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Giallo

Originaltitel: Giallo
Genre: Thriller
Regie: Dario Argento
Hauptdarsteller: Adrien Brody • Emmanuelle Seigner • Elsa Pataky
Laufzeit: Ca. 92 Minuten
Label: Sony Pictures Home Entertainment
FSK 18

Giallo   12.11.2011 von Benji

Das Leben kann unfair sein. Gerade wenn man Lust hat, sich einen richtig spannenden Thriller anzugucken, läuft nur Grütze im Fernsehen. Also rein in die Videothek und Abhilfe schaffen. Popcorn und Chips stehen bereit und das Sofa ist vorgewärmt. Jetzt muss nur der Film stimmen. Was findet man da im Regal? Giallo – eine fixe Suche zeigt, dass dies ein italienischer Begriff für ein Sub-Genre des Thrillers ist. Perfekt! Ran an den Speck… und schon ist der Abend im Eimer!

 

Zum Glück schaut sich der intelligente Filmliebhaber erst eine passende Rezension auf dem Portal seiner Wahl an. Was in diesem Fall wohl sofahelden.de sein dürfte. Aber reden wir nicht lange um den Brei herum. Spätestens nach Lesen der Einleitung und einem kurzen Blick auf die Bewertung dürfte klar sein, dass man diesen Film lieber im Regal stehen lässt. Warum? Ganz einfach: Giallo ist weder spannend, noch stilvoll. Wer die Beschreibung des Sub-Genres im Internet nachschlägt, wird deswegen schnell bemerken, dass dieser Film mit seinem Titel keine Verbindung hat. Doch genug der Schwafelei. Es wird Zeit, etwas ausführlicher zu werden.

 

Die Taxifahrer in Italien haben nicht wirklich einen guten Ruf. Bedenkt man ihre schlechte Angewohnheit leichtgläubige Touristen mit fiesen Tricks abzuzocken, ist das aber auch nicht weiter verwunderlich. Die Art und Weise wie ein gewisser Taxifahrer in Giallo mit seinen Fahrgästen umgeht, lässt den Rest allerdings wie Weisenkinder aussehen. Dieser entführt nämlich für sein Leben gerne schöne Frauen um sie in einer hässlichen Folterprozedur umzubringen. Der Grund für diesen Wahn ist der Hass auf „Schönes“.  Blöd nur, dass Lindas Schwester Celine damit perfekt ins Opferschema passt. Sie arbeitet nämlich als Model und kommt gerade frisch vom Laufsteg, als sie für den Weg nach Hause dringend ein Taxi braucht. Der Rest der Geschichte ist leicht vorhersehbar. Linda sucht Celine und stößt dabei auf den kaputten Polizeiinspektor Enzo (gespielt von Adrien Brody). Der weiß natürlich sofort, was mit ihrer Schwester passiert ist. Immerhin untersucht er die Mordserie des psychisch gestörten Taxifahrers schon verdammt lange.

 

Schaut man sich den puren Inhalt der Geschichte an, könnte man den Film glatt spannend gestalten. Ein Problem an Giallo ist allerdings, dass man dies anscheinend strengstens vermeiden wollte. Das fängt schon bei der Wahl der Schauspieler an. Neben Adrien Brody hat sich leider kein einziger vernünftiger Darsteller für den verkorksten Streifen finden lassen. Vermutlich hat man deswegen den Hollywoodstar auch gleich zwei Rollen spielen lassen – den Inspektor und den Killer. Die erschreckende Wahrheit daran ist, dass Brody wohl nie in einer Rolle schlechter aussah. Während man ihm den mürrischen Inspektor noch halbwegs mit einem Grinsen im Gesicht abnimmt, verliert er beim Spiel des mordenden Taxifahrers jegliches Feingefühl. In einem Versuch, den Charakter so dumm wie möglich aussehen zu lassen, ist er dermaßen über das Ziel hinaus geschossen, dass man als Zuschauer nur noch lachen kann.

 

Ein derartiges Trauerspiel kann eigentlich nur noch durch absurde Handlungsstränge getoppt werden und natürlich hat man mit Giallo die volle Packung abliefern wollen. Wie wäre es deshalb mit offensichtlich toten Frauen, die trotz aufgeschlitzter Kehle und beginnender Verwesung absurde Weisheiten von sich geben? Wer das unglaublich findet, sollte sich vielleicht doch noch das Ende des Filmes anschauen. Das zeugt nämlich entweder von einer leeren Kasse oder fehlendem Ehrgeiz. Vermutlich war Regisseur Dario Argento sein Werk selbst leid.

Zur Vollständigkeit sei noch gesagt, dass zumindest die visuelle Umsetzung auf Blu-Ray das hält, was sie verspricht. Auch wenn das karge italienische Setting und die einfallslosen Innenraum-Kulissen nicht wirklich einen Grund liefern, warum man eine höhere Bildauflösung benötigt.


Das Fazit von: Benji

Benji

Ich hoffe es ist klar geworden, dass ich diesen Film nicht ausstehen kann. Das hat nichts mit der italienischen Herkunft zu tun, da ich in den ersten Minuten des Films noch dachte, es würde sich um einen schlechten französischen Film handeln. Das lag auch mit daran, dass ich mit dem Begriff „Giallo“ nicht viel anfangen kann. Selbst beim Versuch den Titel auszusprechen, lande ich nur mittelmäßige Ergebnisse. Das führte letztlich dazu, dass diverse Kollegen dachten, ich hätte mir eine schräge Version von „G.I.Joe“ angeguckt. Aber genug der Ausreden. Giallo ist schlecht, weil er weniger ein guter Thriller ist und mehr ein schlechter Horrorstreifen. In keiner der beiden Genres nimmt er einen Glanzpart ein und das ist wirklich eine Leistung.


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