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Die Legende der Wächter

Publisher: Warner Bros. Interactive
Entwicklerstudio: Krome Studios
Genre: Action-/Fantasygame
Sub-Genre: Action-Adventure
Art: Midpricetitel
Erscheinungsdatum: 15.10.2010
USK 6

Die Legende der Wächter   07.11.2010 von DeWerni

Rechtzeitig zum Start des Kinofilms liefert euch Warner auch das passende Game für die Next-Gen-Konsolen dazu. In diesem Spiel, dass sich eher an die jüngeren Spieler richtet, dürft ihr die mystische Welt des Baums von Ga’Hoole erkunden und das aus der Sicht eines echten Wächters. Seid ihr bereit dazu?

 

In der heutigen Zeit ist es eher untypisch geworden, dass ein neuer Film in unsere Kinos kommt und das passende Pendant im Gamesbereich fehlt. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass auch Warner sich nicht hat lumpen lassen und mit dem Kinostart von "Legende der Wächter" auch das Game auf Xbox 360, PS3, der Wii, dem DS und der PSP veröffentlicht hat. Leider sind viele dieser begleitenden Spiele ja bekanntlich zum Wegrennen – oder sollte man in diesem Fall eher zum Wegfliegen sagen? Zum Glück kommt es hier nicht ganz so schlimm. Während sich der Film ja bekanntlich um die kleine Eule Soren und seine Familie dreht, übernimmt man als Spieler die unbekannte Eule Shard und darf damit das Geschehen in Ga’Hoole aus einer komplett anderen Perspektive erleben. Dabei muss man sich bei Spielbeginn zunächst für eine von vier Eulenarten entscheiden, die sich in einigen Eigenschaften und Fähigkeiten unterscheiden: Gesundheit, Fluggeschwindigkeit und Angriffsstärke. Sobald man seine Wahl getroffen und  die Rolle übernommen hat, wird man gleich mit den Schwierigkeiten und Aufgaben eines Wächters konfrontiert. Bei den ersten Übungsmissionen, die dem Spieler das Gameplay und die Steuerung vermitteln, muss man sich diversen Aufgaben stellen und sich schließlich eines Wächters würdig erweisen. Dabei erlernt man neben dem Fliegen allgemein, auch schon erste Angriffs- und Abwehrmanöver.

Auf in luftige Höhe
Also, dann breiten wir mal die Schwingen aus und schauen genauer, was das Spiel euch so bietet. Losfliegen könnt ihr auf jeden Fall schon einmal mit dem rechten Bumper, das erinnert irgendwie an ein Autorennspiel, nur nicht so schnell. Einmal in der Luft könnt ihr natürlich auch nur im Stillstand flattern und euch die Gegend anschauen. Da man sich im Tutorial noch im heimatlichen Bereich des Baums Ga’Hoole befindet, könnt ihr auch wirklich erst einmal die Gegend betrachten. Diese sieht in diesem Gebiet auch ganz anschaulich aus, aber dazu an anderer Stelle mehr. Man fliegt also mit Shard los und bekommt erst mal erklärt, das es überall im Lande meist direkt über dem Boden Luftwirbel gibt, die euch eine Art Turboschub anbieten, wenn ihr durch sie hindurch fliegt – wow, so geht das wirklich deutlich schneller! Mit dem linken Stick steuert ihr übrigens euren Flug und mit dem rechten könnt ihr spezielle Flugmanöver einleiten, wie beispielsweise seitliche oder Rückwärtsalti, um im Kampf wendiger zu sein oder Gegnern kurzfristig auszuweichen.

Apropos Gegner – man muss auch gleich die erste Miniaufgabe übernehmen, zu der euch ein weiterer fliegender Begleiter zur Seite steht, der euch einiges erklärt. Ihr sollt die Leuchtfeuer in der Gegend für die kommende Nacht anzünden. Man visiert mit der rechten Schultertaste also einen Kessel mit glühenden Kohlen an und nimmt im Vorbeiflug zwei Kohlen durch Drücken der Taste A (oder des primären Buttons) auf. Genauso visiert man auch die Feuerstelle wieder an, wirft die Kohle wiederum durch Aktivierung der A Taste dort hinein und schon brennt das erste Feuer. Das muss man ein paar Mal wiederholen, dann tauchen plötzlich die ersten Krähen am Horizont auf. Nun hat man Gelegenheit, seine Kampfeigenschaften auszuprobieren. Der normale Angriff funktioniert dabei genauso wie die Erleuchtung der Feuerstellen: Erst die Anvisierung per Schultertaste, anschließend muss man sich in der Nähe des Gegners aufhalten, dann erscheint neben ihm der Angriffsbutton und schon attackiert man ihn. Durch ein weiteres Drücken der Angriffstaste kann man dann auch Angriffsserien starten, der der Gegner mit ein wenig Übung eigentlich hoffnungslos ausgesetzt ist, bis er leblos vom Himmel fällt. Die Abwehrmanöver funktionieren übrigens auch sehr ähnlich. Greift euch ein Gegner an, so erscheint kurzzeitig neben ihm eine Aktionstaste, die ihr drücken müsst, und schon weicht ihr aus beziehungsweise startet sogar einen Konter. Habt ihr dann einige Gegner und Aufgaben erledigt, so schaltet ihr weitere Angriffe, wie die Greif-Attacke oder den Ramm-Angriff, und spezielle Flugmanöver, wie die Rückwärtsrolle frei, die es euch ermöglicht, sich im Kampfgeschehen schnell im Flug um 180 Grad zu drehen. In einigen Missionen dürft ihr auch wieder auf die altbekannten Kohlen zurückgreifen und sie euren Gegnern als Wurfgeschosse entgegen schleudern. Mit euren Angriffen und gelungenen Aktionen sammelt ihr übrigens spezielle Energie, die ihr für Spezialangriffe, Flugmanöver oder die Befehle von Flügelmännern hernehmen könnt, die euch teilweise zur Verfügung stehen.

