Zorn der Titanen

Zorn der Titanen

Originaltitel: Wrath of the Titans
Genre: Action / Abenteuer
Regie: Jonathan Liebesman
Hauptdarsteller: Sam Worthington • Liam Neeson • Rosamund Pike
Laufzeit: DVD (99 Min) • BD (99 Min)
Label: Warner Home Video
FSK 12

Zorn der Titanen   05.08.2012 von

Dass sich die griechische Mythologie ausgesprochen gut für Blockbuster eignet, dürfte nicht erst seit dem Spiel God of War bekannt sein. Neidische Götter, die sich in bester Soap-Manier gegenseitig die Pest auf den Hals hetzen, sind aber auch nur schwer zu toppen. Vor zwei Jahren versuchte Hollywood mit Kampf der Titanen nicht nur der Mythologie gerecht zu werden, sondern wollte mittels des Namens auch gleich den Ruhm eines älteren Titels abgrasen. Das Resultat war mäßig und konnte dennoch gutes Geld einspielen. Nun kam der Nachfolger auf DVD und Blu-ray und die griechischen Götter sind zickiger denn je. Kann der Film diesmal qualitativ überzeugen?

Reden wir gleich Klartext:
Kampf der Titanen konnte die meisten Zuschauer nicht wirklich vom Hocker reißen. Obwohl die griechische Mythologie genug Stoff bietet, um damit ganze Serien zu füllen, hat man es nicht geschafft, das klassisch epochale Feeling aufkommen zu lassen. Als absolute Krönung wurde dem Film dann noch ein grausam schlechter 3D-Effekt beschert. Dennoch konnte der Film einen exzellenten Trailer vorweisen, weshalb der Erfolg an den Kinokassen nicht auf sich warten ließ. Damit waren dann zumindest die Vorbedingungen erfüllt um einen Nachfolger zu drehen, und diesen dürfen wir nun im Heimkino betrachten. Gleich vorweg eine Entwarnung: Zwei Jahre nach Avatar hat man es wenigstens geschafft den Film in annehmbarem 3D abzuliefern. Das ist nicht selbstverständlich, wenn auch zuletzt häufiger anzutreffen - die Technik reift eben doch mit der Zeit.

Es sind einige Jahre vergangen, seit Perseus den Kraken besiegt hat und mittlerweile ist der Halbgott stolzer Vater.
Seine Frau ist unglücklicherweise bereits gestorben. Damit wird der Zuschauer gleich mit dem ersten Storytwist begrüßt, der erklären soll, warum Eyecatcher Gemma Atterton diesmal leider nicht mehr dabei ist. Wirklich vermissen tut man sie in der Geschichte allerdings nicht, was ihre Daseinsberechtigung im Vorgänger umso mehr relativiert. Aber zurück zur Geschichte. Perseus hat mittlerweile seinen Konflikt mit Zeus abgelegt, der wiederum dessen Entscheidung toleriert, als Mensch leben zu wollen. Dennoch lässt er es sich nicht nehmen, seinem Zögling zu erläutern, warum der schwindende Glauben der Menschen in der Zukunft Probleme bereiten könnte. Denn der Tartarus, das göttliche Gefängnis der Titanen, bröckelt langsam vor sich hin und die Götter verlieren ihre Kraft. Unsterblich ist eben nur ein relativer Ausdruck, wenn man stetig von den Gebeten der Menschen abhängig ist. Genau das ist der Moment, wo Hades und Ares langsam panisch werden. Im geheimen Gespräch mit Kronos, dem Urvater aller Götter, handeln beide einen Deal aus. Wenn diese ihm Zeus bringen und ihn damit befreien, schenkt er den beiden die Unsterblichkeit.

Die dunklen Götter verbünden sich und locken Zeus zusammen mit Poseidon in eine Falle. Letzterer kann noch entkommen und erzählt Perseus von der drohenden Gefahr. Der Halbgott soll Poseidons Sohn Agenor holen und in den Tartarus hinabsteigen. Die Reise beginnt und es folgt eine Reihe von Action-Sequenzen, die sich um Zyklopen, Chimären und anderen mythischen Monstern drehen ...

