Empire: Total War

Empire: Total War

Publisher: SEGA
Entwicklerstudio: Creative Assembly
Genre: Strategie
Sub-Genre: Kriegsstrategie
Art: Vollpreistitel
Erscheinungsdatum: 04.03.2009
USK 12

Empire: Total War  07.04.2009 von DeWerni

Die neueste Ausgabe von Total War der Creative Assembly Studios ist in der Zeit der explosionsgewaltigen Schwarzpulverwaffen angesiedelt. Nach japanischen Samurais, Römern und dem Mittelalter handelt es sich hier um eine konsequente Fortsetzung. Was das Game taugt, erfahrt ihr, wenn ihr weiterlest…
 
Der Publisher Sega bringt mit Empire: Total War bereits den sechsten Titel der Serie auf den Markt. Bisher konnte der Mix aus Echtzeit- und rundenbasierter Strategie immer überzeugen. Allerdings sind die Erwartungen wegen der großen Vorgänger der Total War-Reihe, wie beispielsweise „Medievil 2: Total War“, auch entsprechend hoch gesteckt. Die letzten Titel der Serie beschäftigten sich mit den schlagfertigen Auseinandersetzungen von japanischen Samurais, kriegerischen Massenschlachten des Mittelalters sowie den alten Römern. Dieses Mal befindet ihr euch im 18. Jahrhundert mitten im Kugel- und Kanonenhagel beispielsweise der französischen Armee. Auch die geographische Ausdehnung des Games hat sich etwas verändert. Ihr seid dieses Mal nicht an Europa oder Nordafrika gebunden, das Areal erstreckt sich bis hin zu Szenarien in Nordamerika und Indien. Und hier komme ich auch gleich zu einer der Neuerungen: Der Komplexität des Spiels. Ihr kommt nämlich im Laufe eurer Karriere in Kontakt mit den verschiedensten Kulturen und Gesellschaften. Eine Schwierigkeit dabei ist, dass außer den Sieg in kriegerischen Auseinandersetzungen zu holen auch noch die eigenen Gefolgschaft bei Laune gehalten werden muss.

Bei „Empire: Total War“ ist eurer strategisches Geschick gefragt, was durch die Wahl der richtigen Regierungsform, des angemessenen Steuersatzes, dem Bau der benötigten Gebäude in der richtigen Provinz, der Forschung nach revolutionären Technologien, der Ausbildung von Agenten, Spionen und Einheiten sowie natürlich des strategisch klugen Einsatzes der gebauten Truppen, egal ob zu Land oder zu Wasser, gestaltet wird. Zunächst ein paar Worte zum Spielprinzip. Ihr übernehmt das Regiment eines von euch ausgewählten Landes. Dabei bekommt ihr mit jeder Auswahl einen der Situation des Landes entsprechenden Auftrag. Dies ist beispielsweise, bei den Engländern der ständig andauernde Krieg um die Vorherrschaft unter den Kolonialländern mit Spanien und England oder die Inder, die sich mit ihren Nachbarn um die rohstoffreichsten Gebiete zanken. Auch die Ausgangssituationen sind dieser Lage angepasst. Was sollten die Engländer mit Massen an Heer auf einer vom Festland abgeschnittenen Insel? Nein, sie starten natürlich mit einer relativ großen Seestreitmacht. Es lässt sich übrigens die Kontrolle über viele europäische Länder übernehmen, das einzige außereuropäische Land allerdings ist Indien.