Auf diese Weise müsst ihr diverse Aufgaben in den Missionen erledigen. Diese sind zwar sehr abwechslungsreich gestaltet, trotz allem läuft es oft auf den eben beschriebenen  Luftkampf heraus. Die Missionen bestehen meist aus mehreren Teilaufgaben. Ihr müsst beispielsweise Jungtiere die verschleppt wurden wieder befreien und zurück zum Nest bringen, Bösewichte verfolgen und unschädlich machen oder Lösch-Trupps bei ihrer Aufgabe, Waldbrände zu stoppen, unterstützen. Außerdem gibt es oft Bonusaufgaben die darin bestehen, einen durch Ringe abgesteckten Parcours zu durchfliegen und euch besondere Belohnungen zu verdienen. Jede Aufgabe wird je nach zeitlichem Aufwand mit einer Medaille bewertet, die euch mit der Zeit „Funkler“ und damit weiteres Equipment freischalten. Die Gegnertypen bei Legenden der Wächter sind leider meist die gleichen, nur die Boss-Kämpfe bilden da eine Ausnahme. Diese sind oft nur mit Feuer niederzuringen. Generell sind die Kämpfe viel zu leicht gestaltet, auch die Flügelmänner benötigt man kaum. Es macht mehr Aufwand diese Einzusetzen, als den Gegner selbst anzugreifen. Man ist eigentlich permanent am Anvisieren und Angreifen, dann kann so gut wie gar nichts passieren. Aber man muss dabei immer im Hinterkopf behalten, dass es sich für ein Spiel für die eher jüngere Generation handelt.

 

Freischalten könnt ihr durch euren Kampfgeist und die Sammlung der „Funkler“ Rüstungssets, die die am Anfang genannten Eigenschaften je nach Rüstung ein wenig verbessern. Und eine Schriftrolle pro Bereich, die euch eine Konzeptzeichnung freigibt. Naja, ob das auf Dauer für den zusätzliche Spielmotivation sorgt, wage ich eher zu bezweifeln. Auch ansonsten ist der Umfang des Spiels nicht allzu groß. Es gibt lediglich den einen Spielmodus der Story und insgesamt 25 Missionen, was sich ja noch viel anhört. Allerdings sind diese nach gut 5-6 Stunden Spielzeit erledigt. Auch hier wäre ein wenig mehr vielleicht doch besser gewesen, wenigstens um irgendeine Art Multiplayermodus hätte man sich bemühen können – schade.

Grafik und Sound
Grafisch kann das Spiel leider nicht wirklich überzeugen, die verwendeten Texture in den unterschiedlichen Gebieten sehen zu gleich aus und sind zu detailarm. Damit wirkt das gesamte Umfeld sehr unrealistisch. Trotz allem bekommt man auch einige nette Effekte fürs Auge geboten, darunter Beispielsweise die Nebel- und Lichteffekte in den Riesenbäumen von Ga’Hoole und den Berglandschaften. Die Präsentation der Story ist auch noch ganz ansehnlich, sie geschieht in einer Kombination aus Videos in Spielgrafik und erläuterten Zeichungen. Der Sound geht weitestgehend in Ordnung. Positiv auffallen, tut auf alle Fälle die deutsche Synchronisation, bei der der Erzähler seine Sache sehr gut macht hat und das Ganze schon fast wie im Film klingt. Auch die Dialoge klingen im Deutschen wie auch dem Englischen sehr passend und sind angenehm klar zu verstehen. Die gewählte Musik passt sich den Klängen der Filmmusik und an die aktuelle Situation im Spiel sehr gut an. Technisch gesehen ist das Spiel also leider nur Durchschnitt, obwohl es deutlich Potential für mehr gehabt hätte.


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Das klingt irgendwie komisch: Ein Kinderspiel, das eine epische Geschichte erzählt und dabei in Richtung Flugsimulator geht. Trotz allem ist das Grundprinzip nicht so schlecht, auch wenn das Gamepad aufgrund der Unübersichtlichkeit und der ungenauen Steuerung schon nach kurzer Zeit wieder ins Eck gelegt wird. Dabei fährt das Spiel sehr zweigleisig. Auf der einen Seite bietet die Zielautomatik viel zu einfaches Treffen der Gegner, während die Flugeigenschaften so schlecht sind, dass man es kaum schafft, mit der Eule seiner Wahl ohne Fehler durch einen Ringparkur zu fliegen. Die Story wird mit netter Stimme und schöner Präsentation erzählt, das Design der verschiedenen Levels ist nett, aber vielleicht etwas eintönig. Die Missionen, die man zu erledigen hat, sind sehr schön abwechslungsreich. Leider ist die Grafik etwas angestaubt, ansonsten wäre noch eine bessere Bewertung drin gewesen. Für Kinder ist das Game sicherlich eine gute Herausforderung und mal ein etwas anderes Prinzip. Erwachsene werden sicher auch ihren Spaß haben, aber das Gamepad schnell wieder in die Ecke legen.


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positiv negativ
  • Story orientiert sich an der Kinovorlage
  • Missionsumfang (über 25 Missionen)
  • Schöne Storypräsentation
  • Einigermaßen gute Steuerung
  • Freispielbare Ausrüstung
  • Kamerahandling etwas umständlich
  • Grafisch recht monoton
  • Spielerisch relativ einfach
  • Nur ein Spielmodus





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