Good Bye, Lenin!

Good Bye, Lenin!

Originaltitel: Good Bye, Lenin!
Genre: Komödie
Regie: Wolfgang Becker
Hauptdarsteller: Daniel Brühl • Katrin Sass
Laufzeit: Ca. 117 Minuten
Label: Studiocanal
FSK 6

Good Bye, Lenin!   10.03.2012 von DeWerni

Im Rahmen einer Sonderreihe für Deutschlands Filmhauptstadt Berlin erscheinen die wichtigsten zehn Filme, die auch in Berlin gedreht wurden, in der Berlin Edition jeweils im edlen 6-seitigen Digipak oder in einer Gesamtbox. Klar ist, dass "Good Bye, Lenin" mit seinem etwas eigenwilligen Blick auf die deutsche Wiedervereinigung da nicht fehlen darf …

Christiane Keller (Katrin Sass) lebt mit ihren beiden Kindern Alexander (Daniel Brühl) und Ariane (Maria Simon) ohne den Vater im Osten Berlins in der Zeit vor der deutschen Wiedervereinigung auf.
Nachdem sich Vater Robert (Burghart Klaußner) nach einem beruflichen Aufenthalt im Westen abgesetzt und die Familie alleine gelassen hat, wird das Ganze für die Drei umso schwieriger. Christiane fällt in eine tiefe Depression, die sie zwingt, sich in einer psychiatrischen Anstalt behandeln zu lassen und die Kinder solange in fremde Obhut zu geben. Nachdem sie sich nach einiger wieder gefangen hat, bekommt auch die kleine Familie ihr Leben wieder Stück für Stück in den Griff. Doch eines Abends schlägt das Schicksal hart zu. Alexander befindet sich eher zufällig auf einer Demonstration für mehr Freiheiten im Osten, als die Polizei rigoros durchgreift und den jungen Erwachsenen gewaltsam hinter Gitter steckt. Die zufällig in der Nähe befindliche Christine sieht muss das Geschehen mit ansehen und erleidet kurzerhand einen Herzinfarkt.

 

Auch wenn die beiden Kinder alles für sie und ihre Pflege im Krankenhaus tun, schaut es zunächst sehr schlecht für sie aus. Es steht nicht fest, ob sie jemals wieder aus dem Koma erwachen wird, und falls ja, dann werden wahrscheinlich dauerhaft Schäden zurückbleiben. Währenddessen lernt Ariane Rainer (Alexander Bayer) kennen, verliebt sich in ihn und zieht mit ihm in der gemeinsamen Wohnung zusammen. Alexander macht eine Bekanntschaft mit der Krankenschwester Lara (Chulpan Khamatova), die er durch die vielen Besuche bei der Mutter immer besser kennenlernt. Als sie sich dann schließlich am Bett der Mutter küssen, wacht sie endlich auf. Die Ärzte raten von nun an zu viel Ruhe, was angesichts der politischen Umstände sehr schwierig scheint. Denn als sie ins Koma fiel, war sie der DDR treu und patriotisch ergeben, in der Zwischenzeit ist aber die Mauer gefallen und es gibt nur noch die gemeinsame Bundesrepublik. Nichts ist mehr so, wie sie es kennt. Der Westen mit all seinen Einflüssen hat Einzug gehalten. Da keimt in Alexander die Idee auf, ihr ein Zimmer der Wohnung wieder so wie früher herzurichten, da sie sowieso bettlägerig ist. Und schon bewegen sich alle auf dünnem Eis. Auf der einen Seite versuchen sie alles, um die Welt noch wie vor der Wende für sie darzustellen, indem sie Freunde einladen und diese instruieren oder gar alte Nachrichtensendungen wieder so aufbereiten, als wäre das Fernsehprogramm aktuell. Auf der anderen Seite müssen sie jederzeit aufpassen, dass sich keiner verplappert oder sie in aller Ruhe aus dem Fenster schauen kann. Ein lustiges Spiel um die Ruhe und Gesundheit von Christine und den störenden westlichen Einfluss beginnt. Anfangs geht das alles auch ganz gut, doch eines Tages möchte Christine wider raus …

Was wird sich die kleine Familie noch alles einfallen lassen, um den westlichen Einfluss zu verbergen? Wird Christine unter den gegebenen Umständen jemals wieder gesund? Welche Steine werden ihnen in den Weg gelegt?


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Wer zur Wende einen Bezug hat oder diese wenigstens in den Nachrichten mitverfolgt hat, der sollte sich "Good Bye, Lenin" auf keinen Fall entgehen lassen. Toll finde ich auch die Idee, die wichtigsten Filme der deutschen Filmhauptstadt Berlin noch einmal in einer eigenen Serie zu veröffentlichen. Wenn man von Berlin spricht, so denkt man unweigerlich an die Wiedervereinigung. Und wenn man dann noch das Stichwort Film in den Raum wirft, kommt einem sofort "Good Bye, Lenin" in den Kopf. Der Film nimmt die Unterschiede zwischen Ost und West zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung etwas belustigend und unterhaltsam gestaltet unter die Lupe. Auch wenn einiges nicht ganz authentisch oder etwas überzogen wirkt, so macht der Film vielleicht gerade in der heutigen Zeit besonders viel Spaß, denn die Wende ist noch längst nicht vergessen, lässt sich aber mit etwas Abstand auch mal von einer anderen Seite betrachten. Wer den Film noch nicht in der Sammlung hat, der sollte spätestens jetzt unbedingt zuschlagen!


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