Kinect Sports Rivals

Kinect Sports Rivals

Publisher: Microsoft
Entwicklerstudio: Rare
Genre: Sportspiel
Sub-Genre: Sportspielsammlung
Art: Midprice
Erscheinungsdatum: 11.04.2014
USK 6

Kinect Sports Rivals   22.04.2014 von DeWerni

Bisher ist es Microsoft auf der Next-Gen-Konsole Xbox One noch nicht gelungen, einen richtigen Knaller für die zweite Ausgabe der Bewegungssteuerung Kinect auf den Markt zu bringen. Neue Hoffnung bringt der Nachfolger der erfolgreichen Kinect Sports-Reihe Kinect Sports Rivals. Wir haben weder Mühen noch Schweiß gescheut, um das Werk detailreich unter die Lupe zu nehmen …

 

Zur Veröffentlichung der Next-Gen-Konsole Xbox One Ende vergangenen Jahres sah es mit Games, die die neue Version der Bewegungssteuerung Kinect unterstützen, eher mau aus. Klar, da gab es den Kampfsport Prügler Fighter Within (hier unser Testbericht dazu) oder das eine oder andere nette Gimmick in anderen Spielen – wie beispielsweise das Fluchen bei FIFA 14 (hier unser Bericht dazu) – aber in Summe waren die Releases doch enttäuschend und konnten wenig überzeugen. Nun kommt mit Kinect Sports Rivals endlich ein Game auf den Markt, das die Erwartungen hoffentlich mehr erfüllen kann – zumindest konnten das die Vorgänger Kinect Sports und Kinect Sports 2, die auf der Xbox 360 eine richtig gute Figur abgaben. Und auch die Sportarten, die bereits auf dem Cover des aktuellen Werks gepriesen werden, machen Lust auf mehr: Zielschießen, Wake Racing, Bowling, Tennis, Fußball und Klettern. Auch wenn man einige davon bereits im Rahmen der Vorgänger präsentiert bekommen hat, darf man sich auf die Umsetzung auf der Xbox One freuen.

 

Sobald man den sich den ersten Herausforderungen beugen möchte, gilt es zunächst, den eigenen Champion zu erstellen. Dabei werden von Kinect sowohl der Körper, als auch im Detail das Gesicht gescannt. Eine Stimme führt dabei verständlich durch die einzelnen Einstellungen, dabei erstaunen Sätze wie: „Setze doch nun einmal kurz Deine Brille ab!“. Im Anschluss bekommt man den eigenen Champion präsentiert, der sich im Comicstil durchaus an den eigenen Maßen und Details orientiert. Selbstverständlich darf man des Scanvorgang auch wiederholen oder den Champion frei Schnauze designen, wenn man mit dem Ergebnis des Scannens nicht zufrieden sein sollte. Danach geht es auch endlich mit dem sportlichen Part los. Nachdem man sich jeweils ein paar Vorgaben vom Trainer abgeholt hat, darf man sich an den einzelnen Sportarten versuchen.

 

Wake Racing

Bei den Jet-Ski-Rennen geht es im Grunde nur darum, drei Runden einer Rundstrecke schnellstmöglich zu beenden und dabei alle Tore zu durchfahren. Gelenkt wird mit den beiden Händen, die man vor den Körper hält, als ob man einen Jet-Ski-Lenker in der Hand hält. Streckt man den rechten Arm nach vorne oder zieht den linken zurück, steuert den Jet-Ski nach links und andersrum nach rechts. Gas geben kann man mit der rechten Hand, die man zu einer Faust formt, wiederum verlangsamt das Jet-Ski die Fahrt beim Öffnen der Hand. Engere Kurven kann man zudem nehmen, indem mach sich zur Lenkbewegung zusätzlich den Oberkörper nach rechts oder links legt. Bei den Rennen gilt es, Bojen und Minen auszuweichen, Tricks anzuwenden oder einen gewählten Bonus gekonnt einzusetzen, um schließlich als erster ins Ziel zu kommen.

 

Klettern

Weiter geht es mit dem Klettern, bei dem man sich von Halterungen zu Halterungen hochklettern muss, um ebenfalls als Schnellster den Hang zu erklimmen. Gegriffen wird mit geschlossener Faust, losgelassen mit dem Öffnen. Die Füße müssen nicht gesteuert werden. Auch hier gibt es Boni anzuwenden oder den Gegner gekonnt von der Wand zu werfen, sodass man das Ziel als erster erreicht.

 

Zielschießen

Dabei gilt es, Ziele mit dem Finger anzuvisieren, um so rundenbasiert möglichst mehr Punkte zu sammeln, als der Gegenüber. Selbstverständlich gibt es unterschiedliche Ziele mit unterschiedlichen Punkten oder Sequenzen, die Bonuspunkte ergeben. Als Bonus kann man hin und wieder einen Geschützturm aktivieren, der Bonuspunkte gibt und gleichzeitig den Gegner bei seiner Schussausführung stört.

 

Bowling

Beim Bowling hat sich im Verglich zum Vorgänger nicht viel getan: Es gilt, sich eine Kugel zu greifen, mit den Pfeilen auf der Bahn den richtigen Anwurf anzupeilen und schließlich der Kugel den richtigen Speed mitzugeben. Spin kann man durch das Drehen des Handgelenks ebenfalls in den Wurf bringen. Das Ganze ist unspektakulär und wenig innovativ umgesetzt, funktioniert allerdings weitestgehend sehr solide.