Zorn der Titanen ist in der Umsetzung zumindest ein wenig besser, als der Vorgänger.
Die groben Probleme werden allerdings weiterhin beibehalten. Die Geschichte rast wiedermal von Kampf zu Kampf und das epische Setting wird nicht einmal in den besten Momenten wirklich ausgereizt. Es entsteht das Gefühl, dass viel gewollt war und nur wenig geschafft wurde. Trotzdem kann zumindest die halbwegs vorsichtige Einleitung überzeugen, da man hier wenigstens einmal ein Gefühl für die Charaktere bekommt.

Die Auswahl der Schauspieler ist wie im Vorgänger tadellos.
Alexa Davalos, die im ersten Teil Andromeda spielte, wurde durch Rosamund Pike ersetzt, was Kenner des Vorgängers irritieren dürfte. Es drückt sich jedenfalls ungewollt die Frage auf, ob Frauen im antiken Griechenland oft ihre Haare färben. Den absoluten Höhepunkt liefert hingegen Bill Nighy als Götterschmied Hephaestus. Man könnte meinen, jeder Film wird durch die leicht zerstreute Darstellung von Bill Nighy besser. Bei Zorn der Titanen ist das zumindest Fakt. Leider kannten die Macher diese These nicht, denn sie schmeißen Hephaestus bereits kurz nach Einführung wieder aus der Story. Eine wahre Schande!

So bleibt es dabei - wer wenig auf ein ausgefeiltes Storytelling achtet und seine Prioritäten bei halbwegs gut inszenierter Action setzt, der dürfte von Zorn der Titanen nicht enttäuscht werden. Der Film weiß in der Vielfalt und der Choreografie der Kämpfe wesentlich besser zu überzeugen, als der Vorgänger. Ein Epos darf man allerdings immer noch nicht erwarten, dafür wird den Entwicklungen in der Geschichte einfach nicht genug Zeit gelassen.

Bildergalerie von Zorn der Titanen (11 Bilder)

Qualitativ wird dem Zuschauer mit der Blu-ray ein wahrer Augenschmaus präsentiert. Das Bild ist zu jederzeit scharf und rauschfrei, die Farben sind ein wenig grell, was aber in den meisten Szenen als Effekt eingesetzt wurde. Wer einen 3D Fernseher zu Hause hat, der sollte sich auch die 3D-Version zu Gemüte führen. Die Effekte kommen sehr gut zur Geltung, der Zuschauer bekommt eine gute Tiefe und einige Pop-Outs. Ebenso kann der Sound überzeugen, Warner hat auch hier gute Arbeit geleistet. Die Effekte knallen den Zuschauer von allen Seiten um die Ohren, trotzdem wurden die Stimmen gut getrennt und kommen sauber von vorne. Fantasy Fans werden an diesem Film eine Freude haben, zumindest was die Qualität der Blu-ray angeht. 


Das Fazit von: Benji

Benji

Obwohl Bill Nighy im Grunde ganz leise und ohne großes Pathos verschwindet, habe ich in der Szene eine kleine Träne verdrückt. Mit diesem Charakter hätte man die Qualität von Zorn der Titanen dauerhaft steigern können. Der Charmefaktor fehlt nämlich sonst gänzlich. Trotzdem machen die Action-Sequenzen beim Zusehen Laune. Vielleicht sogar ein wenig mehr, als noch im Vorgänger, wo jeglicher Kampf bereits nach zwei Schlägen abgewürgt wurde. Hollywood will mit dieser Reihe anscheinend zwanghaft auf dem Ruhm von God of War mitreiten und genau deshalb fühlen sich beide Filme wie böse „Boll“-Werke an. Bessere 3D-Effekte und eine nette Inszenierung retten immerhin den Popcorn-Faktor, weshalb die Bewertung in der Form halbwegs passt.


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