Split Second Velocity

Split Second Velocity

Publisher: Disney Interactive
Entwicklerstudio: Blackrock Studios
Genre: Sport
Sub-Genre: Action-Arcade-Rennspiel
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 20.05.2010
USK 12

Split Second Velocity   09.06.2010 von Beef Supreme

Und es macht Bumm, wenn ich Dich sehe! Nein, keine Angst, hier geht es nicht um eine DSDS-Versoftung, sondern um Disneys „Split/Second: Velocity“.  Wenn euch der Sinn danach steht, gründliche Einebnungen architektonischer Großbauten im Sekundentakt auf Knopfdruck zu befehligen und nebenbei noch zu versuchen, selbst nicht dem Sprengmeister zum Opfer zu fallen, seid ihr hier genau richtig. Denn dabei sein, ist eben nicht alles - es geht um den Sieg!

Dieser ist in Split/Second - hierzulande mit dem Zusatz „Velocity“ - im Prinzip nicht schwer zu erreichen: Setze dich auf den ersten Platz und bleib dort, bis das Rennen zu Ende ist. Doch dass es nicht ganz zu leicht ist, macht den Reiz dieses Arcade-Racers aus. Denn eure Gegner werden alles daran setzen(oder alles sprengen), euch nicht heil die Ziellinie überqueren zu lassen. Das Hauptfeature ist nämlich: ZERSTÖRUNG! Split/Second ist der Name einer TV Action-Sendung, in der ihr einen der acht Teilnehmer mimt, welche versuchen, in spektakulären Rennen den Sieg zu erringen. Denen ist dafür jedes Mittel recht. Was übrigens auch für euch gelten sollte, da ihr sonst  keinen Blumentopf gewinnen werdet.

Denn um zerstören zu können, was im Spiel „Power Play“ genannt wird, müsst ihr zunächst Energie für das verwendbare BUMM sammeln. Und das geht so: Um eure drei Balken zu füllen, die als Sinnbild für des Gegners verbeulten Boliden zu verstehen sind, müsst ihr Driften (Kurve + quietschende Reifen), Draften (Windschatten), Close Callen (Ein Dankeschön fürs nicht Sprengen lassen), Jumpen (Zeit in der Luft) und im weiteren Verlauf auch Evaden (wird später im Text erklärt!).

Auf jeder Strecke sind an vielen Positionen diese sogenannten Power Plays zu finden, die vom schwebenden Hubschrauber, der banale Sprengfässer auf eure Gegner fallen lässt,  bis zum einstürzenden Atomkühlturm reichen. Für die kleineren Explosionen benötigt ihr einen dieser Balken, ein Level 1 Power Play, die Durchschlagskraft ist da aber nicht wirklich hoch. Umfassendere Zerstörung mit Tiefenwirkung, ein Level 2 Power Play, verschlingt alle drei Balken. Dann ist es durchaus möglich, euch von jetzt auf gleich von Platz acht auf eins zu katapultieren, wenn all eure Widersacher als Altmetall am Straßenrand liegen. Jedoch gilt es zu überlegen, ob ihr eure gesammelte Energie dafür nutzt, nur eure Gegner zu sprengen oder ob ihr euch gleich die gesamte Strecke vornehmt. Denn nebst Level 1 und Level 2 Power Plays ist es zudem möglich, den Streckenverlauf zu ändern, was ebenfalls alle drei Segmente benötigt. Dadurch ergeben sich taktische Überlegungen, ob man lieber seine Mitfahrer mit mehreren kleineren Explosionen piesackt oder für einen großen Schlag spart. Oder man verändert die Strecke, welches ebenso die Mitfahrer, die das Pech haben sich an der betroffenen Stelle aufzuhalten, zurückwirft.

Ihr startet das Spiel in der „Staffel“, quasi der Kampagne des Spiels. Diese besteht aus zwölf Episoden, jede davon wird durch eine sehr actionreiche und schnell geschnittene, auf Actiontrailer gemachte Zwischensequenz eingeführt. Jede enthält jeweils sechs Events, aufgeteilt in vier „normale“, einem Bonus Event und dem Eliterennen. Diese Reihenfolge wird stets eingehalten, denn zuerst müsst ihr die normalen Events spielen, um die Voraussetzungen für die Bonus- und Eliteevents zu erfüllen, sprich: Eine bestimmte Anzahl Gegner schrotten oder eine bestimmte Punktzahl  erreichen, denn nach jedem Rennen bekommt ihr je nach Platzierung Punkte, welche nach und nach alle Fahrzeuge freischalten. Also je besser ihr fahrt, desto früher besitzt ihr alle Edelkarossen, welche die vier Eigenschaften Geschwindigkeit, Driftverhalten, Beschleunigung und Stärke besitzen. Große Wagen, Offroader und Monster Trucks zum Beispiel, haben zwar eine geringe Beschleunigung, dafür große Stärke und lassen sich nicht so leicht von mickrigen Sprengfässchen beeindrucken.

Zu den  Events: Diese sind in folgende Spielmodi unterteilt: Race (das ganz normale Rennen). Quasi fahre auf den ersten Platz und gewinne! Daneben gibt es noch die ebenfalls bekannte Elimination, in der nach bestimmten Zeitabständen der letzte Platz aus dem Rennen ausscheidet. Dazu kommen aber noch folgende neuartige Rennmodi:

In Detonator fahrt ihr alleine gegen die Uhr mit einem festgelegten Wagen nebst automatisch gezündeten Power Plays. Ziemlich knackig, da die Bestzeit selbst bei perfekten Streckenkenntnissen schwer zu unterbieten ist.

