Colin McRae: Dirt 2

Colin McRae: Dirt 2

Publisher: Codemasters
Entwicklerstudio: ego
Genre: Racing
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 11.09.2009
USK 6

Colin McRae: Dirt 2  28.09.2009 von DeWerni

Codemasters kommt hier mit seinem nächsten Megatitel auf den Markt. Der Nachfolger von Colin McRae: Dirt schürt viele Erwartungen. Dabei steht natürlich wieder der Rallyesport im Zentrum des Interesses: Staub, Dreck, geile Pisten und natürlich aufgemotzte Rallyekisten. Ob Dirt 2 die Erwartungen erfüllt oder sogar noch übertrifft, könnt ihr hier erfahren…
 
Zu Beginn der Gamersaison – nach Überwindung des typischen Sommerlochs ohne große und viele Veröffentlichungen – startet Codemasters in das hart umkämpfte Racinggenre mit Colin McRae: Dirt 2. Als echter Prüfstein kann man hier die nahezu parallele Veröffentlichung von Need for Speed: Shift sehen, dessen Test ihr auch in Kürze hier lesen könnt. Mit diesem Release von Colin McRae: Dirt 2 ändert sich einiges zu den bisherigen Releases. So wird das Hauptaugenmerk nicht mehr auf die World Rallye Championship gelegt, sondern alles wird moderner und tendiert in Richtung XGames im Stile Tony Hawks. So werden auch die Weltmeisterschaften nicht mehr nach den eigentlichen Modi ausgetragen, sondern es existieren drei kontinentale XGames, deren Gewinn euch die uneingeschränkte Krone der entsprechenden Fahrer einbringt. Auch die Musik wurde natürlich den Umständen entsprechend angepasst, alles ist jetzt mit fetziger Rockmusik untermalt. Ebenso wurde die gesamte Menüstruktur modernisiert.

Ähnlich und nach dem gleichen Stil wie das Garagenmenü aus Racedriver Grid wurde hier ein Wohnwagen implementiert, der euch als Schaltzentrale dient. Dort könnt ihr Rekorde einsehen, eure Ergebnisse mit Freunden und anderen Fahrern vergleichen, Statistiken einsehen, Optionen einstellen, Wagen kaufen, Ausstattungen ändern, Lackierungen einstellen, Nachrichten einsehen und natürlich eine virtuelle Landkarte mit den zur Auswahl stehenden Rennereignissen betrachten. Neu ist an dieser Stelle auch, dass man von den klassischen Locations für Rallyeereignisse weggekommen ist, man findet nun Rallyeevents in der ganzen Welt, von London über Marokko und Japan bis hin nach Amerika. Dabei wird zum einen zwischen verschiedenen Rallyemodi wie Buggyrennen, Offroadrallyes, das Zeitfahren, Gate-Crusher und einige weitere unterschieden, zum anderen zwischen drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Auf weitere Details werde ich zu späterem Zeitpunkt noch kurz eingehen.

Gameplay
Zum Handling des Spiels muss zunächst erwähnt werden, dass es sich nahezu um das gleiche Steuerungs- und Handlingsmodell handelt wie bei Racedriver Grid. Wer also mit dieser Steuerung zu Recht gekommen ist, wird sich relativ schnell auch in dieses Spiel eingewöhnen. Was ich persönlich ein wenig schade finde, ist dass man sowohl die positiven wie auch leider die etwas schlechteren negativen Elemente übernommen hat. So ist die Steuerung an sich sehr feinfühlig, so dass sich dass Auto millimetergenau um und in die Kurven steuern lässt, allerdings ist der Nachteil daran, dass man sich zum einen gerade wegen der Feinfühligkeit schnell verlenkt, sich deswegen Einsteiger teilweise ganz schön schwer tun, zum anderen gerät das Fahren durch unwegsames Gelände mehr zum Glücksspiel. Lenkt man im falschen Moment, so findet man sich im nächsten Augenblick rückwärts in der nächsten Mauer wieder. Da hätte man von Seiten der Entwickler noch ein wenig nachhelfen können. Gut gemacht ist diese Arcadesteuerung aber trotzdem. Man bekommt so sehr gut das Geschwindigkeitsgefühl mit, weil so eben auch jeder kleine Fehler zu einem Ausfall führen kann, auch wenn es auf höheren Schwierigkeitsgraden dazu führen kann, dass man ein Event schon zigmal spielen muss bis man endlich als erster über die Ziellinie fährt.

