Hotel Lux

Hotel Lux

Originaltitel: Hotel Lux
Genre: Tragikomödie
Regie: Leander Haußmann
Hauptdarsteller: Michael Bully Herbig • Jürgen Vogel
Laufzeit: Ca. 107 Minuten
Label: Constantin / Highlight Film
FSK 12

Hotel Lux   23.05.2012 von DeWerni

Der Komödiant Hans Zeisig muss im Jahre 1938 aus dem Nazi-Regime in Berlin fliehen: Seine Endstation Hollywood scheint dabei zum Greifen nah. Doch bei einem Zwischenhalt in Moskau im berüchtigten Hotel Lux bleibt er in einem gefährlichen Spiel russischer und deutscher Machthaber und Funktionäre stecken. Proletarier aller Länder vereinigt Euch …

Berlin im Jahre 1938 – Hans Zeisig (Michael Bully Herbig) und sein Kollege Siggi Meyer (Jürgen Vogel) haben sich in der Vorkriegszeit eigentlich noch einen recht ruhigen Arbeitsplatz ausgesucht. An einem Berliner Varieté habe sie ihre allabendliche Vorstellung als das alberne Pärchen Stalin und Hitler. Und obwohl zumindest Zeisig im Grunde eine eher unpolitische Einstellung hat, ist die Show Abend für Abend ein großer Erfolg. Doch je näher es dem Krieg kommt, desto unangenehmer und heikler wird die Lage der Show und damit der beiden. Siggi bricht seine Zelte schon recht schnell ab, er ist im Grunde kommunistischer Überzeugung und kann unter den Umständen nicht weiter in Berlin verbleiben. Zeisig übernimmt nun andere Parts, ist aber auch nicht wirklich glücklich. So kommt es, wie es kommen musste: Eines Abends treibt er es auf die Spitze und bringt damit wichtige Nazi-Funktionäre gegen sich auf. Plötzlich ist auch er gezwungen, Berlin schnellstmöglich zu verlassen. Sein Ziel ist eigentlich Hollywood, von dem er beruflich schon eine ganze Weile träumt.

Doch ihm bleibt erst mal keine Wahl. Von einem Mitarbeiter der Varietés kann er sich kurzerhand falsche Papiere für die Einreise nach Russland besorgen. Dort steigt er kurzfristig – eigentlich nur als Zwischenstation – im Hotel Lux ab, das für die Beherbergung wichtiger kommunistischer Funktionäre aller Welt berüchtigt ist. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten und Komplikationen mit dem russischen Geheimdienst, gelingt es schließlich, die Russen von seiner Identität zu überzeugen. Problem an der Sache ist nun, dass er für den berühmten persönlichen Astrologen von Hitler gehalten wird. Mit seinem Wissen soll er nun Stalin persönlich bei wichtigen Entscheidungen beraten. Doch es warten weitere Überraschungen auf ihn, denn er trifft dort auf seine große Liebe aus Berliner Zeiten Frida (Thekla Reuten) und seinen alten Kollegen Siggi. Beide wissen natürlich, dass Zeisig hier ein gefährliches Spiel treibt:  Er ist weder Kommunist noch ein wirklicher Astrologe. Und so begibt er sich selbst immer in Gefahr, in den Fokus des russischen Geheimdienst zu kommen: Auf der einen Seite spielt er Hobbyastrologe und überzeugt Stalin von seinen Weisheiten. Auf der anderen treibt er sich zwischen teils hochrangigen kommunistischen Funktionären herum, immer das Ziel vor Augen, seine große Liebe Frida zurückzugewinnen und schließlich Hollywood doch noch zu erreichen …
 

Bildergalerie von Hotel Lux (22 Bilder)

Welche Herausforderungen werden noch auf ihn warten? Wem und wie muss er seine Identität noch beweisen? Und gibt es schließlich das lang ersehnte und unerwartete Happy End in Hollywood zwischen ihm und Frieda?

An der technischen Umsetzung der Blu-ray gibt es wenig zu bemängeln. Das Bild wirkt nahezu zu jeder Zeit scharf und kann somit auch guten Detailreichtum anbieten. Nur in einigen, wenigen Einstellungen zeigt es Schwächen wie Unschärfen oder Bildkorn. Die Farben wirken etwas blass, fügen sich aber stilistisch sehr gut in das meist recht trübe Gesamtbild ein. Kontrast und Schwarzwert gehen in Ordnung. Der Ton kann mit dem Niveau des Bildes nicht ganz Schritt halten. Auch wenn er an einigen Stellen mit sehr guten räumlichen Effekten punkten kann, stimmt die grundlegende Abmischung der Kanäle nicht ganz. Die Dialoge sind teilweise etwas zu leise geraten, sodass man entweder öfters nachjustieren muss oder einige Worte in der verbleibenden Soundkulisse untergehen.  Insgesamt würde ich die Realisierung im HD-Bereich als guten Durchschnitt bezeichnen.

 


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Dieses Mal heißt es also für Michael Herbig – besser als Bully bekannt – vor der Kamera zu glänzen und nicht das Zepter dahinter zu schwingen. Dass er ein guter Schauspieler sein kann, hat er schon mehrfach unter Beweis gestellt. Diese Leistung zeigt er auch in Hotel Lux wieder, allerdings ist dieses Werk trotzdem nicht so wirklich gelungen. Das liegt mehr an der Art der Umsetzung an sich, denn selbst die Story ist durchaus stimmig. Bully steht dabei meist für den komödiantischen Part eines Films, doch die Rolle, die er hier einnimmt, ist alles andere als lustig und hat einen durchaus ernsten Hintergrund. Und das alles passt irgendwie nicht zusammen und lässt die Figur und damit auch die Story manchmal an den falschen Stellen belustigend erscheinen.  Nichtsdestotrotz bietet der Film auch einige Szenen, die richtig gelungen sind. Hotel Lux ist aus meiner Sicht leider kein absoluter Pflichttitel, wer aber während eines verregneten Abends mit leichter Kost unterhalten werden möchte, der findet hier durchaus eine brauchbare Alternative.


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