Habt ihr euch erst mal für eine Seite entschieden, könnt ihr diese auf vielerlei Art und Weise regieren. Oberstes Ziel bleibt dabei immer, das eigene Volk bei Laune zu halten und trotz allem genügend Gelder einzunehmen, um eure teilweise sehr hoch gesteckten Ziele zu erreichen. Dazu könnt ihr in jeder Provinz jede Art von Gebäude genau einmal bauen, in der Provinzhauptstadt stehen euch dazu immer bis zu sechs Bauplätze zur Verfügung. Je besser und wohlhabender es dem Volk der Provinz geht, desto schneller wächst es und bietet euch so weitere Einnahmequellen und Fortschritte. Der Forschungs- und Entwicklungsgrad spielt eine entscheidende Rolle bei „Empire: Total War“. Dieses neue Feature bietet euch die Möglichkeit, bestimmte Gebäude oder Einheiten überhaupt erst zu erstellen, vorhandene Gebäude und Einheiten aufzuwerten oder einfach nur das Prestige und das Ansehen des eigenen Landes zu stärken, was für den Gewinn einer Kampagne dringend von Nöten sein kann. Ein besonderer Fortschritt kann durch die verschiedenen Arten an Spionen erreicht werden. Sie werden bei Gegnern eingeschleust und können den eigenen Glauben verbreiten oder vorhandene Einheiten ausspionieren.

Auch politisch Machtinstrumente könnt ihr nutzen. Negativ auf die Bevölkerung wirken sich natürlich Armut, Krieg und Elend aus, aber auch zu hohe Steuern oder sogar entwickelter Fortschritt, den die Bevölkerung von ihrem Herrscher nicht bekommt. Um solche Probleme zu regeln, könnt ihr beispielsweise die Steuersätze anpassen, einem Kontrahenten Frieden anbieten oder einem bisher Verbündeten den Krieg erklären. Außerdem könnt ihr natürlich auch Gebäude bauen, die auf die Bedürfnisse der Gefolgschaft der entsprechenden Region eingehen. Die extremste Möglichkeit ist aber noch eine Revolution, die ihr entweder unterstützen könnt, um eine neue Regierungsform herbeizuführen oder blutig niederschlagen. Als Regierungsformen stehen euch die Republik, eine absolute oder eine konstitutionelle Monarchie zu Verfügung. Um euer Volk mit den benötigten Rohstoffen zu Versorgen, solltet ihr des Weiteren Handel mit anderen Nationen treiben. Dabei könnt ihr Geschäftsabkommen bzw. Handelsverträge mit den beteiligten Nationen abschließen, um vor allem seltenere Waren wie Gold, Kaffee und Zucker zu erhalten. Was natürlich besonders lukrativ ist, sind die entsprechenden Landstücke mit den Rohstoffen zu besitzen, um diese dem eigenen Volk zugute kommen zu lassen und außerdem einen ordentlichen Profit durch den Verkauf zu erzielen. Und nun komme ich damit endlich zu einem anderen wichtigen, für manche sogar dem wichtigsten, Thema des Spiels: Den Land- und Seeschlachten.

Aber zunächst zur Diplomatie einige Worte. Diese wird zu den einzelnen anderen Nationen natürlich durch Vielerlei beeinflusst, wie beispielsweise Spionage- oder Attentatsversuche, Handelsabkommen oder Ähnliches. Sollte euch nun also der Krieg erklärt werden oder ihr einer Nation den Krieg erklären, kann es zu See- oder Landschlachten kommen. Auch hier bemerken eingefleischte Total War-Kenner bestimmt sofort eine weitere Neuerung: Die Seegefechte. Diese werden, wie auch die Landschlachten und wie bisher, in Echtzeit ausgetragen. Sie sind fast noch schwerer als die Landschlachten, da die KI alle Situationen relativ gut handelt. Wer also einfach drauflos segelt, wird schnell einen Großteil seiner Schlachtschiffe verloren haben. Zur See könnt ihr mit theoretisch allen Wassergefährten, die man sich vorstellen kann in die Schlacht ziehen. Dabei sind die Details der Schiffe, die originalgetreu gestaltet sind, und gerade die Wasseroberfläche erstaunlich gut und grafisch überzeugend dargestellt. Als taktische und lenkende Instrumente könnt ihr die Formation der Schiffe wählen oder die Segel halb, voll oder gar nicht hissen, um die optimale Position für einen Angriff zu erreichen. Seid ihr dann mal soweit, müsst ihr entscheiden, auf welche Art und Weise ihr den Gegner attackieren wollt: Kugeln, Schrot oder Ketten. Habt ihr einen gegnerischen Kahn erst einmal manövrierunfähig geschossen, könnt ihr ihn entweder ganz versenken oder auch entern.