Ein sehr sehr nerviger Punkt, den ich auch schon massiv im Test von Racedriver Grid kritisiert habe und an dem sich leider nichts geändert hat, ist die üble künstliche Intelligenz. So rempelt diese KI einem gerne, sehr oft und penetrant von der Strecke, was meiner Meinung nach nicht sein kann. Man selbst startet immer von der allerletzten Position (Warum eigentlich?) und muss sich permanent durch den Verkehr schlagen, man ist so also immer schlechter gestellt als seine Gegner. So liegt ein zigmaliges und motivationsraubendes Neustarten oft nicht am Schwierigkeitsgrad der Strecke oder an der guten Fahrweise der Gegner, sondern lediglich an deren ständiger Remplerei, die meist an irgendeinem Hindernis im Totalschaden endet. Ein sehr schön umgesetzter Punkt sind dann wiederum die Unfälle und die Schäden der Autos bei kleinerem Touchieren. Gerade wenn es sich um einen etwas heftigeren Unfall handelt, dann fallen direkt einzelne Teile vom Auto ab, fliegen durch die Luft oder
man überschlägt sich selbst gleich mehrfach. Das ganze sieht unglaublich gut und spektakulär aus, da muss man den Entwicklern ein riesen Kompliment machen. Aber auch bei kleineren Unfällen sind sofort Schrammen am Auto sichtbar.

Karriere- und Multiplayermodus
Die Karriere stellt den zentralen Spielmodus des Games dar. Dabei muss man sich, so wie im Einleitungsabschnitt bereits angedeutet, in den verschiedenen Rennmodi weltweit beweisen. Neu sind dabei beispielsweise das Gate-Crusher-Event, bei dem man auf einer Strecke diverse Pappwände vorfindet, die man kaputtfahren muss, um einen kleinen Zeitbonus von 2 Sekunden pro Wand bekommt. Ziel ist es, zum einen überhaupt in der Zeit zum Ziel durchzukommen, zum anderen aber auch möglichst viele Sekunden übrig zu haben, um an der Spitze zu stehen. Besonders spektakulär dagegen ist der X-Cross-Event, bei dem man gleichzeitig auf einer relativ kurzen und engen Strecke gegen bis zu sieben Gegner gleichzeitig fährt. Dabei wird, wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, viel Schrott
produziert. Außerdem gibt es natürlich noch die klassischen Rallyeevents, das Zeitfahren, Last-Man-Standing (der Letzte nach jeweils einer bestimmten Zeit scheidet aus) oder die Domination (Bestzeiten in den einzelnen Sektoren einer Strecke erfahren). Abgesehen davon, dass ihr diverse Rennevents auf verschiedenen Schwierigkeitsgraden fahren müsst, könnt ihr in jedem einzelnen Rennen euren speziellen Schwierigkeitsgrad aus fünf Stufen einstellen. Für jedes Rennen bekommt ihr außerdem Erfahrungspunkte, die eurem EP-Konto gutgeschrieben werden und in einer Stufe enden. Steigt ihr eine Stufe auf, so könnt ihr einmal Zugang zu zusätzlichen Rennevents erhalten oder euch diverse Boni (Lackierungen, Cockpit-Ausstattung, o.ä.) freischalten, was sehr gut ist für die Dauermotivation. Allerdings ist die gesamte Karriere nicht allzu lang, es handelt sich insgesamt um 100 Rennevents, die ihr bestehen müsst.

