Kehraus

Kehraus

Originaltitel: Kehraus
Genre: Komödie
Regie: Hanns Christian Müller
Hauptdarsteller: Gerhard Polt • Gisela Schneeberger
Laufzeit: Ca. 91 Minuten
Label: EuroVideo
FSK 6

Kehraus   24.03.2012 von DeWerni

Ferdinand hat aus Unwissenheit plötzlich einige Versicherungen abgeschlossen. Doch kurz nachdem der Makler Arno von Mehling die Wohnung wieder verlassen hat, kommt er dem Ganzen auf die Spur: Von Mehling hat ihn über den Tisch gezogen. Er macht sich auf ins Firmengebäude, um die Policen zu stornieren und von Mehling zur Rede zu stellen …

Ferdinand Weitel (Gerhard Polt) hat es mit den Versicherungen etwas gut gemeint und sich von dem eifrigen Versicherungsmakler Arno von Mehling (Nikolaus Paeyla) gleich sieben Policen aufschwatzen lassen.
Doch bereits kurz, nachdem dieser die Wohnung verlassen hat, dämmert es Ferdinand, dass er wohl übers Ohr gehauen wurde. Nachdem er mit von Mehlings Sekretärin Annerose Wagenscheit (Gisela Schneeberger) einen Termin am nächsten Tag – dem Faschingsdienstag - um 14 Uhr ausgemacht hat, begibt er sich an seinem freien Tag zur Versicherungszentrale. Doch was er dort vorfindet, hätte der gutmütige Ferdinand wohl nie erwartet. Im sechsten Stock, in dem auch das Büro von Mehlings liegt, herrscht das blanke Chaos - es ist Fasching. Dort hat nämlich scheinbar gerade keiner Lust zu arbeiten. So wird er zunächst von Frau Wagenscheit um kurz vor 14 Uhr darauf hingewiesen, dass der Termin erst in fünf Minuten ist.

Später ist dann aber von Mehling auch nicht auffindbar.
So macht er sich selbst frustriert auf die Suche und wandert erfolglos von Büro zu Büro, während sich die Mitarbeiter schon lustig über ihn machen, fleißig am Krapfen essen sind und an Arbeit erst gar nicht denken. Das Ganze geht so weit bis er schließlich sogar in der Vorstandsetage beim Vorsitzenden Dr. Berzelmeier (Dieter Hildebrandt) und dessen Beisitzer Professor Heinzel (Jochen Busse) landet. Jedoch auch dort hat der mittlerweile bemitleidenswerte Ferdinand kein Glück mit seinem Anliegen. Es möchte ihn einfach keiner ernst nehmen. Doch als Frau Wagenscheit sich daraufhin ein wenig mit ihm unterhält, hat sie ein Einsehen für die Untaten des von Mehling. Das liegt auch daran, dass Ferdinand bei seinem Vorstandsbesuch herausbekommen hat, dass die komplette sechste Etage entlassen werden soll. Schließlich lädt sie ihn auf den abendlichen Faschingsball „Traumpolice“ ein, da er dort mit Sicherheit auch von Mehling treffen wird. Ein feucht fröhlicher Abend steht bevor, der nicht ganz so den typischen Ausgang nimmt …

Wird es Ferdinand schließlich noch gelingen, die überflüssigen Versicherungen loszuwerden und Herrn von Mehling zur Rede zu stellen? Welche Konsequenzen drohen den Mitarbeitern der sechsten Etage? Und was passiert auf dem Faschingsball, wenn sich Ferdinand und von Mehling begegnen?

 

Technisch sieht man der Umsetzung in den HD-Bereich sicher das Alter des Materials an, das mittlerweile knapp 30 Jahre auf dem Buckel hat. Nichtsdestotrotz kann man im Vergleich der DVD- und HD-Bilder erkennen, dass das Bild der Blu-ray definitiv hochwertiger ist und mehr Details zeigt. Zudem sind die Farben sehr schön kräftig dargestellt – das gilt allerdings für beide Veröffentlichungen. Das recht penetrante Bildkorn trägt zur Atmosphäre des Klassikers bei. Der Kontrast ist ein wenig steil ausgefallen, sodass doch einige dunklere Bildbereiche überstrahlt werden. Der Ton liegt auf einem ähnlichen Niveau. Zunächst sind die Dialoge sehr gut zu verstehen, was an der ruhigen Art des ersten Abschnitts liegt. Später auf dem Faschingsball sind doch einige Effekte der Surroundboxen zu hören, und man bekommt einen schönen Raumklang präsentiert. Dann gehen einige der Dialoge wieder etwas unter, was ein wenig Schade ist. Wenn man allerdings das Alter des Materials berücksichtigt, bekommt man insgesamt eine gute, solide Realisierung im HD-Bereich geboten.

Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Diese Klassiker, wie es auch "Kehraus" sicher einer ist, sind doch oftmals ein zweischneidiges Ding. Auf der einen Seite hat das Werk für die Fans von Gerhard Polt schon fast Kultstatus erreicht. Auf der anderen Seite und recht nüchtern betrachtet, handelt es sich dagegen um eine ziemlich flache Story, die mit oberflächlichen Witzen daherkommt. Wenn man das Ganze auch die deutsche Schauspielkunst reduziert, ist er mit einer hochwertigen Besetzung gespickt. Ich für meinen Teil finde: Der Film hat seine Höhepunkte, doch insgesamt sind die Witze zu plump und die Handlung gleich null. Die bayrische Art in Kombination mit den (als Bayer) ungewohnten Karnevalseinlagen hat Gerhart Polts Produktion gerettet und bietet so einige gelungene Lacher, ansonsten bleibt das Ganze etwas fade. Wer als Fan den Film noch nicht im Regal stehen hat, kann zuschlagen - alle anderen sind mit Alternativen besser bedient.


Die letzten Artikel des Redakteurs:




Kommentare[X]

[X] schließen