Wildes Bayern

Wildes Bayern

Originaltitel: Wildes Bayern
Genre: Naturdokumentation
Regie: Jan Haft
Hauptdarsteller: --
Laufzeit: Ca. 132 Minuten
Label: Polyband
FSK 21

Wildes Bayern   20.02.2013 von DeWerni

Wieder einmal zeigt uns eine Dokumentation das heimische Land und die Natur von einer anderen Seite. Dieses Mal steht der einzige alpine Nationalpark Deutschlands vor den Toren von Berchtesgarden im Fokus. Neben einzigartigen Natur- und Bergbildern werden aber auch Information, Tiere und Hintergründe geboten, die man so nicht erwartet hätte …

 

Wir konnten Euch bereits vor einiger Zeit ein paar Dokumentationen präsentieren, die ihr Augenmerk weg von der weit entfernten Urlaubswelt auf unser schönes Heimatland Deutschland gelegt haben. Dabei durfte man sich beispielsweise die Nordsee (hier unser Bericht) oder gleich ganz Deutschland von oben (hier unser Bericht) anschauen und dabei einige unerwartete und gleichzeitig faszinierende Aufnahmen begutachten. Nun präsentiert Polyband ein eigenes Werk über unser südlichstes Bundesland Bayern. In Wildes Bayern geht es dabei hauptsächlich um die Natur und die Berge des einzigen alpinen Nationalparks von Deutschland vor den Toren von Berchtesgarden. Das Werk wird dem Zusehen dabei in drei einzelnen Abschnitten präsentiert:

 

Im Schatten des Watzmann / Berchtesgarden im Sternenlicht

Thematisch lassen sich die beiden ersten Episoden der Mini-Dokuserie nicht auseinanderhalten. In beiden bekommt man einen faszinierenden Einblick in die Flora und Fauna des Nationalparks in der Nähe von Berchtesgarden geboten. Während Episode 1 sich eher auf die Artenvielfalt im Sommer spezialisiert, zeigt der zweite Teil eher die Anforderungen eines harten Winters. So bekommt man tolle Darstellungen und Einblicke in das Leben der bekannten Steinadler, die in dieser Region lange für ausgestorben gehaltenen Steinböcke aber auch den Überlebemskampf von Vögeln, Insekten und Faltern. Oftmals werden hierbei nicht nur außergewöhnliche Einstellungen verwendet, auch die Technik ist nicht immer gleich. Oftmals wird der Effekt der Zeitlupe angewandt, die noch so kleine Details über diverse Lebewesen preisgibt. Außerdem bedient man sich Tarnzelten, in denen die Crew manchmal einigen Tage für brauchbare Bilder verbringen musste, diese dann aber äußerst authentisch wirken. Neben der Artenvielfalt warten zudem auch diverse Einstellungen der höchsten Gipfel und der schönsten Almen Bayerns mit all ihren Traditionen und Reichtümern …

 

Bildergalerie von Wildes Bayern (9 Bilder)

Das erste Licht am Königssee

Mir persönlich hat diese letzte Episode am besten gefallen, da man hier noch einmal einige der schönsten Aufnahmen der Miniserie präsentiert bekommen hat. Zudem wurde gezeigt, wie aufwendig die Arbeiten eines ganzen Drehtags sein können, der in Summe trotzdem nur mit 30 Sekunden brauchbarem Material enden kann: steile Abstiege, früher Gipfelsturm, Geduld in Tarnzelten und massige Drehtage wurde für dieses Werk verbraten. Doch für einige der Bilder haben sich die Mühen auf jeden Fall gelohnt …

 

Aus technischer Sicht kann das Werk auf jeden Fall überzeugen. Man bekommt nahezu jederzeit ein gestochen scharfes Bild präsentiert, das immer viele Details aufzeigen kann und einen plastischen Effekt zum Zuseher transportiert. Die Farben wirken authentisch, der Kontrast linear gelungen und der Schwarzwert satt. Viel besser geht es kaum. Was aber in dem Genre auch keine Seltenheit ist, denn das unterscheidet dann schließlich neben den eigentlichen Bildinhalten eine gute von einer schlechten Doku. Der Erzähler bringt zudem interessante Informationen rüber, die die Bilder gekonnt anreichern und niemals nerven. Nur der Beginn der dritten Folge ist aus meiner Sicht nicht gelungen, denn hier hätte ein ordentlicher Titel zu weniger Missverständnissen geführt. Zudem hätte man sich passend zum Titel Wildes Bayern auch teilweise ein paar wildere Bilder mit der passenden musikalischen Untermalung gewünscht. Der Erzähler bleibt zu jeder Zeit gut verständlich und ist angenehm realisiert. Insgesamt eine sehr gute technische Umsetzung im HD-Bereich , die aber doch noch ein gutes Stück von der Referenz weg ist.


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

Die drei einzelnen Folgen der Mini-Dokuserie zeigen sehr schöne Naturaufnahmen aus unserem geliebten Deutschland. Auch wenn es einige sehr schöne Bilder gibt, so kann mich das Werk nicht ganz so überzeugen, wie es beispielsweise bei Deutschland von oben der Fall war. Ja, einige der Aufnahmen sind richtig faszinierend und zeigen die Wälder und Berge vor unserer Haustür aus einer ganz anderen, abgeschiedenen Perspektive. Nichtsdestotrotz gab es schon diverse Werke, die sich um Steinböcke, Schmetterlinge und diverse Vogelarten gedreht haben und ähnliche Bilder aufzeigen. Das soll die Leistung der Macher in keiner Weise schmälern, aber irgendwie fehlt den Bildern das gewisse Etwas, das Besondere und Außergewöhnliche. Wer sich allerdings für Dokumentationen interessiert, der sollte sich die drei Folgen dann doch unbedingt anschauen, denn man bekommt schon einiges geboten, was man so nicht unbedingt erwartet hätte: Tolle Natur- und Tieraufnahmen von Bergen und Wäldern, die bei einigen von uns wirklich direkt vor der Haustür liegen. Da bekommt man jetzt schon Lust auf den kommenden Frühling.


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