Luftangriff
schickt euch ebenfalls ohne gegnerische Fahrer, dafür aber einen gegnerischen Helikopter mit nervösem Abzugsfinger auf die Strecke. Weicht den Raketen aus, sammelt Punkte und knackt den Highscore! Action auf Rädern…

Eine Abwandlung biblischen Ausmaßes davon bildet ab Staffel sechs die Himmlische Rache. Gleicher Hubschrauber, gleiche Raketen, jedoch keine Punkte, sondern Zeit. Durch erwähntes „Evade“ werdet ihr zum Rächer. Weicht den Raketen aus,  sammelt dadurch Power Play-Balken und schießt zurück.

Zu guter Letzt noch der Überleben-Modus. Hier weicht ihr keinen Raketen, sondern Fässern aus. Keine wirklichen Mitstreiter, sondern ambivalentes Kanonenfutter fährt mit. Punkte werden durch Überholen der Laster gesammelt. Wieder ist Highscore brechen angesagt.
 

Grafisch über jeden Zweifel erhaben, fahrt ihr flüssig über sehr schöne und detailreich gestaltete Strecken, welche sich einwandfrei auf euren hochglanzpolierten Boliden spiegeln. Zumindest solange sie heil sind, aber auch lackfressende Grinding-Aktionen zaubern sehr schöne Leuchteffekte auf den Bildschirm. Ein kleines Highlight sind die seltenen Nachtrennen z.B. auf einem Kraftwerksgelände.  Ein Vergleich zu Criterions Burnout Paradise liegt nahe, da beide optisch in der gleichen Liga spielen. Das Schadensmodell ist jedoch nicht so schön wie beim Konkurrenten geraten. Der Kernpunkt, die Zerstörung, ist sehr eindrucksvoll in Szene gesetzt bei knackigen Explosionen, oder einstürzenden Brücken, Felswänden, Schiffen, Flugzeugen, ganzen Staudämmen und und und...

Das Fahr- und Geschwindigkeitsgefühl wird sehr gut vermittelt, da alle Wagen gut auf der Straße liegen und sich das Driften zum großen Teil richtig gut anfühlt. Es gibt jedoch hier und da kleine Aussetzer, bei denen man sich fragt: Warum zum Geier driftet er beim kleinsten Einlenken oder andersherum? Warum komme ich nicht um die Kurve? Diese Momente aber sind selten. Manche werden einen Boost vermissen, welcher ohne Zweifel eine weitere taktische Komponente mit eingebracht hätte. Die Wagen werden im späteren Verlauf jedoch immer schneller und der Schwierigkeitsgrad zieht von Episode zu Episode an, sodass man sich voll darauf konzentrieren muss mit der „Standard“-Geschwindigkeit nicht in jede Explosion hineinzufahren. Man muss zum Teil blitzschnell reagieren, um rechtzeitig zu zünden, auszuweichen oder Abkürzungen zu nehmen.

Ein bisschen spärlich ist hingegen der Multiplayer-Modus geraten. Zwar gibt es Online- oder Splitscreen-Modi, jedoch mit nur sehr rudimentären Einstellungsmöglichkeiten, nämlich Wagen, Strecke und  Modus. Leider ist alles abgespeckt, es stehen nur Rennen, Elimination und Überleben zur Verfügung – ach wie gerne hätte ich im Heli auf meine Kumpels geschossen. Rundenzahl oder maximale Mitspieleranzahl sind nicht einstellbar. Da wäre mehr drin gewesen.


Das Fazit von: Beef Supreme

Beef Supreme

Speedracer meets Sprengmeister. Split/Second macht einfach Laune, ob normales Rennen oder beschossen/beworfen werden, die Action steht ganz oben und es ist einfach ein Fest fürs Auge, ganze Staudämme in einer Explosion epochalen Ausmaßes vergehen zu sehen. Und solche Momente gibt es viele. Es gibt einfach nichts befriedigenderes, als kurz vor der Ziellinie seinen Vordermann mit dem letzten Power Play zu Altmetall zu verarbeiten und als Erster ins Ziel zu fahren. Nur schade um den mageren Multiplayer-Modus, denn auf Dauer ist das Fahren gegen die angenehm fordernde KI wenig abwechslungsreich.


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Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Ich hatte das Vergnügen, das Game auf der Xbox 360 zu testen. Und das war es wirklich - ein wahres Vergnügen. Ich kann mich, was den Spielspaß und die technische Umsetzung angeht, meinem Kollegen nur anschließen. Es ist ein wahrer Augenschmaus, die Grafik mit ihren zig Details während des Spiels zu sehen. Außerdem kracht es wirklich immer und überall, was für eine Menge Spielspaß sorgt. Ich finde dagegen auch den Multiplayremodus richtig gut. OK, die Möglichkeiten sind nicht wirklich zahlreich und der angesprochene Helikopterschütze wäre eine nette Erweiterung gewesen, wenn man sich allerdings erst einmal ein paar der schnelleren Wagen freigeschaltet hat, und sich mit menschlichen Gegnern online messen kann, dann kracht es ständig um euch herum, so dass ihr gar keine Zeit haben werdet, an den Helikopter zu denken. Insgesamt gesehen ist das Game ein absoluter Pflichtkauf für Racingfans!


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positiv negativ
  • Sehr actionreich
  • Schicke Grafik mit klasse Explosionen
  • Abwechslungsreiche und kreative Modi
  • Sehr schöner „Serien“-Hintergrund
  • Klasse Staffel-„Trailer“
  • Sehr gutes Strecken-Design
  • Aktive Streckenveränderungen
  • Splitscreen Modus
  • Fahrverhalten einzelner Wagen unterscheidet sich merklich
  • Schwacher Multiplayer-Modus
  • Rudimentäres Schadensmodell
  • Keine Neuerungen nach 6. Staffel
  • Rammen bewirkt wenig
  • Schlechte deutsche Stimme





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