werden selbst diese Spieler ab 6 Jahren schnell an die Grenzen des Spiels stoßen, dazu sind die einzelnen Disziplinen einfach zu ähnlich und einfach umgesetzt. Erwachsene Spieler werden nicht eine einzige Herausforderung finden, höchstens im geistigen Bereich gibt es da etwas Arbeit zu verrichten. Insgesamt eine eher schwache und enttäuschende Umsetzung!


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positiv negativ
  • Einfache Umsetzung…
  • Kindgerecht
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