Der Onlinemodus stellt eine weitere wichtige Herausforderung für jeden Gamer dar. Die Umstellung der Spielmodi erlaubt natürlich auch viel bessere Onlinerennen als der eigentliche Rallyemodus, bei dem eben jeder Fahrer seine Strecke mehr oder weniger abgeschottet vom Rest des Feldes im Stile des Zeitfahrens durchfahren musste. Hier hat man die Möglichkeit sich mit maximal bis zu acht Spielern gleichzeitig online zu messen, wobei man auch hier zunächst die Wahl zwischen den typischen Rennen oder den besonderen Events. Außer für die privaten Rennen gibt es auch online ein extra Erfahrungspunktekonto, das über die Stufe des aktuellen Fahrers entscheidet. Hier haben sich die Entwickler wirklich was einfallen lassen. So gibt es auch wiederum in den Onlinesessions ein Abstimmungssystem über das zukünftige Event, das analog zum Abstimmungssystem von Racedriver Grid aufgebaut wurde. Dieses hat den Vorteil, dass man sein Lieblingsevent jederzeit anwählen kann, aber auch leider meist darin endet, dass immer wieder die gleichen Events gespielt werden und die Abwechslung ein wenig vernachlässigt wird. Bezüglich der Onlineperformance gibt es nichts zu meckern. Währen der Testphase traten so gut wie keine Verzögerungen, Ruckler oder ähnliches auf. Auch die Kollisionsabfrage, die in Grid teilweise noch etwas seltsam war, scheint hier ausgebessert worden zu sein. Der Onlinemodus kann überzeugen und sorgt für eine Menge Spielspaß, besonders unter Freunden.

Grafik und Sound
Die Grafik und der Sound können vollauf überzeugen, was zu einer ungemein spannenden und authentischen Atmosphäre führt. Die Grafik ist ganz im Stile von Racedriver Grid gehalten und bietet eine detailreiche liebevoll dargestellte Grafik. Dabei wird auch auf eigentlich unscheinbar wirkende Details, wie Reifenspuren oder Überbleibsel von Karambolagen vorangegangener Runden wert gelegt. Auch Unfälle oder kleinere Rempeleien führen fast immer zu einigen negativen optischen Auswirkungen auf das Fahrzeug. Extra erwähnenswert sind an dieser Stelle auch noch die Spiegelungen des Lacks, die wirklich sehr überzeugend gelungen sind. Sollte das aktuelle Rennen auf einer etwas dreckigeren Strecke, wie einem Schlamm- oder Sandabschnitt, stattfinden hat auch dies mit der Zeit Einfluss auf die Optik der Lackierung. Der Sound kommt zu jeder Zeit kräftig und mit viel Nachdruck aus allen Boxen der Dolby Digital-Anlage. Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte die Boxen mal richtig aufdrehen, man fühlt sich wie mitten drin. Alles in allem sind Grafik und Sound sehr gut umgesetzt, es ergibt sich eine Atmosphäre, die im Racegamesektor (noch) ihresgleichen sucht.

Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Ich bin von dem Spiel ein wenig hin- und hergerissen. Zum einen ist es auf jeden Fall ein sehr geiles Rennspiel, was auch auf der technischen Ebene jederzeit überzeugen kann und teilweise sogar neue Maßstäbe setzt. Allerdings ist der Titel ein wenig unglücklich gewählt, Racedriver Grid 2 wäre wohl die bessere Wahl gewesen. So allerdings hat das Spiel zu viel von Grid und leider zu wenig vom eigentlichen Colin McRae Rallye. Trotzdem eine klare Empfehlung für alle Racegamefans, vor allem für Liebhaber von Racedriver Grid.


positiv negativ
  • Sehr geile, detailreiche Grafik
  • Atmosphärisch einfach genial
  • Superschöne Menüaufmachung
  • Jederzeit anpassbare Schwierigkeitsgrade
  • Viel Freischaltbares (Lackierungen,Cockpit-Schmuck)
  • Nerviges „Abschießen“ durch die KI
  • Wenige integrierte Wagen
  • Wenige typische Rallyeveranstaltungen
  • Keine Wetterbedingungen
  • Sehr Arcadelastig



Kommentare

06.09.2010 21:57:16 von bido84


der gymkahna mode wird richtig fett!!

05.09.2010 21:27:32 von Ken Block Fan


Also ich muss sagen das ich das Spiel richtig geil finde. Wenigstens leichter wie Teil 1, dass fand ich teils recht happig. Freu mich schon richtig auf Teil 3 und vorallem auf den dort vorhandenen Gymkhana Mode :)

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