Die Zeit, die uns noch bleibt

Die Zeit, die uns noch bleibt

Originaltitel: And When Did You Last See Your Father?
Genre: Drama
Regie: Anand Tucker
Hauptdarsteller: Colin Firth • Jim Broadbent
Laufzeit: ca. 93 Minuten
Label: Koch Media Home Entertainment
FSK 12

Die Zeit, die uns noch bleibt   03.10.2012 von Benji

Nachdem der Schriftsteller Blake Morrison den langwierigen Todeskampf seines Vaters miterleben musste, entschied er sich, diesem mit einem ganz besonderen Buch ein literarisches Denkmal zu setzen. Bei Wann hast du zuletzt deinen Vater gesehen? geht es um die besondere Beziehung zwischen Vater und Sohn. Der Bestseller-Roman wurde 2007 als Die Zeit, die uns noch bleibt verfilmt und ist jetzt auf Blu-Ray erhältlich. Ist dieses Drama einen Blick wert?

 

Über den Tod zu sprechen, das ist nie einfach. Vor allem wenn es um die eigene Familie geht. Dass ein solches Thema dennoch irgendwann aufkommt, das kann sich jeder Mensch denken. Denn dieses Schicksal ist unvermeidbar. Irgendwann werden wir alle sterben. Einen qualvollen Tod nach langer Krankheit hingegen wünscht man nicht einmal seinem ärgsten Feind. Wenn ein Elternteil z. B. wegen eines schweren Krebsleidens im Sterben liegt und über die letzten Wochen hinweg intensive Pflege benötigt, dann ist das ein Schicksalsschlag, der die gesamte Familie betrifft.

 

Blake Morrison hat diese Erfahrung mit seinem Vater gemacht, und auch wenn die Beziehung zu diesem nicht immer optimal war, litt er mit ihm über mehrere Wochen hinweg. In dieser Zeit muss der Schriftsteller immer wieder über die Vergangenheit nachdenken. Er erinnert sich an die Konflikte, die er mit seinem Vater hatte und an die guten Tage, in denen dieser immer wieder für ihn da war. Die Zeit, die uns noch bleibt ist ein wundervolles Drama über die besondere Beziehung, die Vater und Sohn verbindet. Während Blakes Vater immer wieder versucht seinem Sohn die Werte für das Leben zu vermitteln, muss dieser lernen, dass sein vermeintliches Vorbild ganz sicher nicht unfehlbar ist. Eine schwere Lektion, die auch dazu führt, dass die Beziehung der beiden zwischenzeitlich bricht.

 

Der Film lebt vor allem von den hervorragenden schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptdarsteller Colin Firth und Jim Broadbent. Letzterer spielt den trickreichen und arg geizigen Arthur, der über Jahre versucht, seinen Sohn auf das Leben vorzubereiten. Im Grunde eine dankbare Rolle, die erst bei den schweren Leidensszenen wirklich anspruchsvoll wird. Denn hier zeigt das Drama die ungeschönte Wahrheit und bringt so dem Zuschauer das grausame Schicksal näher. Firth hingegen hat es wesentlich schwerer. Er spielt den erwachsenen Schriftsteller, der sich mit dem unvermeidlich Tod sichtlich schwer tut. Denn während sein Vater im Sterben liegt, wird es für Blake immer schwerer, sich von ihm zu verabschieden.

 

Bildergalerie von Die Zeit, die uns noch bleibt (8 Bilder)

Doch trotz der exzellenten Schauspieler wirkt „Die Zeit, die uns noch bleibt“ in vielen Szenen zu emotionslos oder gar langweilig. Zudem reißt der Film immer wieder interessante Themen an, um sie nur nach wenigen Szenen wieder zu verwerfen. So erinnert sich Blake unter anderem an seine erste große Liebesbeziehung mit dem Hausmädchen Sandra. Das Ganze wird in kleineren Szenen immer wieder erwähnt doch gegen Ende des Filmes wird dieser Handlungsstrang etwas unsanft links liegen gelassen.

 

Die Bildqualität der Blu-Ray ist angemessen. Es gibt kein Rauschen und der Film kommt in angenehmer 1080p Auflösung daher. Das Bonusmaterial ist etwas mager, was für eine Blu-Ray in diesem Randbereich aber leider nicht ungewöhnlich ist.


Das Fazit von: Benji

Benji

Ein schweres Thema und eine gute Wahl an Schauspielern. Auch wenn das Drehbuch der Bestseller-Verfilmung in einigen Teilen ein wenig mehr Feinschliff benötigt hätte, kann man bei Die Zeit, die uns noch bleibt von einem gelungenen Drama sprechen. Vor allem das Ende des Filmes regt zum Nachdenken an, indem die titelgebende Frage des Romans aufgeworfen wird. Blake denkt darüber nach, wann er seinen Vater das letzte Mal wirklich wahrgenommen hat. Noch bevor dieser also von der schweren Krankheit ans Bett gefesselt wurde. Der Schriftsteller findet dafür eine rührende Antwort und gibt der Geschichte dadurch ein wunderbares Ende. Wer der ernsteren Filmkost nicht abgeneigt ist, dem kann dieses Drama problemlos empfohlen werden. Daumen hoch!


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