Die Schlachten zu Land sind auch nicht weniger unspektakulär, aber aus den Vorgängerversionen schon bekannt. Übrigens werden die Armeen und Flotten auch wieder von Generälen angeführt, die spezielle Fähigkeiten haben und die man gegen eine angemessene Bezahlung anheuern kann. Auch bei den Landschlachten solltet ihr äußerst taktisch vorgehen. Zwar reagiert die KI teilweise etwas langsam, aber meistens kommt ihr nicht ohne ordentliche Taktik zu dem gewünschten Ziel. Außerdem solltet ihr die richtigen Truppen gegen die richtigen Gegner einsetzen. Generell liegt bei dieser Ausgabe von „Total War“ der Fokus eindeutig auf den Fernkampfwaffen, wie Kanonen oder Gewehren, was aber natürlich einfach an der angesiedelten Zeit liegt. Ansonsten sind die Kämpfe auf jeden Fall wieder sehr spektakulär, gerade mit der einigermaßen freien Kamera macht das Zuschauen bei einem Gefecht echt Spaß. Die Details sind teilweise sehr beeindruckend.

Wie schon mehrfach erwähnt, kann die Grafik durchaus überzeugen, auch wenn es an einigen (wenigen) Stellen doch zu kleinerer Polygonbildung kommt. Im Großen und Ganzen sieht die Grafik sauber aus und die Details gelungen. Gerade zu See ist es echt wahnsinnig gut. Man kann auch hier bis auf das Deck der einzelnen Schiffe zoomen, um die Mannschaft bei der Arbeit oder beim Rettungsversuch im Falle des Sinkens des eigenen Schiffs zu beobachten. Auch der Sound kann überzeugen, er passt und unterstützt die entsprechenden Situationen mit der passenden Musik bzw. den Effekten.

Ein paar Worte müssen noch zur Art des Kopierschutzes gesagt werden. Bei diesem Spiel hat sich der Publisher dazu entschlossen, Steam einzusetzen. Dabei muss also ein zusätzliches kleines Tool installiert werden. Über dieses Tool muss man das eigene Spiel zunächst aktivieren, was ja noch kein Problem darstellt, allerdings muss man auch, um das Spiel zu spielen, permanent über Steam mit dem Internet verbunden sein. Außerdem kann und darf man das Game nicht mehr verschenken oder verkaufen, da der Steam-Account und damit auch die Aktivierung des Spiels personenbezogen statt findet. Dies sollte man vor dem Kauf auf jeden Fall wissen. Ein weiterer Punkt sollte hier kurz erwähnt werden. Das Game benötigt nicht weniger als 15GB (!!!) Festplattenspeicher zur Installation.

Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Puuuuh, ich muss schon sagen, dass „Empire: Total War“ schon erstaunlichen Möglichkeiten und damit einen riesen Umfang mit sich bringt. Anfangs ist es ein bisschen schwer mit dem Handling des Games, wenn man aber erst einmal den Überblick über die Möglichkeiten und die Steuerung hat, besteht einfach nur Suchtgefahr. Wer als Strategie- oder Fan der Serie hier nicht zuschlägt, ist selber Schuld. Die Entwickler haben auf jeden Fall ganze Arbeit geleistet und eine würdige Neuerscheinung der Serie erstellt. Super! Klasse! Kauftipp!


positiv negativ
  • Viele grafische Details
  • Großer facettenreicher Umfang
  • Weite geographische Ausdehnung
  • Gutes Tutorial
  • Etwas langsame KI
  • Aktivierung des Games über Steam
  • Teilweise sehr lange Ladezeiten
  • Kamerasteuerung etwas nervig





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