 

Fußball

Hier wurde das Spielprinzip des Vorgängers übernommen. Man muss einzelne Spieler an unterschiedlichen Positionen auf dem Spielfeld anspielen, ohne dass ein Gegenspieler den Pass blocken kann. Durch Schwingen des Beins in die entsprechende Richtung wird der Ball zum gewählten Mitspieler geschossen. Der Schuss auf das Tor gleicht einem Quick-Time-Event: Es gilt des geflankten Ball zum richtigen Zeitpunkt zu schießen oder köpfen. Desto besser man das macht, desto größer ist die Chance, dass der Ball anschließend auch am Torhüter vorbei ins Tor geht. Die Defensive sieht dagegen nur so aus, dass man Schüsse mit dem Armen per Torwart parieren muss.

 

Tennis

Beim Tennis spielt das Timing die entscheidende Rolle. Schwingt man den Arm auf Vor- oder Rückhand zum richtigen Zeitpunkt, kommt dabei ein ordentlicher Schlag heraus. Je nach Anschwungwinkel kann man noch zwischen Topspin, Slice und Lob unterscheiden. Beim Aufschlag ist ebenfalls richtiges Timing gefragt, Netzangriffe startet der Spieler selbständig. So gilt es, zuerst drei Spiele für sich zu entscheiden, um das Match zu gewinnen.

 

Bildergalerie von Kinect Sports Rivals (22 Bilder)

Im Single-Player-Modus gilt es, zunächst für jede dieser Sportarten ein kleines Tutorial mit einem Einstiegswettkampf zu bestreiten, den es zu gewinnen gilt. Der Trainer weist dabei in die Steuerung ein. Anschließend muss man in jeweils zwei Wettbewerben drei Teams von seinem Können überzeugen: Der naturbevorzugende Wolf Clan, das spacige Viper-Network und die Adler-Legion. Nachdem man natürlich alle drei mit seinen Leistungen beeindruckt hat, darf man sich für eine der Seiten entscheiden, für die man fortan antreten möchte. Dabei nerven die Einspielungen des Story-Fortgangs mit der Zeit gewaltig und sind zudem überflüssig wie ein Kropf. Hat man anfangs noch das Gefühl, Teil einer netten Story zu sein, kann man die eher schlechten Dialoge bald nicht mehr hören – leider wird auch kein Überspringen eines solchen angeboten. Wer davon bald genug hat, der darf sich auch in den Sportarten online gegen andere menschliche Mitspieler versuchen. Hierbei gewinnt das Ganze etwas mehr Spaß und Motivation, doch alleine vor der Konsole wird man einfach auf Dauer keinen Spaß machen. Auch diesem Titel kann man am meisten abgewinnen, wenn man ihn gesellschaftlich auf einer Xbox gegeneinander spielt. Hier hat der Titel – wie auch schon diverse andere Kinect Titel – sicherlich seine Stärken.

 

Technisch macht Kinect Sports Rivals im Übrigen eine rechte gute Figur. Die allermeisten Bewegungen – auch feinerer und komplexerer Art und Weise – werden ohne Probleme von der Kinect Steuerung erfasst. Allerdings ist dafür eine ausreichende Beleuchtung von Nöten. Darauf weist Kinect bei der Erstellung des Champions gegebenenfalls hin. Aber auch ohne die ausreichende Beleuchtung funktioniert die Erkennung meist fehlerfrei. Besonders überrascht hat mich zudem der technische Fortschritt der Spracherkennung, die aufs Wort hört und sehr gut, auch in Konkurrenz mit einem eventuellen Sprachchat, funktioniert. Die Grafik rund um die sportlichen Events ist detailreich und liebevoll gestaltet, da bleibt dem Titel wenig vorzuwerfen. So kann man beispielsweise den Tennisschläger unter Palmen schwingen und die Bowlingkugel auf dem Deck einer Yacht schieben. Auch die Musikauswahl kann sich hören lassen und passt sehr gut ins Gesamtgeschehen. In Summe würde ich so Kinect Sports Rivals als den momentan technisch überzeugendsten Kinect-Titel bezeichnen. Es bleibt zu hoffen, dass vielleicht noch die eine oder andere Sportart per Downloadcontent nachgeschoben wird oder zumindest die Mängel in einer der kommenden Versionen beherzigt werden.


Das Fazit von: DeWerni

DeWerni

So richtig überzeugen kann das Werk aus dem Hause Rare leider nicht. Ich habe erwartet, dass die Macher mit den Vorgängern genügend Erfahrung sammeln konnten, um ein solides Werk auf den Markt zu bringen. Doch wurde ich an der einen oder anderen Stelle enttäuscht: Das Zielschießen präsentiert sich lustlos, die Remakes von Fußball, Bowling und Tennis können einfach nicht motivieren und sind teilweise sogar schlechter als die Vorgänger. Nur Wake Racing und Klettern liefern neue Ideen und können auch fordern. Technisch ist das Werk allerdings sehr solide. In einzelnen Momenten gibt es Probleme mit der Kinect-Erkennung, die aber im Grunde sehr gut reagiert. Zudem überzeugen kann die Sprachsteuerung in den Menüs, die wirklich aufs Wort hört. Technisch macht die Reihe also einen Sprung, auf der Strecke bleiben in Summe leider etwas die Spielmotivation und die Innovation bei der Umsetzung der einzelnen Sportarten. Wer Spaß an den Vorgängern hatte, kann auf jeden Fall einen Blick riskieren.


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positiv negativ
  • Tolle Gesichtintegration
  • Gelungener Soundtrack
  • Gute Kinectsteuerung …
  • Schöne Umgebungsdarstellungen
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  • Überflüssiger Story-Modus
  • Fehlende Film-Clips





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